Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 23. Mai 1933: Frankfurter Universitäts-Rektor fordert gleichgeschaltete Dozentenakademie
    Der neu eingesetzte Rektor der Universität in Frankfurt am Main, Professor Ernst Krieck (1882–1947), fordert in seiner Rektoratsrede eine Dozentenakademie zu schaffen, „die die Dozenten und den Nachwuchs auf Form und gemeinsame Richtung zu bringen vermag.“ Ernst Krieck wurde 1928 an die Pädagogische Akademie Frankfurt berufen, seit 1931 war er Mitglied des völkisch gesinnten ... »Details
  2. 23. Mai 1933: Gleichschaltung von Vereinen auch in Frankenberg
    Im Rahmen der Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden werden bisher selbstständige Vereine gezielt in nationalsozialistische Organisationen eingegliedert. In Frankenberg lädt der Frankenberger Turnverein e. V. zu einer außerordentlichen Vollversammlung am 23. Mai. Als erster Tagesordnungspunkt wird die „Gleichschaltung gemäß der neuen Anordnung der deutschen Turnerschaft“ behandelt. ... »Details
  3. 24. Mai 1933: Kolb und Hilferding schildern in Paris die Grausamkeit des Nationalsozialismus
    Die Schriftstellerin und Pazifistin Annette Kolb (1870–1967) und der sozialdemokratische Publizist und Politiker Rudolf Hilferding (1877–1941) beschreiben deutschen Emigranten in Paris „die dekadente Grausamkeit“, mit der die Nationalsozialisten im Reich ihre Opfer quälen. „Die Methode erinnere sie an den Düsseldorfer Mörder Kürten0=Der deutsche Serienmörder Peter Kürten ... »Details
  4. 24.-25. Mai 1933: Gau-Wehrsporttag des „Stahlhelms“ in Bad Wildungen
    Am Himmelsfahrts-Donnerstag und dem davor liegenden Mittwoch findet in Bad Wildungen der 7. Gau-Wehrsporttag des Gaus Kurhessen-Waldeck des „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“ statt. (KU) ... »Details
  5. 30. Mai 1933: SPD-Abgeordnete in Hersfeld von der Kreistagsarbeit ausgeschlossen
    Der stellvertretende Landrat des Kreises Hersfeld Richard Bienert gibt während seiner Eröffnungsrede des Hersfelder Kreistages den Ausschluss der sozialdemokratischen Abgeordneten von der Kreistagsarbeit bekannt: ... »Details
  6. 31. Mai 1933: Erklärung der Fuldaer Bischofskonferenz
    Die in Fulda tagende Bischofskonferenz äußert sich zur Frage der katholischen Jugendorganisationen und lehnt eine Staatsauffassung, nach der die gesamte Jugend ausschließlich vom Staat erfasst und erzogen werden solle, als mit der katholischen Lehre unvereinbar ab. Sie verlange vielmehr als Glaubensgemeinschaft volles Gemeinschaftsrecht für die kirchliche Jugendorganisation und das ... »Details
  7. 31. Mai 1933: Säuberungen in der Hessischen Polizei und Entlassung von Beamten
    Unter den Überschriften Die Säuberung der Polizei wird fortgesetzt. 65 Beamte aus der Landespolizei entlassen. berichtet die „Oberhessische Zeitung“ in einem kurzen Artikel, dass nach der Entlassung von unzuverlässigen Offizieren, bei der das Offizierskorps der (hessischen) Landespolizei um fast ein Drittel verkleinert worden sei, nunmehr auch die nicht mehr tragbaren Elemente aus der ... »Details
  8. Juni 1933: Werbung für den nationalsozialistischen Flugtag in Kassel
    Die Gau-Pressestelle der NSDAP wirbt im Eschweger Tageblatt unter der Überschrift Bomben auf Kassel für den ersten nationalsozialistischen Flugtag in Kassel, der am 16. Juli 1933 abgehalten wird. (OV/KU) ... »Details
  9. 1. Juni 1933: Reichswehrminister Blomberg begründet in Bad Wildungen die deutsche Aufrüstung
    Reichswehrminister General Werner von Blomberg (1878–1946) erläutert vor einem Kreis höherer Offiziere in Bad Wildungen die deutschen Rüstungsabsichten und erklärt die Aufrüstung des Landes für notwendig. Gegenüber den Anwesenden äußert er, es gehe auf der Genfer Abrüstungskonferenz darum, „eine außenpolitisch beruhigte Atmosphäre“ zu schaffen.0=Die Genfer Abrüstungskonferenz, ... »Details
  10. 3. Juni 1933: Banntreffen der Hitlerjugend in Marburg
    In der Universitätsstadt Marburg findet vom 3. bis 5. Juni das Pfingsttreffen des Bannes Hessen-Nassau-Nord der Hitler-Jugend (HJ) statt. An dem Treffen, das mit einem großen Zeltlager verbunden ist, nehmen etwa 15.000 Hitlerjungen teil. Der Ortsverband der Marburger HJ zeigt für die Gäste den Propaganda-Spielfilm „Hitlerjunge Quex“ des deutschen Regisseurs Hans Steinhoff (1882–1945). Im ... »Details
