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4824 Hessisch Lichtenau
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 33. Lichtenau
Gerichtsstätten
Lindenplatz in Hollstein

Weitere Informationen

Hollstein

Stadtteil · 330 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

18,5 km südsüdwestlich von Witzenhausen; 6,5 km südöstlich von Hessisch Lichtenau

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und geringer Siedlungsdichte beiderseits des Hollsteinbachs dicht vor dessen Mündung in die Wehre. Namengebend ist eine Zechstein-Dolomitformation südlich des Ortes, die Kirche liegt auf leicht ansteigendem Terrain nördlich außerhalb des Angers. Kleines Neubaugebiet in leichter Hanglage weiter nördlich am Metzberg und Mühlheim.

Durch den Ort führt in West-Ost-Richtung als Hauptachse die L 3147 (An der Hollsteine), die an der Auffahrt zur A 44 endet.

Ersterwähnung:

1195

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1195, 1322)
  • Dorf (1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Burg (?) in unbekannter Lage (s. Ziffer 3b)

Umlegung der Flur:

1896

Älteste Gemarkungskarte:

1688

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3555181, 5672051
UTM: 32 U 555085 5670222
WGS84: 51.180762° N, 9.788099° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 21 Huben in der Feldmark genannt
  • 1777: 1404 Acker
  • 1961 (Hektar): 360, davon 89 Wald (= 24.72 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 8 Mann und 8 Feuerstellen
  • 1575/85: 17 Hausgesesse
  • 1640: Von 20 Familien nur noch 8 ansäss
  • 1681; 21 Hausgesesse
  • 1747: 20 Mannschaften mit 24 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1777: 106 Einwohner, Gewerbetreibende: 2 Müller, 1 Schmied, 12 Ackerleute und Leineweber, 2 Leineweber und Tagelöhner, 1 einzelne Weibsperson
  • 1961: 134, davon 118 evangelisch (= 88.06 %), 16 katholisch (= 11.94 %)
  • 1970: 140 Einwohner
  • Berufsgliederung 1724: 1 Müller, 34 Leinweber, 1 Hirte; zusammen: 36

Diagramme:

Hollstein: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Der vierte Ort
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • Vor 1322: Gericht der von Hollstein
  • 1322: landgräfliches Gericht
  • 1354: Amt Lichtenau
  • 1454: Sondergericht mit Fürstenhagen, Velmeden und Hausen, das durch den Schultheißen und 3 - 4 Stadtschöffen von Lichtenau gehegt wurde.
  • 1553 und 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen
  • Gerichtsplatz mit Steinbank auf Fußsockeln unter alter Linde, an der mittels einer Kette ein konisches Halseisen befestigt war.
  • 1950: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1322: Landgraf Heinrich erwirbt Hollstein von den von Hollstein.

1366: Hartm. von Wickenrode durch Landgraf Heinrich in Hollstein belehnt.

Um 1376: Hartm. von Wickenrode hat von Landgraf Hermann Burglehen zu Hollstein inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Hollstein seitdem ist.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1195 ist Kloster Germerode u.a. in Hollstein begütert; folgend bis 1527, darunter Mühle

Ortsadel:

1318 -22

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Gotische Kirche, barock umgebaut 1797, 1978 renoviert

Pfarrzugehörigkeit:

Vermutlich seit dem 15. Jahrhundert, sicher aber 1517, 1569, 1777, 1872 und 1994 Filialdorf von Reichenbach. Im 17. Jahrhundert hatte der Reichenbacher Pfarrer einmal in der Woche in Hollstein zu predigen.

Patronat:

1777: Deutschordenshaus Marburg, da Filial von Reichenbach

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich um 1527.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Gensungen

Archdiakonat St. Peter-Fritzlar

Kultur

Schulen:

Im 17. Jahrhundert fand der Schulunterricht in Reichenbach statt

1777: Schulhaus vorhanden

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

1840 - 1897: Tongräberei am Nenngeberg nordwestlich Hollstein; Töpfer genannt

Mühlen:

Vgl. Weißmühle

1383/87: Mühle

1454: Mühle unter dem Dorf

1454: bildete zusammen mit Hopfelde einen Leistungsverband

1777: zwei Mühlen mit oberschlächtigem Wasserrad. Die Hollsteiner Mühle oder Mühle Jacob im Dorf wurde 1894 und 1928 umgebaut und stellte den Betrieb ein

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hollstein, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6044> (Stand: 18.8.2025)