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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 23. Dieburg

Weitere Informationen

Höchst im Odenwald

Ortsteil · 162 m über NN
Gemeinde Höchst i. Odw., Odenwaldkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km nördlich von Erbach

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaftem Grundriss im Buntsandsteingebiet des Odenwaldes bei doppelseitiger Tallage.

Bahnhof der Eisenbahnlinie Hanau – Eberbach ("Odenwaldbahn I";"Mümlingtalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 24.12.1871).

Endbahnhof der Eisenbahnlinie Aschaffenburg/Süd – Höchst i. Odw. ("Bachgaubahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.12.1912).

Ersterwähnung:

1156

Vorbemerkung Historische Namensformen:

Die Identifizierung von Höchst in der Urkunde von 1156 ist durch den Zusatz quod est in ripa Mimininga gewährleistet.

Historische Namensformen:

  • Hoiste, in (1156) [HStAM Bestand Urk. 75 Nr. 128 Transkription und Übersetzung bei H. Wagner, Die Erstnennung von Höchst im Odenwald 1156, in: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 49, Heft 1 (2002), S. 3-12, hier S. 9-11]
  • Hofsteden (1359)
  • Hosten (1366)
  • Hoste (1374)
  • Hoeste
  • Höste (1390)
  • Hoeste (1393)
  • Host
  • Hoeste
  • Hoest (1438)
  • Hest (1485)
  • Hoegst (1567)
  • Hoegst (1607)
  • Großen-Höchst

Bezeichnung der Siedlung:

  • Marktflecken

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3499642, 5518118
UTM: 32 U 499567 5516350
WGS84: 49.799606° N, 8.993984° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

437009060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 3967, davon 1417 Acker, 449 Wiesen, 2101 Wald
  • 1961 (Hektar): 1029, davon 538 Wald (= 52.28 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1829: 1277 Einwohner
  • 1961: 3988, davon 2970 evangelisch (= 74.47 %), 883 katholisch (= 22.14 %)
  • 1970: 4657 Einwohner

Diagramme:

Höchst im Odenwald: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • undatiert: Fuldische Mark Umstadt
  • 1787: Grafschaft Erbach-Schönberg, Herrschaft Breuberg (halb), die andere Hälfte gehörte zum Fürstentum zu Löwenstein-Wertheim-Rochefort, Cent Höchst
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig)
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Souveränitätslande, Provinz Starkenburg, Amt Breuberg (zur Standesherrschaft Löwenstein-Wertheim gehörig)
  • 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Breuberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Erbach
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis

Altkreis:

Erbach

Gericht:

  • 1806: Zentgericht Höchst
  • 1820: standesherrliches Amt Breuberg
  • 1822-1879: Landgericht Höchst (zunächst Breuberg-Höchst)
  • 1879: Amtsgericht Höchst
  • 1943: Zweigstelle Amtsgericht Groß-Umstadt
  • 1945: Zweigstelle Amtsgericht Reichelsheim (Odenwald)
  • 1946: Amtsgericht Höchst
  • seit 1968: Zweigstelle Amtsgericht Michelstadt (Auflösung vorgesehen)

Herrschaft:

1156 wird Höchst im Zusammenhang mit der Lehnsauftragung der Burg Staden (Wetteraukreis) an das Kloster Fulda genannt. Lehnsstreitigkeiten musste der Freie Wortwin nur vor dem Abt von Fulda in Petterweil, Umstadt und Höchst entgegentreten.

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Höchst im Odenwald, Gemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Höchst im Odenwald.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1303 Vergleich zwischen den Brüdern Rucker und Otto von Crumbach und der Kommende Mosbach über Güter zu Höchst. 1373 überträgt Pralzgraf Ruprecht Dorf und Kloster dem Grafen Johann von Wertheim. 1396 empfängt Dieter Gans seine früher von Fulda lehnbaren Güter von Pfalzgraf Ruprecht.

Zehntverhältnisse:

1359 ist der Zehnte im Besitz des Klosters Höchst.

Ortsadel:

1282

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1273: ecclesia
  • 1458: Altarist des Marienaltars

Patrozinien:

  • Maria

Pfarrzugehörigkeit:

Mutterkirche ist Sandbach. Zum Kirchspiel Höchst gehören Annelsbach, Dusenbach, Etzengesäß, Forstel, Hetschbach, Hummetroth, Mümling-Grumbach, Ober-Nauses, Pfirschbach, Schloß-Nauses und Ober-Höchst (wüst)

Patronat:

Patronatsherren waren die Herren von Wertheim.

Klöster:

Diakonische Einrichtung:

1902 – 1968 arbeiten Diakonissen des Elisabethenstift Darmstadt in Höchst, im Kindergarten 1912 -1941,1945 – 1968; nach Wegweiser für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Ausgabe von 1954 eine Schwesternstation mit 1, ein Kindergarten mit 2 Kräften

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation ab 1526 durch die Grafen von Wertheim.

Erster evangelischer Pfarrer: Christoph v. d. Kiesel bis 1555

Kirchliche Mittelbehörden:

Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg, Landkapitel Montat

Juden:

1830: 146, 1905: 127, 1931: 120, 1932/33: 110 Juden

Die Gemeinde hatte eine Synagoge, einen Friedhof, eine Mikwe und ein Schächteramt.

1903-1904 Bau einer Synagoge auf dem Platz einer abgerissenen alten, vermutlich schon um 1700

Kultur

Schulen:

1575 Gründung einer Schule; 1910 Volksschule mit sechs Klassen, zwei Schulhäuser von 1850 und 1880

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

Sitz einer Cent, zu der 1557 Höchst, Arnheider Hof, Sandbach, Hainstadt, Pfirschbach, Annelsbach, Hummetroth, Forstel, Mümling-Crumbach, Etzen-Gesäß, Rimhorn, Dusenbach, Breitenbach, Mühhausen, Rosenbach, Ober-Höchst (wüst), Hetschbach, Ober-Nauses, Schloß-Nauses, Neustadt, Raibach, Fürstengrund (nördlicher Gemarkungsteil), Zent Lützelbach, Zent Kirch-Brombach und Eschern (wüst) gehörten.

Mühlen:

Im 16. Jahrhundert hat die Mühle zwei Flügel.

Nachweise

Quellen:

Literatur:

Zitierweise
„Höchst im Odenwald, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13994> (Stand: 27.3.2026)