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Bundespräsident Lübke besucht Manöver des V. Korps der US-Armee bei Frankfurt und Hanau, 17. Mai 1963

Auf Einladung der amerikanischen Armee besucht Bundespräsident Heinrich Lübke (1894–1972) ein Manöver des V. Korps der US-Armee in Schwanheim acht Kilometer südwestlich von Frankfurt am Main und in Großauheim vier Kilometer südöstlich von Hanau. Mit dem Helikopter aus Heidelberg kommend, trifft der Bundespräsident mit den amerikanischen Gastgebern, General Paul L. Freeman, Jr. (1907–1988), dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Armee in Europa, und Generalleutnant John Hersey Michaelis (1912–1985), Kommandeur des V. Korps, zusammen. Anhand eines genauen Planes verfolgt Lübke die Vorbereitung zur Einnahme einer Pionierbrücke in Schwanheim und lässt sich anschließend bei einer etwa einstündigen Rundfahrt auf dem 20 Hektar großen Manöverfeld in Großauheim die einzelnen Waffen und Pioniergeräte der US-Infanteristen erläutern.

Der Bundespräsident, der in einem vorhergehenden Gespräch mit General Freeman selbst den Wunsch geäußert haben soll, die neusten Waffensysteme der Amerikaner und ihrer in Deutschland stationierten NATO-Partner in Augenschein zu nehmen, zeigt sich schließlich von den Vorführungen nachhaltig beeindruckt und unterstreicht während einer Kaffeepause (hier erwarten den Manövergast zwei große Torten mit der amerikanischen und deutschen Fahne aus Zuckerguss) gegenüber den Gastgebern und den zahlreich anwesenden Journalisten die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit innerhalb des atlantischen Bündnisses zur Sicherung der Freiheit im Westen. Nach Beendigung der Vorführungen besteigt Lübke erneut den Hubschrauber der US-Armee und wird zum Rhein-Main-Flughafen gebracht, von wo aus er nach Bonn zurückfliegt.

Das V. Korps der US-Armee (die amerikanische Originalbezeichnung bzw. -schreibweise ist „Headquarters and Headquarters Battalion, V Corps“ oder kurz: „V. Corps“) wurde ursprünglich als Großverband der Korpsebene der US Army im Juli 1918 in Remiremont in Frankreich aufgestellt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte die Zuordnung zur 7. US-Armee und der Bezug des IG-Farben-Hauses („General Creighton W. Abrams Building“) in Frankfurt am Main, das als Hauptquartier des Verbandes dient. Seit 1960 bildet das V. Korps innerhalb der Kommandostruktur der NATO zusammen mit seiner in Süddeutschland stationierten Schwestereinheit, dem VII. US-Korps den vorgelagerten Großkampfverband der US Army der Heeresgruppe Central Army Group (CENTAG). Im Falle eines Angriffs operiert das V. Korps als Nato-Einheit zur Verteidigung Hessens sowie von Teilen der Länder Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern.
(KU)

Belege
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.5.1963, S. 47: Übung für den Präsidenten: Lübke auf Einladung der amerikanischen Armee in Frankfurt
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.5.1963, S. 50: Der Bundespräsident zwischen Tanks und Kanonenrohren: Heerschau im Sand bei Großauheim / Besuch beim V. amerikanischen Korps
  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.5.1963, S. 25: Was ist das V. Korps?: Die amerikanische Truppeneinheit in Frankfurt hat viele hohe Gäste
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Bundespräsident Lübke besucht Manöver des V. Korps der US-Armee bei Frankfurt und Hanau, 17. Mai 1963“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/4925> (Stand: 17.5.2020)
Ereignisse im April 1963 | Mai 1963 | Juni 1963
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