Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Erste Serie der „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ erscheint in Frankfurt, 1866
Auf Initiative des Verlegers Heinrich Keller erscheint 1866 in Frankfurt am Main die erste Lichtdruck-Serie der „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ des vor allem für die Bankiersfamilie Rothschild tätigen Malers Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882), der 1851 das Bürgerrecht in Frankfurt erhalten hatte. Als Vorlage dienten Grisaillen, die der Maler nach seinen Ölgemälden anfertigte. Ergänzt wurden die Bildtafeln von erläuternden Texten des Frankfurter Rabbiners Dr. Leopold Stein (1810–1882).
Oppenheims Genrebilder schildern detailliert die religiösen jüdischen Gebräuche und reflektieren zugleich das gewachsene Selbstbewusstsein des jüdischen Bürgertums nach der Öffnung der Ghettos. Die erste Serie zeigte die Themen „Sabbat-Anfang“, „Der Segen des Rabbi“, „Sabbat-Nachmittag“, „Sabbat-Ruhe“, „Oster-Abend“ und „Die Hochzeit“. Aufgrund des großen Erfolges wurde der Zyklus bis 1881 auf zwanzig Bilder erweitert. Bereits 1869 erscheinen weitere sechs Blatt in einer Mappe, darunter „Das Laubhüttenfest“ und die bereits 1834 mit viel Erfolg im Gemälde verarbeitete „Rückkehr des Freiwilligen“, worin die Rückkehr eines verwundeten Kriegsfreiwilligen aus den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Armee thematisiert wird.
Der Bilderzyklus fand schnell Verbreitung in allen Ländern mit größeren jüdischen Gemeinden und untermauerte den Ruf Oppenheims als „erster jüdischer Maler“ von internationalem Rang.
(UH)
- Belege
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- „Erste Serie der „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben“ erscheint in Frankfurt, 1866“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7225> (Stand: 14.8.2024)
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