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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 30. Hirschhorn

Weitere Informationen

Mörlenbach

Ortsteil · 164 m über NN
Gemeinde Mörlenbach, Landkreis Bergstraße 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

9 km südöstlich von Heppenheim

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit komplexem, unregelmäßigem Grundriss im vorderen Odenwald zwischen Heppenheim und Wald-Michelbach an der Mündung vom Mörlenbach in die Weschnitz. Historischer Ortskern mit Marktplatz und Kirche (Ursprünge vmtl. romanisch) in zentraler Lage östlich der Bachmündung. Die B 38 nimmt ähnlichen Verlauf wie die Weschnitz und führt von Nordosten aus kommend durch die Ortsmitte nach Südwesten Richtung Weinheim. Bahnhof der Linie Weinheim – Fürth i. Odw. Im Westen. In Ortsmitte Endstation der Solardraisine Überwaldbahn nach Wald-Michelbach. Im Nordosten und Südwesten direkt an der Weschnitz / B 38 / Bahnlinie Gewerbegebiete.

Stadtteile, die sich rings um Mörlenbach vornehmlich an Bächen, die den Mörlenbach speisen, entwickelten, sind Bonsweiher, Ober-Liedersbach, Ober-Mumbach, Rohrbach, Vöckelsbach und Weiher.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Weinheim – Fürth ("Weschnitztalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.7.1895) bis zur Stilllegung der Strecke am 23.9.1966.

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Mörlenbach – Grasellenbach/Wahlen ("Überwaldbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.3.1901) bis zur Stilllegung der Strecke am 30.4.1994.

Ersterwähnung:

795

Historische Namensformen:

  • Morlenbach (795)
  • Morlebach (900, 1139, 1294)
  • Moerilbach (1283)
  • Morlbach (1344, 1357, 1362, 1392)
  • Mürlebach (1406)
  • Mörlnbach (1610)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • 1426: Ersterwähnung, ehemalige Wasserburg etwa in Ortsmitte gelegen

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3481018, 5495711
UTM: 32 U 480950 5493952
WGS84: 49.597846° N, 8.736384° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

431017020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 4728, davon 2720 Acker, 688 Wiesen, 1176 Wald
  • 1961 (Hektar): 1182, davon 229 Wald (= 19.37 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1566: 69 Herdstätten
  • 1829: 991 Einwohner
  • 1961: 3203, davon 664 evangelisch (= 20.73 %), 2479 katholisch (= 77.40 %)
  • 1970: 4338 Einwohner

Diagramme:

Mörlenbach: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Unteres Erzstift, Oberamt Starkenburg, Amtsvogtei Fürth, Cent Mörlenbach
  • 1803: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Provinz Starkenburg, Amtsvogtei Fürth
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Fürth
  • 1812: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Wald-Michelbach
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Wald-Michelbach
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Lindenfels
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim (Umbenennung)
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim
  • 1938: Deutsches Reich, Land Hessen, Landkreis Bergstraße (Umbenennung)
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Bergstraße

Altkreis:

Bergstraße

Gericht:

  • 1821: Landgericht Fürth
  • 1879: Amtsgericht Fürth

Gemeindeentwicklung:

Für die Gemeindeentwicklung seit Einführung der hessischen Gebietsreform s. Mörlenbach. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Mörlenbach.

Besitz

Ortsadel:

von Mörlebach

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1238: ecclesia

Patrozinien:

  • Bartholomäus

Patronat:

Kloster Lorsch

1267 übergibt Erzbischof Werner von Mainz das Patronat an Kloster Lorsch.

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Valentin Laupaeus 1564-1565

Wiederholter Bekenntniswechsel: zunächst lutherisch, ab 1563 unter Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz reformiert, ab 1576 unter Kurfürst Ludwig VI. lutherisch, 1584 durch Pfalzgraf Johann Kasimir reformiert.

Katholischer Bekenntniswechsel: 1624, 1631 unter den Schweden wieder reformiert, 1635 wieder katholisch

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat Neuhausen, Landkapitel Weinheim

Kultur

Schulen:

1910 Volksschule mit drei Klassen, zwei Schulhäuser, davon das neuere von 1840

Wirtschaft

Mühlen:

1488: Weschentzmulle

1654: Metzenmühleist abgegangen; Weschnitzmühle

1927: Brehmsmühle, Judenmühle, Schützenmühle, Steinsmühle, Weschnitzmühle

Heinz Reitz (s. Literatur) hat 5 Mühlen im Ortsbereich verzeichnet: Dörsamsmühle, Schützenmühle, Öhlschlägersmühle, Kinscherfsmühle und Steinmühle

Zoll:

1648: Zollstätte für herrschaftliche Güter und Landzoll

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Mörlenbach, Landkreis Bergstraße“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13140> (Stand: 29.4.2024)