  11. 7. Juni 1933: Ernennung Prinz Philipps von Hessen zum Oberpräsidenten der Preußischen Provinz Hessen-Nassau
    Prinz Philipp von Hessen (1896–1980) wird zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau mit dem Regierungssitz Kassel ernannt. Der Prinz aus dem Hause Hessen-Kassel und Neffe des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist bereits seit 1930 Mitglied in der NSDAP (Mitgliedsnummer 418.991) und auch in der SA. Mit der Einsetzung Prinz Philipps, die nicht etwa aufgrund seiner besonders ... »Details
  12. 7. Juni 1933: Zusammenschluss der Evangelischen Landeskirchen von Hessen und Frankfurt
    Die Evangelischen Landeskirchen von Hessen und von Frankfurt am Main schließen sich zu einer „Arbeitsgemeinschaft“ zusammen.(OV) ... »Details
  13. 8. Juni 1933: Hermann Göring und Philipp von Hessen in Marburg
    Der preußische Ministerpräsident und führende Nationalsozialist Hermann Göring (1893–1946) besucht Marburg. Ihn begleitet der am Vortag ernannte Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen (1896–1980). Göring findet den Empfang durch die Marburger Bevölkerung überwältigend.(OV) ... »Details
  14. 15. Juni 1933: Einrichtung des Konzentrationslagers Breitenau im ehemaligen Benediktiner-Kloster Guxhagen
    Das ehemalige Benediktiner-Kloster Breitenau in Guxhagen (etwa 15 Kilometer südlich von Kassel) wird in ein „regionales Konzentrationslager für politische Schutzhäftlinge“ umfunktioniert (vgl. NS-Topografie: Breitenau, Frühes Konzentrationslager). Die Einrichtung dient der Internierung der nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Januar 1933 massenhaft verhafteten ... »Details
  15. 15. Juni 1933: Bekenntnis zum Nationalsozialismus auf dem Brüdertag der Diakonie in Treysa
    In Treysa findet ein außerordentlicher Brüdertag der Diakonie statt. Pastor Fritz Happich, der Vorsteher der Diakonieanstalt Hephata, erklärt dabei in seinem Bericht zum Brüdertag die Haltung der Männlichen Diakonie zum nationalsozialisitischen Staat: ... »Details
  16. 16. Juni 1933: Widerstand von Pfarrern gegen die Gleichschaltung der Kirche
    Im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der theologischen Fachschaft an der Philipps-Universität in Marburg erklärt der Pfarrer Dr. Karl Bernhard Ritter (1890–1968) die Gleichschaltung der evangelischen Kirche für untragbar. Wenig später schließt sich Ritter dem am 21. September offiziell ins Leben gerufenen „Pfarrernotbund“ an, der zum Träger eines „Systems gemeinsamer Solidarität“ ... »Details
  17. 21. Juni 1933: Propagandaminister Goebbels betont den Alleinherrschaftsanspruch der NSDAP
    Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels (1897–1945) spricht in Frankfurt am Main vor Vertretern der Presse und betont den „rein nationalsozialistischen Charakter“ der „gegenwärtigen Revolution“. Damit unterstreicht Goebbels den Alleinherrschaftsanspruch der Nationalsozialisten, die nicht bereit sind, eigenständige Aktivitäten der zuvor als Verbündete angesehenen ... »Details
  18. 22. Juni 1933: Verbot der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
    Reichsinnenminister Wilhelm Frick (1877–1946) erklärt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zur staats- und volksfeindlichen Partei. Die Landesregierungen werden von ihm aufgefordert, auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz für Volks und Staat vom 28. Februar 1933 die notwendigen Maßnahmen gegen die SPD zu treffen. Insbesondere sollen sämtliche Mitglieder der ... »Details
  19. 23. Juni 1933: Verhaftung Wilhelm Leuschners
    Der vor wenigen Wochen, am 1. April, von seinem Amt als hessischer Innenminister zurückgetretene SPD-Politiker und Gewerkschaftsführer Wilhelm Leuschner (1890–1944) wird bei seiner Rückkehr von der 17. Sitzung des Internationalen Arbeitsamts in Genf erneut verhaftet. Leuschner war bereits am 2. Mai im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten verhaftet, für ... »Details
  20. 25. Juni 1933: Sozialdemokraten in Marburg in Schutzhaft genommen
    Nach dem Verbot der SPD werden in Marburg zehn Parteimitglieder in Schutzhaft genommen. Unter ihnen befindet sich mit dem jungen Juristen Georg Gaßmann (1910–1987) der spätere Marburger Oberbürgermeister sowie mit dem Vorsitzenden der SPD-Ortgruppe August Eckel (1896–1978) der von 1945 bis 1966 amtierende Marburger Landrat. (OV/KU) ... »Details
