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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Hilperhausen

Ortsteil · 270 m über NN
Gemeinde Niederaula, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

7,5 km südsüdwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Aus Hofanlagen bestehende Siedlung mit regelosem Grundriss am Hahnbach, einem südöstlichen Zufluss der Fulda. Durch den Ort ohne Kern führt als Hauptachse die L 3431 (Holzheimer Straße) als Verbindung der B 27 und der B 62, von der die Burgstraße und die Schaubachstraße abzweigen

Ersterwähnung:

1185

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1747)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1889-91

Älteste Gemarkungskarte:

1750

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3548088, 5629938
UTM: 32 U 547995 5628126
WGS84: 50.802877° N, 9.681101° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632015020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 162, davon 115 Acker (= 70.99 %), 26 Wiesen (= 16.05 %), 5 Holzungen (= 3.09 %)
  • 1961 (Hektar): 163, davon 2 Wald (= 1.23 %)

Einwohnerstatistik:

  • Um 1610: 18 Hausgesesse
  • 1628: 18 Hausgesesse
  • 1673: 7 Hausgesesse
  • 1747: 13 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • Um 1760: 20 Feuerstätten
  • 1767: 13 Häuser mit 72 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Zimmermann, 1 Schmidt, 4 Leinweber so auch Ackerbau betreiben und nur ihr eigen Tuch machen, 2 Tagelöhner, 1 Tagelöhnerin und 5 so bloß den Ackerbau treiben
  • 1885: 132, davon 132 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 105, davon 101 evangelisch (= 96.19 %), 4 katholisch (= 3.81 %)
  • 1970: 100

Diagramme:

Hilperhausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1287: Reichsabtei Hersfeld, Vogtei Hilperhausen
  • 1435: Reichsabtei Hersfeld, Propstei Johannesberg
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Holzheim
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Johannesberg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld I
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Zu vgl. Patronat zu 1185

1287 verpfänden Abt Heinrich von Hersfeld, Dekan Heinrich, Propst Heinrich und der Konvent von Hersfeld die Vogtei Hilperhausen mit ihren Rechten in Honstadt und Kerspenhausen für 13 Mark Silber an Propst Werner und den Konvent von St. Johannesberg. 1327 übergibt der Propst zu Johannesberg seinen Konventsbrüdern die Güter in Kerspenhausen, Hilperhausen und bei Waldenfels, die früher im Besitz der Gebrüder von Waldenfels waren. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Hilperhausen formal unter hersfeldischer Herrschaft. Der Propstei Johannesberg gelingt im 15. Jahrhundert durch den Erwerb von Bannrechten die Ausbildung eines eigenen Gerichts- bzw. Verwaltungsbezirks, zu dem neben den Höfen auf dem Johannesberg die Dörfer Ober- und Unterhaun, Hilperhausen und Kohlhausen gehören. Die Gerichtsbarkeit ist dem Johannesberg zugeordnet. Die Strukturen bleiben nach dem Übergang an Hessen erhalten, die peinliche Gerichtsbarkeit aber fällt 1673 ins Amt Niederaula.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.12.1970 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung in die Gemeinde Kerspenhausen. Am 1.8.1972 neben diesem als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Johannesberg als Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • ecclesia (1185)
  • Pfarrer (1409/1498)
  • Die Umstände, unter denen die Kirche unterging, sind bislang nicht bekannt

Pfarrzugehörigkeit:

Hilperhausen bildete im Mittelalter eine Pfarrei, zu der 1185 eine Kapelle in Kreuzberg (Unterhaun) gehört

1767, 1872 und 1994 nach Kerspenhausen eingepfarrt

Patronat:

1185 bekennt Abt Siegfried von Hersfeld, dass er auf Bitten des Propstes Dudo von Johannesberg demselben und seinen Nachfolgern das Investiturrecht über die Kirche zu Hilperhausen, welche in der Terminei der Propstei gelegen ist, und der dazugehörigen Kapelle in Kreuzberg verliehen hat. Der Pfarrer Heinrich Dilschneider zu Hilperhausen bekennt 1498, dass ihm der Propst Johann des Klosters St. Johannesberg auf sein Bitten hin die besagte Pferrei übertragen und der ihm dafür allezeit seinen Gehorsam versichert hat.

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

1409: Bistum Würzburg, Dekanat Geisa

Kultur

Schulen:

1767 von Kerspenhausen versorgt

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1767 mahlen die Bewohner n der Eichhöfer und in der Roßbacher Mühle

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hilperhausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3193> (Stand: 22.12.2025)