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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 44. Seifertshausen
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Hergershausen

Weitere Informationen

Hergershausen

Ortsteil · 210 m über NN
Gemeinde Alheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

4,8 km nordwestlich von Rotenburg an der Fulda

Ersterwähnung:

1247

Historische Namensformen:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1909

Älteste Gemarkungskarte:

1756

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3548847, 5655044
UTM: 32 U 548753 5653222
WGS84: 51.028476° N, 9.695224° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632001040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 229, davon 178 Acker (= 77.73 %), 16 Wiesen (= 6.99 %), 8 Holzungen (= 3.49 %)
  • 1961 (Hektar): 228, davon 4 Wald (= 1.75 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 22 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 29 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1767 (Gewerbetreibende): 1 Hufschmied, 1 Schneider, 1 Wagner, 1 Branntwein-Schenker, 6 Leineweber und Tagelöhner, 14 Ackerleute und Leineweber, 1 Kuhhirte, 3 Schäfer, 3 einzelne Weibspersonen
  • 1885: 212, davon 212 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 266, davon 252 evangelisch (= 94.74 %), 14 katholisch (= 5.26 %)
  • 1970: 263

Diagramme:

Hergershausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1457: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Niedergericht
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Niederamt, erster Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Bebra
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1767: Gerichtsstuhl Baumbach
  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Unteramt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg III
  • 1837: Justizamt Rotenburg II
  • 1867: Amtsgericht Rotenburg
  • 1879: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda

Herrschaft:

Im 15. Jahrhundert treten der Abt von Hersfeld und die Landgrafen als Lehnherren in Erscheinung.

1441 werden die von Bischofferode von Landgraf Ludwig mit Gütern in Hergershausen belehnt.

1469 verkaufen die Riedesel mit Einwilligung des Landgrafen Ludwig ihren Hof und ihr Vorwerk in Hergershausen an die Marienkirche in Rotenburg. Nach der Auflösung der Klöster in der Reformation ist das Dorf 1538 mit aller Herrschaft in den Händen der Landgrafen, die von Bischofferode haben ein adliges Freigut.

1767 befindet sich ein adliges freies Gut in Hergershausen, welches von denen von Scholley zu Malsfeld an einen Meier verpachtet war (Gudestraße 4)

Gemeindeentwicklung:

Am 1.8.1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform mit anderen Gemeinden zur Gemeinde Alheim zusammengeschlossen, deren Ortsteil Hergershausen wurde.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1247 übereignet die Witwe des verstorbenen Königs Heinrich Raspe dem Kloster Blankenheim einige Neubruchländereien in Hergershausen, die der König zu Unrecht in Besitz hatte. 1252 schenkt der Rotenburger Burgmann Helfrich dem Kloster Blankenheim u.a. 13 Güter, Lehen genannt, in Hergershausen. Das Kloster ist wichtiger Grundherr im Dorf und kann seinen Besitz bis ins 16. Jahrhundert behaupten, bis ins 19. Jahrhundert gehören dann die (Probst-) Mühle und ein Klosterhof in Hergerhausen zur sogenannten Vogtei Blankenheim, einem landwirtschaftlichen Betrieb.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • An der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus schlichter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor 1650 errichtet. 1779 verändert, 1901 Neubau des Dachreiters, 1984 verschiefert

Pfarrzugehörigkeit:

1569 und 1585 zu Obergude, 1585 und 1767 zu Braach, 1872 Filial von Heinebach, 1994 wieder zu Obergude.

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Treysa 1545, ebenfalls Pfarrer zu Erdpenhausen

Kultur

Schulen:

1627 wird ein Opfermann erwähnt

1767 ist ein Schulhaus vorhanden, in dem der Lehrer wohnt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Bis ins 19. Jahrhundert ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig

Mühlen:

1767 Probstmühle (Mühlweg 1), betrieben mit dem Wasser der Gude über ein oberschlächtiges Wasserrad bis 1934

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hergershausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3094> (Stand: 10.3.2025)