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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 2. März 1933: Zeitweiliges Verbot mehrerer Zeitungen auch in Hessen
Die „Frankfurter Zeitung“ meldet am 3. März, dass die in Frankfurt am Main erscheinende sozialdemokratische „Volksstimme“ am Vortag bis einschließlich zum 15. März 1933 verboten worden ist. Vom Kasseler Polizeipräsidium wird das sozialdemokratische „Kasseler Volksblatt“ bis zum 16. März verboten.(OV) ... »Details - 3. März 1933: Erhebliche Einschränkungen für freie Zeitungen
Der Herausgeber des in Marburg erscheinenden liberal-demokratischen „Hessischen Tagblatts“, Hermann Bauer (1897–1986), lässt in einem Kommentar unter der unverdächtigen Überschrift „Rundfunkreden“ erkennen, dass die kritische Berichterstattung durch die Zeitungen schon stark eingeschränkt sei und es nicht möglich ist, zu Reden der nationalsozialistischen Führung kritisch Stellung ... »Details - 3. März 1933: Durchsuchungen, Zeitungs- und Kundgebungsverbot in Kassel
In Kassel wird das sozialdemokratische „Kasseler Volksblatt“ endgültig verboten (siehe das vorübergehende Verbot vom 17. Februar 1933). Das Kasseler Gewerkschaftshaus wird durchsucht, eine Kundgebung der Eisernen Front wird verboten.(OV) ... »Details - 3. März 1933: Staatspräsident Adelung wendet sich gegen Einschüchterung
Unter der Überschrift „Nicht einschüchtern lassen! Mahnruf des hessischen Staatspräsidenten.“ berichtet die „Frankfurter Zeitung“ von einer Wahlkampfrede des hessischen Staatspräsidenten Bernhard Adelung (1876–1943; SPD) am Vortag in Mainz. Nach einem großen Demonstrationszug der Eisernen Front spricht Adelung in der überfüllten Mainzer Stadthalle. Die Demonstration sei die ... »Details - 3. März 1933: Wahlkampfrede des Vizekanzlers von Papen nach Frankfurt übertragen
Die „Frankfurter Zeitung“ gibt in ihrer Ausgabe vom 4. März einen Ausschnitt aus einer Wahlkampfrede des Vizekanzlers Franz von Papen (1879–1969) wieder, die von München aus telefonisch in den Zoo (wohl in das Zoo-Gesellschaftshaus) nach Frankfurt am Main übertragen wurde. Von Papen plädiert in seiner Rede für eine dauerhafte Reichsregierung, da man sich keine Regierung leisten könne, ... »Details - 5. März 1933: Wahlen zum Deutschen Reichstag
Bei der Reichstagswahl erhält die NSDAP in Hessen 49,5 % der Stimmen. ... »Details - 5. März 1933: Reichstagswahlen in Marburg ohne Zwischenfälle
In Marburg verlaufen die Reichstagswahlen (wie in vielen anderen Städten) ohne Zwischenfälle. Die Polizei wird erstmals durch die neugebildete Hilfspolizei unterstützt, die zumeist aus Mitgliedern der SA besteht.(OV) ... »Details - 5. März 1933: Toni Sender emigriert in die Tschechoslowakei
Die in Biebrich geborene Reichstagsabgeordnete und Schriftstellerin, die jüdische Sozialdemokratin Toni Sender (1888–1964), emigriert nach massiven Morddrohungen von nationalsozialistischer Seite in die Tschechoslowakei, von wo aus sie 1935 nach New York geht.(OV) ... »Details - 5. März 1933: Ergebnisse der Preußischen Landtagswahl in Hessen-Nassau
Zeitgleich mit der Wahl zum Deutschen Reichstag findet in der preußischen Provinz Hessen-Nassau eine Neuwahl des Preußischen Landtages statt. ... »Details - 6. März 1933: Nationalsozialist Heinrich Müller übernimmt Polizeigewalt im Volksstaat Hessen
Der NSDAP-Landtagsabgeordnete Dr. Heinrich Müller (1896–1945) übernimmt als Reichskommissar die Regierungs- und Polizeigewalt im Volksstaat Hessen. ... »Details - 6. März 1933: Hissen der Hakenkreuzfahne auf dem Kasseler Rathaus
Die SA hisst, eine Woche vor den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung, auf dem Kasseler Rathaus die Hakenkreuzfahne. NSDAP-Gauleiter Karl Weinrich (1887–1973) kündigt an: Wir werden dafür sorgen, daß die roten Bonzen für immer verschwinden..(OV) ... »Details - 6. März 1933: „Hessisches Tageblatt“ veröffentlicht kritischen Artikel zur NS-Agitation zu den Reichstagswahlen
