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Hessische Biografie

Portrait

Gustav Jakob Kaupert
(1819–1897)

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Kaupert, Gustav Jakob [ID = 15563]

* 4.4.1819 Kassel, † 4.12.1897 Kassel
Bildhauer
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Wirken

Werdegang:

  • Tätigkeit im väterlichen Betrieb
  • Besuch der privaten Zeichenschule Wehmuth
  • 1835 möglicherweise Anfertigung einer Hessen-Kassel Medaille zusammen mit dem Sohn von Wilhelm Körner
  • 1837-1842 Studium an der Kasseler Kunstakademie, Besuch der Bildhauerklasse
  • an der Akademie Unterricht bei Johann Christian Ruhl, Johann Werner Henschel, Friedrich Wilhelm Müller und Carl Christian Aubel
  • geht 1842 nach München in die Werkstatt Ludwig Schwanthalers
  • nach seiner Rückkehr nach Kassel 1842 betreibt er ein gemeinsames Atelier mit den Malern Friedrich Gunkel und Ludwig Des Coudres
  • 1845-1847 als Stipendiat in Rom, bleibt dort bis 1867, 1856 gemeinsam mit Friedrich Gunkel
  • gewinnt 1851 den Preis der Accademia di San Luca in Rom
  • ab 1867 Professor am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, leitet die Bildhauerklasse
  • 1892 Pensionierung
  • zieht 1897 zurück nach Kassel

Netzwerk:

Familie

Vater:

Kaupert, Christian Wilhelm, *1786 †1863, Stempelschneider und Goldschmied

Verwandte:

Nachweise

Quellen:

  • HStAM Bestand 160 Nr. 64, Verleihung von Reisestipendien an junge Künstler, Bd. 2, 1837-1844
  • HStAM Bestand 160 Nr. 71, Verleihung von Reisestipendien an junge Künstler, Bd. 3, 1844-1857
  • StadtA KS Best. C 83 Nr. 3, Bericht Kauperts über seine Reise nach Rom für die Akademie in Kassel, 16.02.1846
  • StadtA KS Best. C 83 Nr. 17, Verzeichnis der Briefe an Kaupert, 1845-1878
  • StadtA KS Best. C 83 Nr. 18, Briefe der Accademia Romana delle belle Arti an Kaupert, 1851

Literatur:

Leben

Gustav Kaupert, Sohn des Kassler Stempelschneiders und Goldschmieds Christian Wilhelm Kaupert (1786-1863), lernte zuerst im Betrieb seines Vaters und ging zur Zeichenschule Wehmuth.1 Von 1837 bis 1842 besuchte er die Bildhauerklasse der Kassler Akademie und lernte u.a. bei J.C. Ruhl, J.W. Henschel, F.W. Müller und C.C. Aubel.2

1841 bewarb sich Kaupert erstmalig für ein Auslandsstipendium des Kurfürsten Wilhelm II. (1777-1847), wurde jedoch abgelehnt und bereiste ab Juli 1842 das Inland. Er lernte in München in der Werkstatt von Ludwig Michael von Schwanthaler (1802-1848),3 der ihn am Bau des Mozartdenkmals beteiligte.4

Am 27. Februar 1844 erfolgte aus Kassel die Zusage eines zweijährigen Stipendiums für Italien mit der höchsten Fördersumme und längsten Laufzeit in Höhe von 1000 Thlr. Bis zum 16. Februar 1846 reiste Kaupert „über München nach Trient“5 entlang des Gardasees über Verona, Padua und Venedig. Es folgten Aufenthalte in Ferrara, Bologna, Florenz, Perugia und Rom. In Rom lebte Kaupert gemeinsam mit dem Landschaftsmaler Heinrich Franz Dreber (1822-1875) sowie den Kassler Bildhauer Heinrich Gerhardt (1828-1915) in der Passeggiata di Ripetta. 1851 gewann er mit seinem Relief „einer Gruppe aus dem bethlehemitischen Kindermord“ in der Accademia Romana delle belle Arti di San Luca.6

Nach Ablauf seines zweijährigen Stipendiums finanzierte Kaupert ab 18477 seinen Aufenthalt in Rom bis 1867 durch Werkaufträge und reiste nur 1858 einmal nach Kassel zurück.8

In der Zeit in Rom entstanden in Zusammenarbeit mit Thomas G. Crawford (1814-1857) Denkmäler für die amerikanische Stadt Richmond. Zusätzlich entwarf Kaupert ein 25 Fuß hohes Denkmal der Personifikation der Amerika für das amerikanische Kapitol.9

1867 trat Kaupert in Frankfurt eine Professur an der Städelschen Kunstschule an, die er bis 1892 bekleidete und entwarf 1876 das Kasseler Hessen-Löwendenkmal.10

S.Kritten


  1. Sitt 2018, S.190 / Schmaling 2001, S.304.
  2. Sitt 2018, S.190.
  3. Schmaling 2001, S.305.
  4. Mävers 2020, S.191-197.
  5. Mävers 2020, S.191-197.
  6. Mävers 2020, S.191-197.
  7. Sitt 2018, S.190.
  8. Mävers 2020, S.191-197.
  9. Mävers 2020, S.191-197.
  10. Sitt 2018, S.190 / Schmaling 2001, S.304-305.
Zitierweise
„Kaupert, Gustav Jakob“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/116078308> (Stand: 10.8.2020)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde