Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Entlassung von Ministerpräsident von Dalwigk, 6. April 1871
Am 8. Mai 1865 wurde der hessen-darmstädtische Ministerpräsident Reinhard von Dalwigk (1802–1880) von der liberalen Mehrheit des Hessischen Landtags in des Verfassungsbruchs angeklagt, da er im Zweckbündnis mit dem politischen Katholizismus gegen die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung agierte. Otto von Bismarck (1815–1898) sprach sich beim Besuch von Großherzog Ludwig III. (1806–1877) in Berlin gegen den konservativ-antipreußischen Dalwigk aus. In den Jahren 1869/70 ersuchte er Hilfe in Frankreich und versuchte eine Anti-Bismarck-Front in den Versailler Verhandlungen einzubringen.
Am 6. April 1871 wird der seit 1852 amtierende Ministerpräsident Dalwigk schließlich entlassen, was Prinz Ludwig IV. (1837–1892) begrüßt, obwohl sich Dalwigk in der Revolution von 1848 als Bezirksdirektor und Kreisrat bewährte sowie die Finanz- und Wirtschaftspolitik des Landes als Regierungschef stärkte. Sein Nachfolger wird Karl Hofmann (1827–1910).
(StH)
- Belege
- Franz/Wagner (Bearb.), Darmstädter Kalender. Daten zur Geschichte unserer Stadt, Darmstadt 1994, S. 135
- Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 255; 258–259
- Empfohlene Zitierweise
- „Entlassung von Ministerpräsident von Dalwigk, 6. April 1871“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6584> (Stand: 6.4.2025)
