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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 53. Schwarzenborn
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Leuderode

Leuderode

Ortsteil · 403 m über NN
Gemeinde Frielendorf, Schwalm-Eder-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,2 km südlich von Homberg (Efze)

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss auf flachem, zum Osterbach ziehenden Geländerücken. In erhöhter Lage ummauerte Kirche und Lindenplatz; halbkreisförmig umlaufende Wegeführung.

Straße Allmuthshausen - Lenderscheid.

Ersterwähnung:

1197

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • 1235: curia
  • 1537: Dorf, teilweise wüst
  • 1591: Dorfschaft, Gemein

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1894/1898

Älteste Gemarkungskarte:

1718

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3528177, 5648100
UTM: 32 U 528092 5646280
WGS84: 50.967442° N, 9.40006° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

634004080

Flächennutzungsstatistik:

  • 1537: 16 1/2 landgräfliche Huben.
  • 1742 (Kasseler Acker): 663 Land, 706 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 460, davon 163 Acker (= 35.43 %), 154 Wiesen (= 33.48 %), 112 Holzungen (= 24.35 %)
  • 1961 (Hektar): 569, davon 211 Wald (= 37.08 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1537: 20 Beisassen (vgl. Flächennutzung). 1569: 56, 1575/85: 43 Hausgesesse.
  • 1639: 14 verheiratete, 2 verwitwete Hausgesesse.
  • 1742: 33 Häuser. 1747: 28 Hausgesesse. 1773: 141 Einwohner.
  • 1834: 193, 1885: 211 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 211, davon 211 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1925: 179, 1939: 161, 1950: 294, 1961: 221 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 79 Land- und Forstwirtschaft, 27 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 3 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 221, davon 186 evangelisch (= 84.16 %), 34 katholisch (= 15.38 %)
  • Um 1490: 3 wehrhafte Männer.

Diagramme:

Leuderode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • Um 1490: Amt Homberg.
  • 1235: Gericht landgräflich
  • 1522: Gericht Spieskappel
  • 1537 und später: Gericht am Wald, Amt Homberg
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton und Friedensgericht Frielendorf
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Homberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Altkreis:

Fritzlar-Homberg

Gericht:

  • 1822: Landgericht Homberg
  • 1834: Justizamt Homberg
  • 1867: Amtsgericht Homberg
  • 1879: Amtsgericht Homberg
  • 1968: Amtsgericht Homberg

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform der Zusammenschluss mit anderen Gemeinden zur neu gebildeten Gemeinde Frielendorf, deren Ortsteil Leuderode wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1197: Papst Cölestin III. bestätigt dem Kloster Spieskappel Güterbesitz unter anderem in Leuderode.
  • 1213: Der Freie Hartmann (von Homberg?) schenkt dem Kloster Spieskappel Güter zu Leuderode; Kloster Spieskappel besitzt Güter und Leute zu Leuderode.
  • 1235: Landgraf Konrad nimmt Hof des Kloster Spieskappel zu Leuderode in Schutz.
  • 1261: Kloster Spieskappel erhält vom Stift Hersfeld Dorf Leuderode geschenkt.

Zehntverhältnisse:

1215/39: Dietrich von Homberg und Volpert von Kraynberg übergeben dem Kloster Spieskappel ihren Hersfelder Zehnten zu Leuderode.

1254: Stift Hersfeld erneuert dem Kloster Spieskappel den Zehnten zu Leuderode.

Ortsadel:

1267-1457.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1254: neuerbaute capellula zu Leuderode (vgl. Patronat).

Pfarrzugehörigkeit:

1525: zur Pfarrei Ober-Hülsa.

1569: zur Pfarrei Allmuthshausen.

1575/85: nach Hülsa eingepfarrt.

1589: mit Lützelwig als Filiale eine Pfarrei.

1630 und später: Filiale von Waßmuthshausen.

Vor 1926: eingepfarrt nach Waßmuthshausen.

Patronat:

1254: Kloster Spieskappel tritt der Mutterkirche Wasmuthshausen 2 Huben gegen Überlassung des Patronatsrechts über die neuerbaute capellula zu Leuderode ab.

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Oberhülsa, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Oberhülsaer Pfarrer Konrad Gorrh ab 1525.

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Leuderode, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4489> (Stand: 14.4.2025)