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Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4725 Bad Sooden-Allendorf
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KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 25. Allendorf
Gerichtsstätten
Anger in Hilgershausen (Bad Sooden-Allendorf)

Weitere Informationen

Hilgershausen

Stadtteil · 255 m über NN
Gemeinde Bad Sooden-Allendorf, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

8 km südsüdöstlich von Witzenhausen, 6 km westlich von Bad Sooden-Allendorf

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regellosem Grundriß in nach Osten offenem Seitentälchen des in die Werra mündenden Oberrieder Bachs. Rund ummauerte Kirche auf spornartigem Vorsprung in zentraler Lage. Durch den Ort führt in N-S-Richtung als Hauptachse die Flachsbachstraße (K 63), die südlich des Ortes in die L 3240 (Oberriederstraße) übergeht. Nach Osten führt die L 3301 über Kammerbach nach Bad Sooden-Allendorf

Ersterwähnung:

1093

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1694

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3562274, 5682293
UTM: 32 U 562175 5680460
WGS84: 51.272084° N, 9.891304° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636001050

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 431, davon 176 Ackerland (= 40,84 %), 51 Wiesen (= 11,83 %), 178 Holzungen (= 41,3 %)
  • 1961 (Hektar): 426, davon 177 Wald (= 41.55 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1466: 22 Hausgesesse
  • 1543: 30
  • 1575/85: 40
  • 1681: 36
  • 1747: 46 Mannschaften mit 49 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1748: 251 Einwohner, Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Hufschmied, 1 Wagner, 1 Wirt, 1 Zimmermann, 2 sechsspännige Fuhrleute, 1 fünfspänniger Fuhrmann, 1 vierspänniger Fuhrmann, 1 dreispänniger Fuhrmann, 7 zweispännige Fuhrleute, 11 einspännige Fuhrleute, 1 Krämer, 2 Maurer, 1 Branntweinbrenner, 1 Branntweinschenke, 1 Schneider, 1 Salzträger, 10 Ackerleute und Leinweber, 2 Dachdecker, 7 Tagelöhner, 3 einzelne Weibspersonen, 2 Hirten.
  • 1872: 340 mit Hof Vollung und oberster Mühle
  • 1885: 271, davon 271 evangelisch (= 100 %), - katholisch, - andere Christen, - Juden
  • 1961: 248, davon 223 evangelisch (= 89.92 %), 24 katholisch (= 9.68 %)
  • 1970: 235 Einwohner

Diagramme:

Hilgershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1391: Gericht Bilstein
  • 1437: Landgrafschaft Hessen, Amt Bilstein
  • 1466: Landgrafschaft Hessen, Amt Ludwigstein
  • 1585 und 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Sooden
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ludwigstein
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • um 1570: Niederes und peinliches Gericht Ludwigstein
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Sooden
  • 1814: Amt Ludwigstein
  • 1834: Justizamt Witzenhausen I
  • 1837: Justizamt Allendorf
  • 1867: Amtsgericht Allendorf
  • 1879: Amtsgericht Allendorf
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1353: Landgraf Heinrich ist Lehnsherr über das zuvor an Sander Sterre verpfändete Dorf Hilgershausen.

1371: Landgraf Heinrich belehnt Walter von Hundelshausen mit dem Zehnten zu Hilgershausen; folgend Reverse bis 1822.

Kurz nach 1376: Landgraf Hermann belehnt Reinhard von Netra mit 2 Hufen zu Hilgershausen, die zuvor Sander Sterre innehatte.

1385: Landgraf Hermann gibt den von Hanstein Verschreibung aus seinem Dorf Hilgershausen.

1412: Abt Johann von Fulda belehnt Joh. Homberg mit der 1/2 Hube zu Hilgershausen.

1440: Abt Reinhard von Fulda belehnt Hermann Rode mit einer 1/2 Hube zu Hilgershausen.

1500: Abt Johann desgleichen

1455: Landgraf Ludwig belehnt Heinrich von Minnigerode mit dem 1/2 Zehnten zu Hilgershausen.

1464: Belehnung Dietrichs von Uslar

1499: Belehnung Ernsts von Uslar durch Landgraf Wilhelm

1507: Die von Hundelshausen sind im Besitz des ganzen Zehnten zu Hilgershausen.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Stadt Bad Sooden-Allendorf als Stadtteil eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Laut gefälschten Urkunden von 1093 und 1152 hat das Kloster Bursfelde Mitte des 12. Jahrhundert Besitz zu Hilgershausen.
  • 1283: Kloster Germerode erwirbt von Graf Ludolf von Bilstein Besitz von 1 1/2 Hufen zu Hilgershausen. In der Folge kommt weiterer Besitz hinzu, den das Kloster bis 1527 innehat.
  • 1327: Hilgershausen ist zum Schloss Rusteberg lieferungspflichtig.
  • 1437 besitzen die Herren von Meysenbug zwei Huben Land mit Haus und Hof zu Hilgershausen als landgräfliches Lehen (HStAM Bestand 17 d Nr. von Meysenbug 5). Der Meyerhof ist in der Folge immer wieder Anlass zu Streitigkeiten.
  • 1748 gehört denen von Dörnberg die Freiherrlich-Dörnbergische Meierei, die Follung genannt, ferner existiert das adelich Meysenbougsche Guthe

Zehntverhältnisse:

1371: Landgraf Heinrich belehnt Walter von Hundelshausen mit dem Zehnten zu Hilgershausen; folgend Reverse bis 1822.

Ortsadel:

1267

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Kirche 1771 als kleiner Saalbau an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet,1908, 1988/89 renoviert
  • Taufstein von 1595 verschwunden

Pfarrzugehörigkeit:

1532, 1585, 1872 und 1994 Filiale von Duderode

1747 und jetzt: eingepfarrt Hof Vollung, dazu jetzt Oberste Mühle

Patronat:

1569: Landgraf

1748: Hessen-Rotenburg

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat vielleicht Allendorf

Archdiakonat Heiligenstadt

Kultur

Schulen:

1634 Schulmeister, 1748 ist das Schulgebäude gerade neu errichtet, 1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Sonstiges:

Zur Hilgershausener Höhle siehe Kammerbach

Wirtschaft

Wirtschaft:

1748: Von 46 Mannschaften 2 sechsspännig, je 1 fünf-, vier-, drei- und zweispännig, 11 einspännige Fuhrleute (Salz)

Nachweise

Quellen:

  • Hundelshauser Kopiar fol. 58, Landesbibliothek Kassel
  • Kopiar B 6 Nr. 1063, Landesbibliothek Fulda

Literatur:

Zitierweise
„Hilgershausen, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6008> (Stand: 12.2.2025)