Hessian World War I Primary Sources

Contents
- 1.8.1914: Die Sozialdemokratie und der Krieg
- ...
- 7.8.1914: Kaiserliche Aufrufe an das Volk
- 7.8.1914: Inschriften an Soldatenzügen
- 7.8.1914: Feierliche Erbauung der Deutschkatholiken
- 7.8.1914: Vorgehen gegen Wucherpreise
- 7.8.1914: Frau in Bonames durch Unfall erschossen
- 7.8.1914 Meldung über Cochemer Attentat erfunden
- 8.8.1914: Kritik an gefährlicher Fremdenhetze
- ...
- 12.8.1914: Aufruf an die Arbeiterjugend
Illustrations
↑ Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914
Abschnitt 84: 7.8.1914: Vorgehen gegen Wucherpreise
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Ein Exempel statuiert !
Die Frankfurter Zeitung meldet heute: „Das erste Exempel ist statuiert: die Großkolonialwarenhandlung Bodenheimer u. Cie., Breitegasse 24, wurde von der Polizei geschlossen. Es ist allerdings stark, was sie in der Preiserhöhung notwendiger Lebensmittel geleistet hat. Einem kleinen Spezereiwarenhändler aus der Rückertstraße, der schon seit Jahren bei der Firma seinen Bedarf deckt, soll sie folgende Preise, richtige Wucherpreise, abgenommen haben: für den Doppelzentner Mehl, der sonst 33 Mk. kostete, 54 Mk., ferner, alles pro Zentner, Gries 32 Mk. (sonst 17 Mk.), Erbsen 40 (18 bis 20). Linsen 50 (22). Griünkern 40 (28), Gerste 38 (16), endlich für das Pfund Kakao 1,50 Mk. statt 1 Mk."
So ist es recht. Die Wucherfirma Bodenheimer war es, die auch Offenbacher Kleinhändlern, u. a. dem Spezereinwarenhändler Hensler, unerhörte Preise abgefordert hat.
Uebrigens sind auf dem Offenbacher Wochenmarkte auch heute wieder skandalöse Bewucherungsversuche vorgekommen. Wie uns gemeldet wird, hoben zwei Händler namens Walter und Kaup heute, trotzdem reichlich Kartoffeln vorhanden sind, für drei Pfund den unverschämten Preis von 30 Pfennig gefordert. Der eine von ihnen hat dabei noch durch Manipulationen an der Wage falsches Gewicht gegeben, so daß die Polizei die Wage beschlagnahmte. Die beiden Händler flohen vor der Wut der Marktbesucher. Leider haben andere Händler, die zunächst 20 Pfg, für 3 Pfund verlangt hatten, sich durch die Preistreibereien jener beiden verleiten lassen, auf 25 Pfg. in die Hohe zn gehen. Hier gilt es, kräftig durchzugreifen.
[Offenbacher Abendblatt vom 7. August 1914]
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| Recommended Citation: | „Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914, Abschnitt 84: 7.8.1914: Vorgehen gegen Wucherpreise“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/en/purl/resolve/subject/qhg/id/161-84> (aufgerufen am 06.05.2026) |
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