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Historisches Ortslexikon

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5023 Ludwigseck
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 54. Ludwigseck
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Aua

Weitere Informationen

Aua

Ortsteil · 295 m über NN
Gemeinde Neuenstein, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11 km nordwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Zufluss des Otterbaches in die Geiß, südöstlich unterhalb der Burg Neuenstein. Kirche und Gerichtsplatz in zentraler Lage auf einem rechteckig erhöhten Platz. Im Nordwesten einige Gehöfte entlang der Straße Mühlbach - Aua. Gewerbegebiete im Südosten und Nordwesten, ansonsten sind die Ausdehnungsmöglichkeiten durch die im Süden verlaufende BAB 7 (Anschlussstelle Bad Hersfeld-West) und im Norden die L 3153 stark beschränkt

Ersterwähnung:

852

Siedlungsentwicklung:

Das Benediktinerinnenkloster in Aua existiert nur eine kurze Zeit. Es wird 1190 gegründet und 1229 an die Straße zwischen Hersfeld und Bebra in Blankenheim verlegt.

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Neuenstein.

Vorbemerkung Historische Namensformen:

vgl. auch Aue bei Meckbach, von dem es in der Frühzeit nicht immer eindeutig zu unterscheiden ist

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1286)
  • Dorf (1500)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1937

Älteste Gemarkungskarte:

1765

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3540191, 5642386
UTM: 32 U 540101 5640569
WGS84: 50.915369° N, 9.570449° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632014010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 261, davon 108 Acker (= 41.38 %), 32 Wiesen (= 12.26 %), 91 Holzungen (= 34.87 %)
  • 1961 (Hektar): 396, davon 232 Wald (= 58.59 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 50 Hausgesesse
  • 1628: 50 Hausgesesse
  • 1639: 14 Hausgesesse
  • 1673: 27 Hausgesesse
  • 1747: 25 Haushaltungen (Stadt- und Dorfbuch des Ober- und Niederfürstentums Hessen)
  • 1749: 27 Gebäuden mit 113 Menschen; Gewerbetreibende: 14 Leinweber, 1 Büttner, 1 Schmied, 1 Schneider, 5 Tagelöhner, 2 Schäfer oder Hirten, 1 Müller (HStAM Best. 49 d, Hersfeld Nr. 35)
  • 1885: 137, davon 137 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 200, davon 175 evangelisch (= 87.50 %), 23 katholisch (= 11.50 %)
  • 1970: 206

Diagramme:

Aua: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 15./16. Jh: Reichsabtei Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Obergeis
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Obergeis (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Aua in Herfelder Besitz und als Lehen ausgetan,

Gemeindeentwicklung:

1.9.1957: Umgemeindung eines bewohnten Gehöftes (5 Einw.) von der Gemeinde Sassen, Ldkrs. Fritzlar-Homberg

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden als Ortsteil zur Gemeinde Neuenstein zusammengeschlossen.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld
  • Kloster Aua-Blankenheim als Tochterkloster des Klosters Hersfeld 1248 erhält das Hospital der Nonnen in Blankenheim von Hersfeld einen Hof in Aua. 1286 bekennen der Propst und der Jungfrauenkonvent zu Blankenheim, dass sie Eckhard von Benshausen und seinen Erben die Dörfer Aua, Benau und Georgenhausen, welche von aller Vogteigewalt befreit sind, auf 3 Jahre gegen einen jährlichen Zins zu Waldrecht übergeben haben.
  • 1363 verkaufen Konrad von Hattenbach und seine Frau Gela der Abtei Kreuzberg ihr Gut in Owe (Aua oder Aue?)
  • 1500 ist das das Dorf Aua vom Kloster Aua-Blankenheim als Tochterkloster des Klosters Hersfeld an die von Wallenstein verpfändet. 1518 wird Aua erneut an Kloster Blankenstein übertragen.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Ehemalige Klosterkirche, heute evangelische Kirche, als kurzer, breiter spätromanischer Bau um 1200 errichtet, 1907 revonviert

Pfarrzugehörigkeit:

1560, 1747 (Filial), 1872 (eingepfarrt) und 1994 Filial von Obergeis

Klöster:

Bekenntniswechsel:

Da Filial von Obergeis, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Obergeiser Pfarrer Curt Rabe um 1535.

Kultur

Schulen:

1749 wird ein Schulmeister genannt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1749 existiert die Dorfmühle im nördlichen Teil von Aua und wird als Mahlmühle mit dem Wasser der Geis und des Mühlbaches über ein oberschlächtiges Wasserrad betrieben

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Aua, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3262> (Stand: 26.2.2026)