Die in Marburg erscheinende liberal-demokratisches Zeitung „Hessisches Tageblatt“ veröffentlicht einen Beitrag, der sich kritisch mit dem Vorgehen der Nationalsozialisten im Vorfeld der am vorhergehenden Sonntag durchgeführten Reichstagswahl auseinandersetzt. Darin heißt es: „Die Straße war beherrscht von den uniformierten SA-Leuten, wie ja überhaupt bei dieser Wahl als Folge der ... »Details - 7. März 1933: Erstürmung und Demolierung des Kasseler Gewerkschaftshauses
Nur zwei Tage nach den Reichstagswahlen und den gleichzeitig abgehaltenen Landtagswahlen stürmen gewalttätige Nationalsozialisten unter der Führung Roland Freislers (1893–1945) das Kasseler Gewerkschaftshaus und beschädigen dessen Einrichtung. Die Polizei greift dagegen nicht ein, sondern sieht tatenlos zu. Vom Balkon des Gebäudes aus erklärt der spätere Präsident des Volksgerichtshofs ... »Details - 7. März 1933: SA und Stahlhelm hissen die Hakenkreuzfahne auf dem Limburger Rathaus
Am Abend hissen Angehörige der SA und des Stahlhelm auf dem Limburger Kreishaus und anschließend auf dem Limburger Rathaus die Hakenkreuzfahne und eine schwarz-weiß-rote Fahne. Den Behörden vor Ort ist diese Aktion durch einen Funkspruch des Innenministers angekündigt worden mit dem Hinweis, das Hissen der Hakenkreuzfahne solle entsprechend dem Willen der Bevölkerung geduldet werden. Der ... »Details - 7. März 1933: Anordnungen für Flaggengebrauch am Volkstrauertag
Die Reichsbehörden ordnen an, dass in allen Ländern am Volkstrauertag (12. März als Gedenktag für die Gefallenen) neben den derzeitigen Reichsfarben Schwarz-Rot-Gold auch die früheren Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot auf Halbmast aufgezogen werden sollen. Das Zeigen von marxistischen Flaggen an Dienstwohnungen ist verboten. ... »Details - 8. März 1933: Hakenkreuzfahnen über Marburger Amtsgebäuden
In Marburg wehen über zahlreichen öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus, dem Schloss, dem Landratsamt, der Universität oder dem Finanzamt nicht mehr die schwarz-rot-goldene Fahne, sondern die Hakenkreuzfahne. Nur der Direktor der Allgemeinen Ortskrankenkasse verweigert zunächst, die Hakenkreuzfahne aufzuziehen. ... »Details - 9. März 1933: Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte in Kassel
In Kassel kommt es zu massiven Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte. Kunden, die dennoch jüdische Geschäfte betreten, werden fotografiert.(OV) ... »Details - 11. März 1933: Anordnung Görings zur Verhaftung aller kommunistischen Abgeordneten in Preußen
Der preußische Innenminister Hermann Göring (1893–1946; NSDAP) gibt die Anordnung, alle kommunistischen Reichstags- und Landtagsabgeordneten zu verhaften und nach Berlin zu überführen. Im Wortlaut fordert das von Göring an alle preußische Regierungspräsidenten gerichtete Telegramm: ... »Details - 12. März 1933: Kommunalwahlen in Hessen-Nassau und Gleichschaltung der Stadtverwaltungen
In Preußen finden Kommunalwahlen statt. In der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in anderen Provinzen führen sie zu einer nationalsozialistischen Gleichschaltung der Stadt- und Kommunalverwaltungen.(OV) ... »Details - 12. März 1933: Zweidrittelmehrheit für NSDAP bei den Kommunalwahlen in Marburg
Bei den preußischen Kommunalwahlen erhält die NSDAP in Marburg 20 Sitze (von insgesamt 30 Stadtverordnetensitzen), die SPD vier, die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot drei, sowie die Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft, das Zentrum und die KPD je einen Sitz.(OV) ... »Details - 12. März 1933: Kommunalwahlergebnisse in Frankfurt
