Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 17. April 1823: Grundsteinlegung für das Gotische Haus in Homburg
    Landgräfin Elisabeth von Hessen-Homburg (1770–1840), die dritte Tochter des englischen Königs Georg III. (1738–1820), gab 1822 den Auftrag zum Bau des Gotischen Hauses für ihren Ehemann Landgraf Friedrich VI. (1769–1829). Das auch „Jagdschloss im Tannenwald“ genannte Gebäude, ein repräsentativer Festbau im Stil der englischen Neugotik (castellated gothic) mit umlaufendem Zinnenkranz ... »Details
  2. Mai 1823: Grundsteinlegung am Jagdschloss Platte bei Wiesbaden
    Im Mai 1823 legt Herzog Wilhelm von Nassau (1792–1839) auf der „Platte“, dem rund 500 m hohen Scheitelpunkt des Hochtaunus nördlich von Wiesbaden, den Grundstein für das Jagdschloss Platte. Die bewaldeten Taunushänge oberhalb Wiesbadens mit einem ungehinderten Blick auf das Rheintal waren im 18. Jahrhundert ein bevorzugtes fürstliches Jagdrevier und schon 1776 hatte an diesem Ort ein ... »Details
  3. 13. Juni 1823: Auflösung des oppositionellen „Schönfelder Kreises“ durch Kurfürst Wilhelm II.
    Seit Beginn der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts formierte sich in Kurhessen eine Opposition gegen den Kurfürsten Wilhelm II. (1777–1847) im Umkreis der von ihrem Mann getrennt lebenden Kurfürstin Auguste (1780–1841) und Kurprinz Friedrich Wilhelm (1802–1875). Der nach dem an der Stadtgrenze von Kassel gelegenen Schloss Schönfeld benannte „Schönfelder Kreis“ bestand nicht nur aus ... »Details
  4. 24. August 1823: Neue Füllanlage in Niederselters halbiert die Arbeitskraft
    Durch eine verbesserte Technik der Füllmaschine in Niederselters kann das weltweit versandte Selterswasser mit weniger Arbeitskraft produziert werden, so Brunnenkommissar Ludwig Gräser. Bestehend aus einem drehbaren Holzgalgen mit Flaschenzug, woran die Füllkästen hängen, kann das Wasser nun von einer Person anstatt Zweien aus dem Brunnenschacht gezogen werden. Zudem geht das Wechseln ... »Details
  5. November 1823: Kurfürst Wilhelm II. ordnet den Aufbau einer „Musteranstalt für die Landespferdezucht“ an
    Im November 1823 dekretiert Kurfürst Wilhelm II. (1777–1847) den Ausbau des Gestüts Beberbeck bei Hofgeismar zu einer „Musteranstalt für die Landespferdezucht“.|Bereits 1490 war unter Landgraf Wilhelm II. (1469–1509) auf der nahegelegenen Sababurg mit der Pferdezucht für den landgräflichen Hof begonnen worden. Ab dem 18. Jahrhundert verlagerte man die Pferdezucht aus Platzgründen in ... »Details
  6. 1824: In Willingshausen in der Schwalm etabliert sich eine Malerkolonie
    Die Schwalm mit ihrer reizvollen Landschaft in der westhessischen Senke entlang des gleichnamigen Flusses und die dort beheimatete ländliche Bevölkerung mit ihren bunten Trachten und überlieferten Ritualen entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Anziehungspunkt für bildende Künstler.|Eine wichtige Rolle spielte dabei die Familie von Schwertzell, die in ... »Details
  7. 1824: Pflanzen- und Landschaftsmalerin von Panhuys übereignet ihre Bilder der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft
    Die aus einer angesehenen Frankfurter Familie stammende Louise von Panhuys, geb. von Barckhaus genannt von Wiesenhütten (1763–1844) hatte sich schon früh für die Landschaftsmalerei interessiert und bei Christian Georg Schütz, dem Vetter (1758–1823) gelernt. ... »Details
  8. 3. Januar 1824: Erste Ausgabe der „Allgemeinen Schulzeitung“ unter Karl Dilthey
    Die Darmstädter „Allgemeine Schulzeitung“ veröffentlicht ihre erste Ausgabe unter dem Herausgeber Karl Dilthey (1797–1857). Nach fünfzigjährigem Erscheinen wird die Zeitung 1874 eingestellt.(StH) ... »Details
  9. März 1824: Auswanderung von Carl Christian Sartorius nach Mexiko
    Der im Zuge der „Demagogenverfolgungen“ vorübergehend inhaftierte Carl Christian Sartorius (1796–1872), der als Student in Gießen der vorburschenschaftlichen Vereinigung der „Gießener Schwarzen“ um Karl Follen (1796–1840) angehört hatte, wandert mit Freunden nach Mexiko aus. Dort gründete er 1839 die heute noch bestehende Hacienda „El Mirador“, wo er vor allem Zuckerrohr ... »Details
  10. 21. April 1824: Neue Zollgesetze nach Scheitern des Darmstädter Handelskongresses
    Im Großherzogtum und im Kurfürstentum Hessen werden neue Zollgesetze erlassen, was das erhöhte Schmuggeln nach sich zieht. Der Erlass erfolgte nach dem Scheitern des Handelskongresses in Darmstadt.(StH) ... »Details
  11. 26. Mai 1824: Justus Liebig erhält eine Professur in Gießen
