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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Eröffnung des neuen Opernhauses in Frankfurt in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I., 20. Oktober 1880

Am 20. Oktober 1880 wird das neue Operngebäude in Frankfurt am Main mit Mozarts Oper „Don Giovanni“ unter der musikalischen Leitung von Otto Dessoff (1835–1892) im Beisein von Kaiser Wilhelm I. eröffnet.

Bereits am 14. Dezember 1869 hatte Oberbürgermeister Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein (1818–1890) den Neubau eines Theaters vorgeschlagen, da das 1780 bis 1782 errichtete Stadttheater am Theaterplatz nicht mehr ausreichend erschien. Am 23. Dezember 1869 gründete daraufhin eine Gruppe von 67 vermögenden Bürgern einen Förderverein für den Theaterneubau. Bis zum 12. Januar 1870 kamen Spenden in Höhe von 480.000 Gulden zusammen. Im Gegenzug sollten die Spender Logenplätze im Neubau erhalten. Der Magistrat legte daraufhin das Bauprogramm für das Theater fest, das 2.000 Besucher fassen sollte.

Anfang 1871 wurde eine beschränkte Konkurrenz ausgeschrieben, zu der auch der Frankfurter Architekt Heinrich Burnitz (1827–1880) eingeladen wurde. Das Schiedsgericht wählte aus den fünf eingegangenen Entwürfen einstimmig den im Stil der Neorenaissance gehaltenen Entwurf des Berliner Architekten Richard Lucae (1829–1877), verlangte jedoch einige Änderungen.

Als Bauplatz hatte man zunächst den Rahmhof in der nordwestlichen Neustadt vorgesehen, dessen alter Baubestand abgerissen werden sollte. Anfang 1872 schlug die Handelskammer Frankfurt jedoch einen Grundstückstausch vor. Sie hatte für den Neubau der Börse ein Grundstück vor dem Bockenheimer Tor erworben und bot es der Theaterbaukommission im Tausch gegen den Rahmhof an. Da auch Richard Lucae den Tausch nachdrücklich befürwortete, nahm die Kommission das Angebot an. Der Standortwechsel erforderte allerdings eine erneute Überarbeitung der Pläne.

Am 1872 wurde Lucaes dritter Entwurf für den neuen Standort angenommen und im Frühjahr 1873 begannen die Bauarbeiten. Das monumentale, historistische Gebäude mit seiner prachtvollen Ausstattung orientierte sich an den großen europäischen Opernhäusern des 19. Jahrhunderts (Dresden, Wien, Paris). Der reiche Skulpturenschmuck an den Fassaden stammte unter anderem von den Frankfurter Bildhauern Gustav Kaupert (1819–1897) und Karl Rumpf (1838–1911). An der Ausgestaltung der Innenräume durch Wandgemälde war neben Edward von Steinle (1810–1886) in nicht unwesentlichem Maße auch Friedrich von Thiersch (1852–1921) beteiligt.

1944 wurde das Haus bis auf die Außenmauern zerstört und blieb lange Jahre Ruine. Eine Bürgerinitiative ermöglichte in den 1970er Jahren den Wiederaufbau der äußeren Baugestalt, der am 28. August 1981 mit der Wiedereröffnung der Alten Oper als Konzert- und Kongresshaus erfolgreich abgeschlossen wurde.
(UH)

Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Eröffnung des neuen Opernhauses in Frankfurt in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I., 20. Oktober 1880“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6694> (Stand: 20.10.2024)
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