Historisches Ortslexikon
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- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
Weitere Informationen
Asbach
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Stadtteil · 212 m über NN
Gemeinde Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
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Ortstyp:
Dorf
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Lagebezug:
5 km südwestlich von Bad Hersfeld
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Lage und Verkehrslage:
Dorf mit einfachem, T-förmigem Grundriss und geringer Siedlungsdichte an gleichnamigem westlichen Bachzulauf in die Fulda. Hauptachse ist die parallel zur Fulda durch den Ort führende B 62 (Alsfelder Straße), auf die die von Nordwesten parallel zum Asbach heranführende Mühlestraße im Ort trifft. Kirche auf kleinem Hügel in zentraler Lage. Über die L 3431 (Brückenstraße) mit einer um 1900 errichteten Brücke über die Fulda ist Asbach mit dem gegenüberliegenden Kohlhausen verbunden. Im Norden der Gemarkung verläuft die 1938 bis 1941 fertiggestellte A 4 von Frankfurt nach Thüringen.
Bahnhof der Eisenbahnlinie Bad Hersfeld – Schwalmstadt/Treysa (Inbetriebnahme der Strecke 1.5.1906) bis zur Stilllegung der Strecke am 10.9.1984.
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Ersterwähnung:
1146
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Siedlungsentwicklung:
Am Ziegenberg nordwestlich von Asbach wurde ein Grabhügel mit Funden aus der späten Jungsteinzeit ausgegraben.
In seiner Lebensbeschreibung des Heiligen Lullus (* um 710, † 16.10.786) berichtet Lampert von Hersfeld um 1073, ein frommer Mann namens Hartwin habe in Asbach mit dem Bau einer Kirche begonnen
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Historische Namensformen:
- Aspach (8. Jahrhundert) [entstanden um 1073 Lampert von Hersfeld: Das Leben des heiligen Lullus, hrsg., eingel., übers. u. mit Anm. versehen von Michael Fleck, S. 86-89, Kap. 26]
- Asbach, de (1146) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2336; Druck: Wenck, Hessische Landesgeschichte 3 Urkundenbuch S. 68, Nr. 68]
- Aspach, in (1222) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 26]
- Aspach, in (1334) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 291]
- Aspach, zu (1384) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 596]
- Aspach (1392) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 641]
- Aspach, zu (1423) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 850]
- Aspach (1560) [HStAM Best. 104 Nr. 411]
- Aspach, zu (1587) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1866]
- Aspach (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Asbach (1747) [Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105]
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Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
- Burg Milnrode
- Eichmühle
- Siechenhaus
- Wallingebach
- Wonsbach
- Burg Milnrode (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
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Burgen und Befestigungen:
-
Umlegung der Flur:
1942
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Älteste Gemarkungskarte:
1722
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Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3546942, 5633388
UTM: 32 U 546849 5631574
WGS84: 50.833982° N, 9.665286° O OpenLayers - Statistik ↑
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Ortskennziffer:
632002020
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Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 552, davon 322 Acker (= 58.33 %), 118 Wiesen (= 21.38 %), 40 Holzungen (= 7.25 %)
- 1961 (Hektar): 551, davon 48 Wald (= 8.71 %)
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Einwohnerstatistik:
- um 1610: 64 Hausgesesse
- 1628: 64 Hausgesesse
- 1673: 30 Hausgesesse
- 1747: 59 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1885: 653, davon 653 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 1127, davon 965 evangelisch (= 85.63 %), 135 katholisch (= 11.98 %)
- 1970: 1185
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Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
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Verwaltungsbezirk:
- 1434: Reichsabtei Hersfeld, Amt und Gericht Niederaula
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (Ganerben: von Diede zum Fürstenstein und von Meisenstein)
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Altkreis:
Hersfeld
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Gericht:
- vor 1822: Amt Niederaula
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1832: Justizamt Niederaula
- 1867: Amtsgericht Niederaula
- 1879: Amtsgericht Niederaula
- 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
- 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
- 1943: Amtsgericht Oberaula
- 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld
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Herrschaft:
Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Asbach formal in hersfeldischem Besitz. Die Gerichtsbarkeit ist bis zum Ende der Stiftszeit und auch in hessischer Zeit dem Gericht bzw. Amt Niederaula zugeordnet.
1334 erfolgt die Übergabe eines Lehens in Asbach an Wigand genannt Streit durch Abt Ludwig von Hersfeld. 1392 verpfänden der Ritter Eberhard von Milnrode und sein Sohn Gopel dem Abt und Kloster von Hersfeld jährliche Einkünfte von zehn Goldgulden oder gleichwertige Ernteerträge aus den Orten Beiershausen, Asbach und Kirchheim für 100 Gulden.
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Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 als Stadtteil der Stadtgemeinde Bad Hersfeld eingegliedert.
- Besitz ↑
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Grundherrschaft und Grundbesitzer:
- 1222 erfolgt eine Schenkung von Gütern in Asbach an das Kloster Hersfeld durch den Vogt Heinrich und dessen Ehefrau.
- 1423 Schenkung zweier Vorwerke in Mecklar und Asbach an einen Altar im Hospital der Stadt Hersfeld durch den Priester Johann Weiner
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Ortsadel:
1146
- Kirche und Religion ↑
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Ortskirchen:
- aecclesia (8. Jahrhundert) vgl. Siedlungsentwicklung
- Pleban (1246)
- pherner (1384)
- Spätgotischer Kirchbau mit gewölbtem Chor, im 17. Jahrhundert erneuert, Ende des 19. Jh. Schiff nach Westen verlängert, 1980 renoviert
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Pfarrzugehörigkeit:
1560 Pfarrei zu der Beiershausen als Filiale gehört, 1610 ist Asbach mit Kerspenhausen verbunden, 1747 wieder selbständig, dazu gehören neben Beiershausen nun auch der Eichhof und der Hof Falkenbach. 1872 ist Asbach beständiges Vikariat von Kerspenhausen. 1985 scheidet es aus dem Kirchspiel Kerspenhausen aus und bildet eine eigene Kirchengemeinde, in die Beiershausen und Kohlhausen eingepfarrt sind
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Patronat:
1587 hat der Abt von Hersfeld das Präsentationsrecht über die Pfarrkirche in Asbach
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Bekenntniswechsel:
Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Kohlhäuser, erwähnt 1560 und 1563
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Kirchliche Mittelbehörden:
15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archipresbyterat Fritzlar, Erzpriestersprengel Ottrau
- Kultur ↑
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Schulen:
1910 Volksschule mit zwei Klassen
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Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
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Mühlen:
1565 wird die Untermühle in Asbach vom Hersfelder Stiftsabt einem Müller verliehen. Die Mahlmühle im äußersten Westen des Dorfes wird bis 1971 mit dem Wasser des Asbachs über eine oberschlächtiges Wasserrad angetrieben
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Denkmaltopographie Landkreis Hersfeld-Rotenburg 3, Stadt Bad Hersfeld, S. 348-365
- Scholz, Wasser- und Windmühlen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, S. 36
- W. Classen, Kirchliche Organisation Althessens, S. 223
- Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 310 (Register)
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 19
- Hütteroth, althessische Pfarrer, S. 483
- Zitierweise ↑
- „Asbach, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3215> (Stand: 23.2.2026)