    Der erst 21-Jährige Justus Liebig (1803–1873) wird am 26. Mai 1824 von Großherzog Ludewig I. (1753–1830) zum außerordentlichen Professor für Chemie an der Ludwigs-Universität in Gießen ernannt; bereits im Jahr darauf wird er dort zum ordentlichen Professor für Chemie und Pharmazie ernannt. Der gebürtige Darmstädter hatte nach einem Studium der Chemie in Bonn und Erlangen ab 1822 mit ... »Details
  12. 2. Juli 1824: Kurhessen regelt die Versorgung von Waisenkindern
    Mit einem Erlass des kurhessischen Innenministeriums werden die Gemeinden verpflichtet, unversorgte Kinder bei fehlender häuslicher Betreuung in sogenannten Bewahranstalten unterzubringen. Falls diese im Ort fehlen, müssen die Kinder in eine Armenanstalt eingewiesen werden. Gegen die steigende Kinderarmut und Verwahrlosung werden von staatlicher Seite keine Maßnahmen ergriffen. Nach Jahren ... »Details
  13. 10. Juli 1824: Festnahme des Oberpolizeidirektors Ludwig von Manger in Kassel
    Wegen der Verwicklung in die sogenannte Drohbriefaffäre wird der Oberpolizeidirektor Ludwig von Manger (1770–1847) mit sämtlichen Beamten der Oberpolizeidirektion in Kassel festgenommen. ... »Details
  14. 16. Januar 1825: Einführung einer Gymnasiallehrerprüfung im Großherzogtum Hessen
    Zur Erhöhung und Sicherung einer ausreichenden Qualifikation der Lehrerschaft wird im Großherzogtum Hessen 1825 eine Gymnasiallehrerprüfung an der Landesuniversität Gießen eingeführt. Diese ist Voraussetzung für eine Einstellung an einer Schule. In der Freien Stadt Frankfurt wird diese Maßnahme erst 1857 umgesetzt. In Kurhessen muss seit 1834 eine theoretische Prüfung an der Universität ... »Details
  15. 7. März 1825: Auswanderungsunruhen in Oberhessen
    Im Landratsamt von Kirtorf (Vogelsberg) kommt es zu Ausschreitungen, da die Beamten die Ausstellung von Papieren an hessische Auswanderer verweigern. Auch in Büdingen und Schotten gibt es im Februar 1825 jeweils 900 Einwohner und in Nidda ca. 1.600 Einwohner, die nach Brasilien auswandern wollen. Grund ist die Werbung des deutschen Arztes und Abenteurers Georg Anton Schäffer (1779–1836), der ... »Details
  16. April 1825: Zur Ostermesse erscheint das „Panorama des Rheins und seiner nächsten Umgebung von Mainz bis Cöln” von Friedrich Wilhelm Delkeskamp im Druck
    Im Auftrag des Frankfurter Verlegers Friedrich Wilmans (1765–1830) arbeitete der Maler und Kupferstecher Friedrich Wilhelm Delkeskamp (1794–1872) seit September 1823 an einem Vogelschau-Panorama des Rheins von Mainz bis Köln. Zur Ostermesse 1825 erscheint dieses auf den entstehenden Rhein-Tourismus zielende Panorama, eine faltbare Reisekarte, die aus sieben Kupferstichen zusammengesetzt ist ... »Details
  17. 1826: Kurhaus in Salzhausen errichtet
    Schon früh wurde in dem Dorf Salzhausen am südlichen Rand des Vogelsbergs aus den dort vorhandenen Salzquellen Salz gewonnen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann der hessen-darmstädtische Kammerrat Johann Wilhelm Langsdorf (1745–1827) damit, neue technische Entwicklungen bei der Salzgewinnung einzusetzen.|Sein Sohn, der Salinenrat Carl Friedrich Langsdorf (1772–1852), vollzog ... »Details
  18. 1826: Die Brüder Rothschild stiften den Bau des Krankenhauses der Israelitischen Krankenkassen
    1826 stiften die fünf Brüder Amschel Mayer (1773–1855), Salomon Mayer (1774–1855), Nathan Mayer (1777–1836), Carl Mayer (1788–1855) und James Mayer von Rothschild (1792–1868) gemeinsam 100.000 Gulden für den Bau eines Krankenhauses der Israelitischen Krankenkassen in Frankfurt am Main.  ... »Details
  19. 1826: Mausoleum für Prinzessin Elisabeth auf der Rosenhöhe errichtet
    Nach dem Tode ihrer fünfjährigen Tochter Elisabeth (1821–1826) beauftragte Erbprinzessin Wilhelmine von Hessen und bei Rhein (1788–1836) Hofbaudirektor Georg Moller (1784–1852) mit der Erbauung eines Mausoleums unmittelbar neben der von ihr angelegten Parkanlage „Rosenhöhe“ in Darmstadt, die damit erweitert wurde. Moller entwarf einen kleinen klassizistischen Bau mit Dreiecksgiebel ... »Details
  20. 1826-1849: Staatliche Armenfürsorge und Bestrafung der Bettelei
    In der Landgrafschaft Hessen-Homburg wurde 1825 eine Armenkommission ernannt, die die Pläne der staatlichen Armenfürsorge umsetzen sollte. Ziel war, arbeitsfähige Arme in Arbeit zu vermitteln. Selbst schulpflichtige Kinder sollten durch Beschäftigung zum Unterhalt beitragen. Alte und Kranke konnten dagegen „notdürftigen Unterhalt“ erhalten, wenn niemand für sie unterhaltspflichtig war. ... »Details