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Beringheim

Wüstung · 249 m über NN
Gemarkung Grüningen, Gemeinde Pohlheim, Landkreis Gießen 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Wüstung

Lagebezug:

7,5 km südwestlich Lich

Lage und Verkehrslage:

Wüstung Siedlung. Mauerreste und Grundriß einer ehemaligen Kirche südwestlich Grüningen. Flurname Birnkheimer Brunnen, Bei der alten Kirche

Ersterwähnung:

799

Letzterwähnung:

1477

Historische Namensformen:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3479995, 5596823
UTM: 32 U 479928 5595024
WGS84: 50.50683976° N, 8.716946022° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

53101403002

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 799: Wetterau

Altkreis:

Gießen

Herrschaft:

1250/60 ist die Vogtei über 7 Hufen zu B. und 4 Hufen zu Rechtenbach eppstein. Lehen Eckehards von Hochelheim. Vor ca. 1171 ist ein Hof in B. als Lehen der Grafen von Nürings an Wortwin von Homburg zu erschließen, an dessen Stelle später die Herren von Eppstein traten. 1282/83 ist ein Hof in B. und ein weiterer in Eberstadt eppstein. Passivlehen (Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 58 Nr. 50, S. 65f. Nr. 87 in Verbindung mit S. 85 Abs. 166, S. 151 f.). Vogtei 1275 (vgl. Ziff. 2b) und 1283 gen. (Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2 Nr. 136). 1278 hat Werner von Bellersheim die Vogtei zu B. von den von Falkenstein zu Lehen (Löffler, Herren von Falkenstein Bd. 2 Nr. 294; angeblich jetzt Tausch mit eppstein. Lehen, Vogtei zu Oppershofen) 1355 ist B. als Zubehör des Gerichts Grüningen zu erschließen (Kropat, Reich, S. 165, Anm. 48). 1420 ist ein Teil der Vogtei zu B. solms. Mannlehen der von Bellersheim (vgl. unten Ziff. 3b, Solmser Urkunden 1 Nr. 864). 1478 erhält Erwin von Bellersheim von den Grafen von Solms deren Anteil an der Vogtei B. und am Zehnten zu Bellersheim (Solmser Urkunden 2 Nr. 1720). 1479 verkauft Philipp von Eppstein-Königstein den Grafen von Solms die halbe Gerichtsbarkeit zu B. sowie 1 1/2 Hufen daselbst. 1550 ist die Vogtei zu B. solms. Lehen der Löw von Steinfurt; Neubelehnungen bis 1783 (Solmser Urkunden 2 Nr. 1773 u.ö.)

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 799 schenkt Seckehart dem Kloster Lorsch Besitz in der Grüninger Mark, in (Wüstung) Bergheim, in der Güller und Licher Mark, in (Wüstung) Feldheim, in der Weiseler Mark, in Holzheim und Beringheim mit insgesamt 48 Manzipien.
  • 1262 bekennt der Grünberger Schultheiß Meingot Kneib von Griedel, daß benannte Bürger zu Grünberg Kloster Arnsburg Güter zu Steinfurt, Beringheim und Dorfgüll übertragen haben (Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 96). 1328 belehnt Konrad gen. Scholer von Grüningen, daß er dem Krämer Gunther von Münzenberg eine jährl. Gülte verkauft hat, für die er Güter in Beringheim und Grüningen zu Pfand setz. 1359 verkauft Eberhard, Sohn des Eberhard Brekelinis zu Beringheim Kloster Arnsburg 1 Malter Korngeld jährliche Gülte aus seinen Gütern zu Beringheim 1391 bezieht Arnsburg 2 Malter Korngeld von dem Unterpfand zu Grüningen und Beringheim (Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3 Nr. 96, 600, 872, 1099).
  • 1263 verkauft Eppo von Beringheim eine Korngülte aus seinen Gütern zu Beringheim an den Wetzlarer Bürger Heinrich gen. von Münchhausen und dessen Erben.
  • 1305 verkaufen die Münzenberger Bürger, Siegfried Baumeister und sein Bruder Johann, dem Stift Zelle zu Schiffenberg die Güter ihres verschollenen Bruders, des Geistlichen Werner, zu Beringheim (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 1403). 1307 schenken die Eheleute Dietrich und Irmengard zu Wetzlar dem Kloster Zella das Erbteil ihrer Tochter, der Nonne Mechthild, in villa Berinkeim (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 1411). Stift Zelle (Schiffenberg) verfügt im 14. Jahrhundert über Pachteinnahmen (Römer, Einkünfteverzeichnisse).
  • 1329 verkaufen Konrad und Nikolaus, Söhne des Heinrich Daube von Grünberg den Deutschherren in Schiffenberg eine Gülte von Äckern zu Beringheim 1330 erhält die Kommende eine Anniversarstiftung von der Begine Meckelia von (Dorf-) Güll aus Einkünften in Beringheim 1344 hat die Kommende ihr Gut zu Beringheim zu Landsiedelrecht an Konrad Palheymer ausgeliehen (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 2 Nr. 532, 540, 760). 1420 empfängt Tile von Bellersheim als Burglehen 6 Gulden auf der Kellerei zu Lich, 6 Gulden auf der von Münzenberg und als sonstiges Lehen einen Teil der Vogtei zu Beringheim (Uhlhorn, Grafen von Solms, S. 361).
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Um 1337 wurde in Beringheim eine Kirche errichtet.

Patrozinien:

  • Nazarius

Pfarrzugehörigkeit:

1338 Filiale von Grüningen (Herrmann, Inventare I S. 468; II S. 394). 1471 dem Kloster Arnsburg inkorporiert (Kuczera, Arnsburg, S. 143-144)

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Beringheim, Landkreis Gießen“, in: Historisches Ortslexikon <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/10222> (Stand: 11.11.2014)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde