Historisches Ortslexikon
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- 4824 Hessisch Lichtenau
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- KDR 100, TK25 1900 ff.
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 33. Lichtenau
- Gerichtsstätten
- Lindenplatz in Küchen
Küchen
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Stadtteil · 300 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
19 km südsüdwestlich von Witzenhausen, 7,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau
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Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss (Haufendorf) und geringer Siedlungsdichte am Fuß des Hohen Meißners sowie an der Mündung des Steinbachs in die Wehre. Kirche in zentraler, leicht erhöhter, nach Nordosten flach auslaufendem schmalen Rücken, seitwärts der Lindenplatz. In den 1980er Jahren entstand eine Ortsumgehung für die zuvor durch den Ort als Leipziger Straße geführte B 7. Auf diese stösst, von Norden kommend, die L 3249 (Meißnerstraße). Parallel hierzu im Osten kleines Neubaugebiet entlag der Straße Am Töpfer. Im Süden verläuft die A 44, die durch einen Tunnel durch Küchen geführt werden soll, mit dessen Bau Herbst 2012 begonnen wurde.
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Ersterwähnung:
1363
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Historische Namensformen:
- Kuchenn (1363) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Bestand Urk. 121 Nr. 4]
- Kuchene (1363) [StA Marburg 340. Urkunde von Hundelshausen]
- Coquina (1451) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 492, Nr. 1266]
- Cochenn, zcu (1452)
- Kucheen (1492) [Klosterarchive 1: Klöster an der Werra, S. 509-510, Nr. 1302]
- Kuechen (1553) [HStAM Bestand S Nr. 524]
- Kuchheim; Kochen (1585) [Der ökonomische Staat, S. 49, 87]
- Küchen (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 7]
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Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1363)
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
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Umlegung der Flur:
1911
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Älteste Gemarkungskarte:
1750
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3557255, 5671691
UTM: 32 U 557158 5669862
WGS84: 51.177322° N, 9.817699° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
636006070
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Flächennutzungsstatistik:
- 1563: 22 Acker
- 1780: 1760
- 1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Meißner.
- 1961 (Hektar): 458, davon 188 Wald (= 41.05 %)
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Einwohnerstatistik:
- 1575/85: 31 Hausgesesse
- 1640: von 39 Familien noch 10 ansässig
- 1681: 30 Hausgesesse
- 1747: 36 Harnisch, mit 35 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1780: 115 Einwohner
- 1961: 290, davon 260 evangelisch (= 89.66 %), 23 katholisch (= 7.93 %)
- 1970: 290 Einwohner
- Berufsgliederung
- 1780: 1 Hufschmied, 1 Müller, 1 Wirt, 5 Leinweber, - Tagelöhner und Tagelöhnerinnen, 14 Ackerleute, 1 Wagner
- 1808: 14 Leinweber, 3 Zimmerleute, 1 Wagner, 1 Weißbinder, 1 Hufschmied, 1 Maurer, 1 Müller, 1 Schuhmacher; zusammen 23
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Adelsdorf (von Hundelshausen)
- 1553 und 1747: Amt Lichtenau
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis
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Altkreis:
Witzenhausen
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Gericht:
- 1363 und 1383: Gericht Harmuthsachsen
- um 1570: Niederes und peinliches Gericht von Hundelshausen
- 1747: Niederes und peinliches Gericht von Hundelshausen und Hessen
- 1807: Friedensgericht Bischhausen
- 1814: Amt Lichtenau
- 1821: Justizamt Lichtenau
- 1867: Amtsgericht Lichtenau
- 1879: Amtsgericht Lichtena
- 1945: Amtsgericht Witzenhausen
- 1961: Amtsgericht Witzenhausen
- Gerichtsplatz an alter Linde, darunter Sandsteintisch, nach Überlieferung Altarplatte aus der wüsten Kirche Weissner
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Herrschaft:
1363 wird das halbe Dorf und Gericht Küchen durch die Gebrüder von Kappel an ihren Schwager Heinrich von Hundelshausen verkauft.
Heinrich Landgraf zu Hessen genehmigt 1365, dass Hans und Wernher von Cappele Gebrüder dem Ritter Heinrich von Hundelshausen ihre Güter halb in den Dörfern Harmuthsachsen, Hasselbach, Eichendorf, Küchen und Diemerode verkaufen und belehnt mit der Hälfte den Ritter Heinrich von Hundelshausen zu Mannlehen.
Vor 1383: Die von Kappel verkaufen 1/4 Dorf und Gericht Küchen an die von Schlutwinsdorf.
1383: Die von Schlutwinsdorf verkaufen 1/4 Dorf und Gericht Küchen an Landgraf Hermann.
1391: Küchen ist landgräfliches Lehen der von Hundelshausen.
1403: Lotze von Kappel versetzt seinen Oheimen von Hundelshausen seine Rechte zu Küchen.
1413: Derselbe verkauft seine Rechte zu Küchen.
1571: Landgraf Wilhelm verschreibt den von Hundelshausen Einkünfte aus dem Vorwerk zu Küchen.
1715: Landgraf Carl belehnt die von Hundelshausen mit Gütern zu Küchen; folgend Reverse bis 1822
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Gemeindeentwicklung:
Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Küchen seitdem ist.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- Ab 1451 bis 1527: Kloster Germerode hat Besitz zu Küchen. Das Klostergut umfaßt 1519 12 Hufen.
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- Kirche an der Stelle eines Vorgängerbaus 1827/28 klassizistisch mit Fachwerkturm erbaut, 1930 renoviert
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Pfarrzugehörigkeit:
Um 1570, 1780, 1872 und 1994: Filiale von Harmuthsachsen
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Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
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Kirchliche Mittelbehörden:
Archpresbytariat unbekannt; Archdiakonat Heiligenstadt
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 einklassige Volksschule
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Wirtschaft:
1607: Herberge
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Mühlen:
1780 mit dem Wasser der Wehre über ein oberschlächtiges Wasserrad betriebene Mühle am Nordrand des Dorfes. Das Wirtschaftsgebäude im Zuge der Verlegung der Bundesstraße 71970 abgebrochen.
- Nachweise ↑
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Quellen:
- Hundelshauser Kopiar fol. I5f., 19V, 70, 70V, Landesbibliothek Kassel
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Küchen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6242> (Stand: 6.12.2024)