  21. 25. Juni - 2. Juli 1933: „Deutsche Luftfahrt-Werbewoche“ auf dem Flughafen Gießen
    Auf dem Flughafen Gießen in Gießen-Wieseck findet eine „Deutsche Luftfahrt-Werbewoche“ statt. Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung ist ein Nationaler Werbeflugtag am 2. Juli 1933. (KU) ... »Details
  22. 30. Juni 1933: Ausschluss von Stadtverordneten aus der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung
    Der Vorsteher der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung gibt ein Schreiben des Landrats des Kreises Frankenberg an zwei Stadtverordneten bekannt, denen „polizeilich nahegelegt wird, sich jeder Mandatsausübung zu enthalten“. Es handelt sich um den jüdischen Stadtverordneten Dilloff und den sozialdemokratischen Abgeordneten Schulte, der der vor kurzem im Reich verbotenen SPD ... »Details
  23. Juli 1933: Erörterung einer Werrakanalisierung zwischen Eschwege und Eisenach
    Im Reichsverkehrsministerium wird die geplante Kanalisierung der Werra zwischen Eschwege und Eisenach für Lastkähne bis 600 t behandelt, die 86 Millionen Reichsmark kosten soll. Während zu Berg Futtergetreide, Mehl, Eisenerzeugnisse und Ruhrkohle nach Nordhessen, Thüringen und Bayern per Schiff transportiert werden sollen, sind es werraabwärts Kali, Holz, Glas und Tonwaren sowie ... »Details
  24. 1. Juli 1933: Eröffnung einer NSDAP-Amtswalterschule in Marburg
    Im sogenannten Hochzeitshaus in der Nicolaistraße in Marburg eröffnet der Gauleiter von Kurhessen, Karl Weinrich (1887–1973), die erste von drei NSDAP-Amtswalterschulen. Aufgabe der Amtswalterschulen ist es, „die nationalsozialistische Weltanschauung in den Herzen und Hirnen der deutschen Menschen zu verankern“.(OV) ... »Details
  25. 10. Juli 1933: Regierungspräsident in Kassel meldet Zerschlagung der Kommunistischen Partei
    Der Bericht des Regierungspräsidenten in Kassel an das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) in Berlin meldet, dass die kommunistische Bewegung im Regierungsbezirk Kassel seit ihrer Niederschlagung und der Verhaftung der Führer im Monat Juni keine Belebung erfahren habe. Lediglich in Melsungen habe es illegale Führerbesprechungen kommunistisch eingestellter Personen gegeben. Fünf Beteiligte seien ... »Details
  26. 16. Juli 1933: „Bomben auf Kassel“ als Motto des NS-Großflugtags auf dem Flugplatz Kassel-Waldau
    Auf dem Flugplatz Kassel-Waldau findet ein NS-Großflugtag mit etwa 15.000 Besuchern statt.1=Ursprünglich waren die Veranstalter von bis zu 80.000 Gästen ausgegangen. Als besondere „Attraktion“ ist am Rande des Flugfelds ein aus Holz und Papier gefertigtes Modell der Kasseler Altstadt aufgebaut worden, das als Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung „unter Bomben verenden“ (Wortlaut ... »Details
  27. 23. Juli 1933: Neuwahlen der Kirchenvorstände werden abgesetzt
    Die für den 23. Juli angesetzten Wahlen der Kirchenvorstände in den evangelischen Gemeinden in und um Marburg werden am 21. Juli abgesagt, weil nur Einheitslisten als Wahlvorschläge vorgelegt werden konnten.(OV) ... »Details
  28. 28. Juli 1933: Gestapo-Stelle in Kassel berichtet über parteipolitische Lage
    Die Staatspolizeistelle Kassel gibt einen Bericht über die parteipolitische Lage im Bezirk Kassel. Von einer politischen Betätigung der KPD sei nach der Ermittlung und „Aufhebung“ des 3. Führeraufgebots der KPD nichts mehr zu merken. Es sei offenbar erfolgreich gewesen, in erster Linie die Schreibmaschinen und Vervielfältigungsapparate sicherzustellen. Zur Verteilung von Flugblättern in ... »Details
  29. 31. Juli 1933: Große Zahl von Personen in Schutzhaft
    Im ehemaligen Volksstaat Hessen befinden sich nach offiziellen Angaben 145 Personen in Schutzhaft, in Preußen sind es 14.906. Im ganzen Reich sind 26.789 Menschen in Schutzhaft genommen. Vgl. die Notiz vom 31. Juli 1933.(OV) ... »Details
  30. 31. Juli 1933: Ehemalige „Separatisten“ in Limburg in Schutzhaft genommen
    Die „Oberhessische Zeitung“ (Marburg) meldet zum 1. August in einer kurzen Nachricht mit der Überschrift „Ehemalige Separatisten am Pranger“ aus Limburg, am Vortag habe eine größere Demonstration gegen die ehemaligen Limburger Separatisten stattgefunden. Als die SS, die gerade zum Außendienst ausrücken wollte, von dieser Demonstration erfuhr, sah sie sich veranlaßt, einzugreifen und ... »Details