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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Weitere Informationen

Hilmes

Ortsteil · 365 m über NN
Gemeinde Schenklengsfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

11,7 km südöstlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung auf einer Hochebene im nördlichsten Bereich der Rhön nordwestlich der Burg Landeck. Kirche in zentraler Lage als Ausgangspunkt der Siedlung. Durch den Ort führt als Hauptachse von Südwest nach Nordost die K 9 (Werrastraße)

Ersterwähnung:

1331

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Friedewald.

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1888

Älteste Gemarkungskarte:

1704

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3560927, 5633990
UTM: 32 U 560829 5632176
WGS84: 50.838091° N, 9.863882° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632019030

Frühere Ortskennziffer:

63201903001

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 388, davon 280 Acker (= 72.16 %), 64 Wiesen (= 16.49 %), 2 Holzungen (= 0.52 %)
  • 1961 (Hektar): 963, davon 581 Wald (= 60.33 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 41 Hausgesesse
  • 1585: 41 Hausgesesse
  • um 1610: 41 Hausgesesse
  • 1628: 41 Hausgesesse
  • 1673: 18 Hausgesesse
  • 1747: 31 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1826: 29 Häuser mit 163 Bewohnern; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 2 Seifensieder, 4 Tagelöhner, 3 Tagelöhnerinnen, 3 Schäfer
  • 1885: 265, davon 265 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 339, davon 288 evangelisch (= 84.96 %), 51 katholisch (= 15.04 %)
  • 1970: 338

Diagramme:

Hilmes: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • um 1550: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Verwaltungstechnisch gehört Hilmes zum hersfeldischen Amt Landeck, dessen Sitz die Burg ist. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen. Die Herrschaft im Amt Landeck ist daher zwischen der Reichsabtei Hersfeld und der Landgrafschaft Hessen vor allem im 16. Jahrhundert strittig. Nach dem Bauernkrieg besetzte Landgraf Philipp von Hessen die Burg, die zerstört war. 1550 schloss er mit dem Hersfelder Abt einen Vertrag, der Hersfeld die Hälfte des Besitzes in Schloss und Amt Landeck überließ. 1557 wurde dieser Teil durch den Hersfelder Abt den Söhnen des Landgrafen zu Lehen überlassen. Nach dem Dreißgjährigen Krieg fiel mit dem Westfälischen Frieden das gesamte Amt endgültig 1651 an die Landgrafschaft Hessen. 1736 bis 1742 fiel es vorübergehend an Kursachsen.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform neben anderen Gemeinden als Ortsteil in die Gemeinde Schenklengsfeld eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Dorf des hersfeldischen Amts Landeck
  • 1367 verpfändet Propst Reinhard von Kreuzberg auf Wiederkauf dem Nonnenkonvent der Propstei gegen eine Zahlung von 150 Pfund Vachaer Silberpfennigen von den Gütern zu Hilmes. 1413 kommt es zum Verkauf eines Zinses in Hilmes durch das Kloster Kreuzberg.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Pfarrer (1559)
  • ecclesia (1597)
  • 1820 bis 1822 wird die abgebrochene Mutterkirche als Saalbau mit Haubendachreiter neu aufgebaut

Patrozinien:

Pfarrzugehörigkeit:

1559 und 1626, Pfarrei, 1589 Filial von Schenklengsfeld, das auch Motzfeld und Hillartshausen versah. 1826 Mutterkirche, zu der Motzfeld und Hillartshausen sowie die Kolonie Gethsemane gehören, 1872 sind Motzfeld und Hillartshausen Filialen, Gethsemane ist Vikariat, 1976 wird Hilmes mit der Aufhebung der Pfarrstelle Vikariatsgemeinde von Schenklengsfeld

Patronat:

Ursprünglich, nachweislich 1597, Hersfeld, dann landgräflich

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Conrad Fischer vor 1569-8.6.1596

Kirchliche Mittelbehörden:

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa

Kultur

Schulen:

1826 ist das Schulhaus wegen Baufälligkeit nicht bewohnt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1826 ist keine Mühle vorhanden

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hilmes, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3182> (Stand: 2.4.2026)