Die Anfänge des Schlossparks lassen sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen, allerdings sind über diese mittelalterliche Gartenanlage keine Einzelheiten bekannt. Erste Vorstellungen vermittelt die Stadtansicht von Matthäus Merian von 1646, auf der ein im Stile der Renaissance gestalteter Nutz- und Baumgarten abgebildet ist. Mit dem Bau des Landgrafenschlosses wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts auch das tieferliegende, wasserreiche Areal sowie der Hang in die Gestaltung miteinbezogen. Paul Andrich, der Baumeister des Schlosses, gestaltete anstelle des Küchengartens ein Parterre im „holländischen Stil“ mit Fontäne als Lustgarten. Dieser öffnete sich zum Hang hin, an dem ein Weinberg und unten im Tal Teiche angelegt wurden. Friedrich V. und seine Frau Karoline ließen um 1770 den herrschaftlichen Garten in einen Lustgarten im englischen Stil, mit Rokoko-Bosquets am Hang und verschlungenen Pfaden, umgestalten. Ihre gartenkünstlerischen Aktivitäten erstreckten sich auch auf weitere Gärten, so dass der Schlosspark zum Ausgangspunkt der landgräflichen Gartenlandschaft mit den Prinzengärten entlang der Tannenwaldallee wurde. Friedrich VI. und Elizabeth setzten diese Bestrebungen weiter fort und ließen die Areale um Forst- und Hirschgarten erschließen. Elizabeth war es auch, die um 1820 die aus Kew Gardens stammenden, imposanten Libanon-Zedern im Gartenparterre pflanzen ließ.
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Brückl, Dorotheenstraße H. 6, S. 11
Junker-Mielke/Walsh, Gartenlandschaft S. 37-39
Modrow, Parkanlagen S. 5-6
Rowedder, Denkmaltopographie S. 355-357
Rowedder, Tannenwald S. 46
Walsh, Gartenlandschaft S. 58-59
„Schlosspark, um das Schloss“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1145> (aufgerufen am 25.05.2026)