Holzkonstruktion auf leicht konischen Stützen mit verschachtelten Walm- und Satteldächern
1907 hielt sich der siamesische König Chulalongkorn zu einem einmonatigen Kuraufenthalt in Homburg auf (23. August bis 22. September). Seine Erlebnisse und seine Sicht auf die mondäne Homburger Kurgesellschaft hielt er in einem Brieftagebuch fest, das auch gute Einblicke in den Kuralltag gewährt. Der König logierte in der Villa Fürstenruhe, einer Dependance des Hotels Vier Jahreszeiten. In diese Zeit des Kuraufenthaltes fiel auch sein Geburtstag am 20. September, der mit der Einweihung einer eigens zu diesem Zweck neu erbohrten und nach ihm benannten Quelle im Kurpark gefeiert wurde. Zur architektonischen Ausgestaltung der Quelle sowie aus Dankbarkeit für die in Homburg erfahrene Genesung gab Chulalongkorn in Bangkok einen siamesischen Brunnentempel in Auftrag. Er wurde 1910 fertiggestellt und in Einzelteilen nach Homburg verschifft. Da die Fracht bei dem Transport jedoch teils beschädigt, teils verlorengegangen war, verzögerte sich die Aufstellung in Homburg bis 1914. Die Sala wurde allerdings nicht über der Chulalongkorn-Quelle, sondern auf einem kleinen Hügel, einem Kreuzungspunkt der zentralen Sichtachsen im Kurpark, errichtet. Chulalongkorn war bereits 1910 verstorben, daher erfolgte die Einweihung im Mai 1914 in Anwesenheit seines Sohnes Prinz Mahidol. Damit war ein Grundstein für die auch in den folgenden Jahrzehnten guten Beziehungen Bad Homburgs zum siamesischen Königshaus gelegt, deren Mitglieder die Stadt wiederholt besuchten (1934 König Prajadhipok, 1960 König Bhumipol).
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Bilder und Dokumente S. 109
Kurpark S. 58-59
Baeumerth, Fremde S. 184
Baeumerth, Kennen S. 31-33
Rowedder, Denkmaltopographie S. 274-275
„Siamesischer Tempel (Thai Sala (seit 1982)), Paul-Ehrlich-Weg 5“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1085> (aufgerufen am 24.05.2026)