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Historisches Ortslexikon

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5119 Kirchhain
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 61. Kirchhain
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Himmelsberg

Himmelsberg

Stadtteil · 291 m über NN
Gemeinde Kirchhain, Landkreis Marburg-Biedenkopf 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4 km nördlich von Kirchhain

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriss im Talschluss eines südwestlich vorbeifließenden Bachlaufes

Himmelsberg liegt auf dem Südwest-Hang eines nördlich vorbeiziehenden Feldrückens

Kirche mit unregelmäßig ummauertem Kirchhof am Südwest-Rand des Ortes

Nordwesten vom Kirchhof geleitete Linde

Straße Rauschenberg-Stausebach im Zuge der alten Amtsstraße Rauschenberg-Kirchhain

Ersterwähnung:

1243

Siedlungsentwicklung:

Flurnamen Steinhauser Feld 0,5 km südöstlich Himmelsberg

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa 1243

Umlegung der Flur:

1920/1927

Älteste Gemarkungskarte:

1812

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3494270, 5635908
UTM: 32 U 494198 5634094
WGS84: 50.858505° N, 8.917565° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

534011060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1838 (Kasseler Acker): 1595 stellbares Land, 269 Wiesen, 21 Gärten, 29 Triesche, 232 Wald
  • 1885 (Hektar): 297, davon 77 Acker (= 25.93 %), 12 Wiesen (= 4.04 %), 191 Holzungen (= 64.31 %)
  • 1961 (Hektar): 297, davon 192 Wald (= 64.65 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 13
  • 1664: 15 Haushalte
  • 1747: 80
  • 1838 (Familien): 11 Ackerbau, 4 Gewerbe, 7 Tagelöhner 20 nutzungsberechtigte, 4 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisitzer
  • 1861: alle Einwohner römisch-katholisch
  • 1885: 148, davon 3 evangelisch (= 2.03 %), 145 katholisch (= 97.97 %)
  • 1961 (Erwerbspersonen): 50 Land- und Forstwirtschaft, 23 Produzierendes Gewerbe, 7 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und Sonstiges
  • 1961: 158, davon 2 evangelisch (= 1.27 %), 155 katholisch (= 98.10 %)

Diagramme:

Himmelsberg: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1243 bestätigen die Grafen von Ziegenhain Kloster Haina, dass sie dem Kloster das Dorf Himmelsberg mit Kirche und sonstigem Zubehör geschenkt haben; später wird Himmelsberg von den Grafen zurückgetauscht und dem Erzstift Köln zu Lehen aufgetragen. 1358 leistet Himmelsberg Abgaben an die Burg Rauschenberg. 1360/67, 1395 und später: Amt Amöneburg
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Amöneburg, Amtsvogtei Amöneburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Fritzlar, Amt Amöneburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Kirchhain
  • 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Amöneburg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Kirchhain
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kirchhain
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf
  • 1787: Kurfürstentum Mainz, Oberamt Amöneburg, Amtsvogtei Amöneburg

Altkreis:

Marburg

Gericht:

  • 1821: Justizamt Rauschenberg
  • 1867: Amtsgericht Rauschenberg
  • 1932: Amtsgericht Kirchhain

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 wurde Himmelsberg im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Kirchhain eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1268 verfügt das Kloster Arnsburg über Güterbesitz, der aber im 15. Jahrhundert wieder veräußert ist
  • 1485 haben die Landgrafen Lehnsbesitz, den Zehnten und Güter in Himmelsberg
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • ecclesia 1243 (Klosterarchive V, Nr. 138). Pfarrkirche

Patrozinien:

  • Nikolaus

Pfarrzugehörigkeit:

1527 mit der evangelischen Pfarrei Burgholz vereinigt; doch in der Folgezeit meist von Rauschenberger Geistlichen versehen.

Seit 1608 Filiale von Anzefahr, nach 1667 Filiale von Stausebach, später wieder Filiale von Anzefahr.

Patronat:

Vor 1243 schenken die Grafen von Ziegenhain den Patronat dem Kloster Haina; später zurückgetauscht und 1254 dem Erzstift Köln zu Lehen aufgetragen.

Ende des 16. Jahrhundert verfügt der Landgraf über den Patronat; Rechte 1608 an das Erzstift Mainz abgetreten.

Bekenntniswechsel:

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Hartmann Brocher um 1530, Diakon von Rauschenberg

Katholischer Bekenntniswechsel: 1608

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Sendbezirk Amöneburg

Dekanat Amöneburg

Kultur

Schulen:

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Himmelsberg, Landkreis Marburg-Biedenkopf“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9171> (Stand: 29.3.2022)