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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Ehemaliger Ministerpräsident Stock legt Mandat nieder, 28. November 1954

Bei den Wahlen zum dritten Hessischen Landtag wird der inzwischen 70-jährige ehemalige Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) noch einmal gewählt, legt sein Amt jedoch bereits im Dezember 1954 nieder.

Christian Stock gehörte der Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessens an, die vom 15. Juli bis 30. November 1946 tagte und die Hessische Verfassung erarbeitete. Nach der vorangegangen ersten freien Landtagswahl (1. Dezember 1946) wurde er am 20. Dezember 1946 zum ersten gewählten Ministerpräsidenten des neu gegründeten Landes Hessen gewählt. Die Abgeordneten des Hessischen Landtags bestimmten ihn für dieses Amt mit 58 von insgesamt 87 Stimmen. Stock bildete eine Koalitionsregierung aus SPD und CDU, der er bis 1950 vorstand. Mit Ende der ersten Legislaturperiode nach der zweiten Landtagswahl am 19. November 1950 löste ihn am 14. Dezember 1950 sein bisheriger Justizminister Georg August Zinn (1901–1976; SPD) als Ministerpräsident ab. Stock bekleidet daraufhin während der zweiten Legislaturperiode den Vorsitz des Ausschusses für Landesplanung und Aufbau. Seinen Lebensabend verbringt Stock in den darauf folgenden Jahren mit der Bewältigung zahlreicher ehrenamtlicher Aufgaben. Unter der Regierung von Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) ist Christian Stock Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und wird im April 1920 in das Amt eines Unterstaatssekretärs im Reichswehrministerium berufen. Hier wirkt er bis zum September an der Untersuchung des Kapp-Putsches mit. Bereits 1922 zum Direktor der AOK aufgestiegen (anfangs in Heidelberg, später in Frankfurt am Main) und einige Jahre später zum Präsidenten der Landesversicherungsanstalt (LVA) Hessen ernannt, betätigt er sich vor allem in Körperschaften des Sozialversicherungswesens (unter anderem als Vorstandsvorsitzender im „Verband Deutscher Rentenversicherungsträger“ und in der LVA Hessen, als Vorsitzender in der „Arbeitsgemeinschaft für Gemeinschaftsaufgaben in der Krankenversicherung“ und im Bundesgesundheitsrat).
(OV/KU)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Ehemaliger Ministerpräsident Stock legt Mandat nieder, 28. November 1954“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/1043> (Stand: 28.11.2025)
Ereignisse im Oktober 1954 | November 1954 | Dezember 1954
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