Bei den Kommunalwahlen zur Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt am Main (gesamt 85 Sitze) erhalten: NSDAP 42 Sitze, SPD 16, Zentrum 10, KPD 8, Kampffront Schwarz-Weiß-Rot 3, Staatspartei 2, Deutsche Volkspartei 2. Christlich-sozialer Volksdienst 1, Vereinigung des Haus- und Grundbesitzes in Groß-Frankfurt 1. Die NSDAP hat damit allein keine absolute Mehrheit der Sitze.|Am Abend findet eine ... »Details - 12. März 1933: Schwarz-Rot-Gold auf dem Frankfurter Römer
Zum Volkstrauertag mit dem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges wird auf dem Römer in Frankfurt am Main noch die republikanische schwarz-rot-goldene Fahne auf Halbmast gesetzt.(OV) ... »Details - 12. März 1933: Zerstrümmung der Fensterscheiben jüdischer Geschäfte in Kassel
In Kassel zertrümmern Trupps der SA die Fensterscheiben jüdischer Geschäfte.(OV) ... »Details - 13. März 1933: Wahl Ferdinand Werners zum hessischen Staatspräsidenten und Ermächtigungsgesetz
Der Hessische Landtag in Darmstadt wählt den Nationalsozialisten Prof. Dr. Ferdinand Werner (1876–1961) mit 45 von 61 Stimmen zum hessischen Staatspräsidenten.0=15 Stimmen erhält der von der SPD vorgeschlagene Bernhard Adelung (1876–1943), eine Stimme war ungültig gemacht worden. Werner übernimmt bei der Regierungsbildung zugleich das Kultusministerium. Minister für Finanzen, Inneres und ... »Details - 13. März 1933: Besetzung der Redaktion des „Hessischen Tageblatts“ in Marburg durch die SA
Die SA besetzt die Redaktion des von Hermann Bauer (1897–1986) herausgegebenen „Hessischen Tageblatts“ in der Deutschhausstraße in Marburg. Das Erscheinen der Zeitung wird bis zum 17. März verboten. ... »Details - 14. März 1933: Staatliche Verwaltung verhängt befristetes Verbot des „Hessisches Tageblatts“
Nachdem die in Marburg erscheinende liberal-demokratische Zeitung „Hessisches Tageblatt“ am Montag, den 6. März einen kritischen Artikel zur Agitation der Nationalsozialisten im Vorfeld der Reichstagswahlen (5. März) veröffentlicht hatte, und daraufhin wenige Tage später ein SA-Trupp die Redaktionsräume der Zeitung besetzte, um den Verleger und verantwortlichen Redakteur Hermann Bauer ... »Details - 17. März 1933: Verbot von Reichsbanner und Eiserner Front in Hessen
In Hessen wird, wie in Württemberg, Baden und Mecklenburg-Schwerin, der Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und die Eiserne Front verboten.(OV) ... »Details - 19. März 1933: Opel kündigt Fortsetzung des eigenen Versicherungsdienstes an
Die Adam Opel AG in Rüsselsheim kündigt an, dass sie auch in Zukunft für ihre Kunden einen eigenen Versicherungsdienst anbieten wird, die „Opel-Automobil-Versicherungs-AG“ (OVAG). Das neue Versicherungsunternehmen geht aus der zuvor von der Frankfurter Versicherungs-AG übernommenen und am 16. Juni 1932 aufgelösten „Allgemeinen Automobil-Versicherungs-AG in Rüsselsheim“ (AAVAG) ... »Details - 21. März 1933: Parade und Kundgebung am „Tag von Potsdam“ auch in Kassel
Zum sogenannten Tag von Potsdam anlässlich der Einberufung des neu gewählten Reichstags, den die NSDAP und die nationale Rechte nutzen, um vor der deutschen Öffentlichkeit feierlich ihre Aktionseinheit bekannt zugeben und zu feiern, finden auch in Kassel eine Kundgebung und eine Parade der Reichswehr und nationaler Verbände auf dem Friedrichsplatz statt.(OV) ... »Details - 23. März 1933: Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz
Der Reichstag in Berlin berät den von der Reichsregierung, der NSDAP und der DNVP vorgelegten Entwurf für ein „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (das Ermächtigungsgesetz). Mit diesem Gesetz sichert sich die Exekutive auch die Rechte der Legislative, das heißt des Reichstags. Damit wird die parlamentarische Demokratie zugunsten eines diktatorischen Systems beseitigt. ... »Details
