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Hessische Biografie

Portrait

Konstantin von Buttlar
(1679–1726)

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Buttlar, Konstantin von [ID = 9760]

* 29.9.1679 Fulda, † 13.3.1726 Schloss Eichenzell, Begräbnisort: Fulda Stiftskirche, katholisch
Katholischer Theologe, Kanoniker, Mönch, Kapitular, Abt
Andere Namen | Wirken | Familie | Nachweise | Leben | Zitierweise
Andere Namen

Weitere Namen:

  • Buttlar, Johann Friedrich Otto von (Taufname)
  • Buttlar, Constantinus von (Ordensname)
  • Fulda, Abt Konstantin von Buttlar
Wirken

Werdegang:

  • 29.9.1679: Geburt als erstgeborener Adelsspross in der osthessischen Abteistadt Fulda und bald katholische Taufe auf den Namen Johann Friedrich Otto
  • 1691: Beginn von humanistischen Studien am Jesuitengymnasium in Fulda
  • 1692: Aufnahme als Alumnus im Päpstlichen Seminar zu Fulda
  • 1694: Verleihung eines Kanonikats im mainzischen Stift Fritzlar
  • 1695: Beginn von philosophischen Studien am Jesuitengymnasium zu Fulda
  • 1696: Abschluss des Logikstudiums mit der Verteidigung von Thesen und Wechsel an das Collegium Germanicum in Rom
  • 1702: Rückkehr nach Deutschland über Siena, wo er einige Jura-Vorlesungen hörte.
  • Damals besaß er neben dem Kanonikat in Fritzlar auch eines am Dom zu Hildesheim.
  • 4.11.1703: Eintritt in das heimatliche Benediktinerstift Fulda
  • November 1703 - November 1704: Absolvierung des einjährigen Noviziats
  • 9.11.1704: Verzicht auf die beiden Kanonikate und dann Ablegung der Profess unter Annahme des Ordensnamens Konstantin (latinisiert: Constantinus)
  • 11.4.1707: Empfang der Priesterweihe im mainzischen Erfurt
  • 1707-1710/14: Lektor der Theologie am Hausstudium des Benediktinerkonvents in Fulda
  • 1710: Aufnahme in das Fuldaer Stiftskapitel
  • Oktober 1714: dritter Wahltag: Als Verlegenheitslösung wurde Konstantin von Buttlar zum Abt gekürt.
  • 1.4.1715: Bestätigung der Abtswahl Buttlars durch Papst Clemens XI.
  • 16.5.1715: Empfang der Abtsweihe in Fulda durch den Weihbischof in Erfurt unter Assistenz der Äbte von Neustadt am Main und von Rommersdorf
  • 19.9.1716: Bestätigung der Regalien durch Kaiser Karl VI.
  • Ab 1714: in den Anfangsjahren hatte der Abt zunehmend Streit mit dem Stiftskapitel um dessen Rechte und Regierungsbeteiligung, da er einige Punkten seiner Wahlkapitulation nicht einhielt und die ertragreiche Propstei Petersberg an seinen Verwandten Placidus von Bastheim verlieh – trotz eines Optionsrechtes von Stephan von Clodh.
  • 1716: Der Abt kaufte von Mainz das ehemalige Benediktinerkloster Johannisberg im Rheingau, auf dessen Grund er in der Folge ein Schloss als Sommerresidenz errichten ließ.
  • 1718: Der Abt startete eine Vermessung des Hochstifts. Dabei konnte Buttlar zwar Grenzkonflikte mit Nachbarterritorien bereinigen, allerdings nicht die einstigen fuldischen Ämter Salzungen, Gerstungen und Lichtenberg wieder einlösen.
  • 1719/20: Buttlar ließ durch Friedrich Joachim Stengel und Andreas Gallasini die zwei wichtigsten Bauprojekte seines Vorgängers Adalbert I. von Schleifras vollenden, nämlich 1719 den Neubau des Fuldaer Schlosses und 1720 die barocke Stiftskirche.
  • 1719-1722: Darüber hinaus ließ Buttlar durch Johann Heinrich Ernst Mockstatt aus Fulda seinem unter der Kuppel der Stiftskirche begrabenen Vorgänger ein noch erhaltenes barockes Grabmal anfertigten und am südwestlichen Kuppelpfeiler aufstellen.
  • 1721: Abt und Kapitel schickten gegenseitige Beschwerdebriefe an den Kölner Nuntius.
  • 1721: Der misstrauische Buttlar schaltete selbst die Regierungsgremien aus, indem er den Geheimen Rat durch eine Geheime Konferenz mit internem Bespitzelungssystem ersetzte.
  • 1722: Buttlar berief Johann Friedrich Schannat zum Hofhistoriographen, der dann etwa die „Dioecesis Fuldensis“ (1727) und „Historia Fuldensis“ (1729) veröffentlichte.
  • 1722: Im seit über 30 Jahren andauernden Diözesanstreit mit Würzburg schloss Buttlar den Karlstädter Vertrag mit Bischof Johann Philipp Franz von Schönborn, der bis auf kleinere Änderungen den Hammelburger Vertrag von 1662 bestätigte.
  • 1723: Buttlar legte in Rom einen selbst verfassten neuen Fuldaer Eigenteil in Messbuch und Brevier zur Approbation vor, die aber trotz mehrfacher Vorstöße nie erfolgte.
  • Oktober 1725: Buttlar reiste nach Wien, um mit Unterstützung Kaiser Karls VI. die festgefahrene Einlösungspolitik und die Erlangung des Kardinalates voranzutreiben. Allerdings konnte er trotz mehrmonatigem Aufenthalt in beiden Anliegen nichts erreichen.
  • 13.3.1726: Auf der Heimreise erlag der frustrierte Abt im schon heimatnahen Schloss zu Eichenzell einem Schlaganfall.
  • 20.3.1726: Bestattung in der Stiftskirche zu Fulda

Funktion:

  • Fritzlar, Stift, Kanoniker, 1694-1704
  • Hildesheim, Dom, Kanoniker, um 1702-1704
  • Fulda, Stiftskapitel, Kapitular, 1710-1714
  • Fulda, Abt, 1714-1726

Lebensorte:

  • Fulda; Fritzlar; Erfurt; Johannisberg; Eichenzell
Familie

Vater:

Buttlar zu Mariengart, Johann Christoph (oder Christian) von, in fuldischen Diensten und Generalmajor des oberrheinischen Kreises

Mutter:

Freiberg, Maria Renate von, seit spätestens 1678 verheiratete von Buttlar zu Mariengart

Verwandte:

  • Buttlar, N.N. von <Großmutter väterlicherseits>, geborene von Boineburg
  • Freiberg, N.N. von <Großmutter mütterlicherseits>, geborene von Hornstein
  • Buttlar, Friedrich von <Onkel väterlicherseits>, ab 1697 Kapitular im Stift Fulda
  • Buttlar, Johann Anton Franz von <Bruder>, * 1685, † 1731, kaiserlicher Generalfeldwachtmeister des oberrheinischen Kreises, 21.1.1726 in Wien Empfang des Reichsgrafenstandes
  • Bastheim, Placidus von <Verwandter>, ab 1714/15 Propst auf dem Fuldaer Petersberg
Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Buttlar, Konstantin von“, in: Hessische Biografie <http://www.lagis-hessen.de/pnd/118977717> (Stand: 11.1.2017)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde