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Hessian World War I Primary Sources

↑ Karl Spieß, Die Mobilmachung in Biedenkopf und die Kriegsmonate bis März 1916

Abschnitt 20: Abschnitt 20

[Sp. 269] [Fortsetzung: Die Kriegsmonate Dezember 1914 und Januar 1915 in Biedenkopf. In: Mitteilungen aus Geschichte und Heimatkunde des Kreises Biedenkopf, 9. Jahrgang, Nr. 1, 16. März 1915, Sp. 269-271.]

[Sp. 269] Glockengeläute und Böllerschüsse ertönten am 7. und 13. November und am 17. Dezember. Jedesmal handelte es sich um große Erfolge, die unsere Truppen in Polen errungen hatten. Sonst waren es der erfreulichen Telegramme zwar auch eine stattliche Menge, aber man nahm sie hin als etwas selbstverständliches, natürliches. Von bleibender Wirkung pflegen nur noch Nachrichten zu sein, deren fettgedruckte Ueberschriften fünfstellige Zahlen enthalten1

Die Reihen der Gefallenen haben sich abermals vermehrt. Der am 11. November verwundete Wehrmann August Emil Müller2, ein Former von Beruf, starb am 5. Dezember im Lazarett in Ohligs3. Seine sterbliche Hülle wurde am 9. Dezember hier zur Ruhe getragen. Der Kriegerverein mit Musik und die wegefähigen Verwundeten beteiligten sich am Begräbnisse. Müller gehörte dem Reserve-Infanterieregiment 83 an. Am 1. Dezember starb auf dem Felde der Ehre Wilhelm August Dreher, ein aktiver Soldat von der Maschinengewehrabteilung des Regiments 83. Er wurde begraben auf dem Friedhofe zu Lenczyca. Und in der Nacht zum 5. Januar wurde in den Gefechten zwischen Steinbach und Uffholz der Oberleutnant im Landwehr-Regiment 110, der Apotheker Heinrich Ruhl, von einer feindlichen Kugel dahingerafft. Auch diesen unseren Helden ist ein dauerndes ehrendes Andenken bei ihren Mitbürgern gesichert. In ihrem Namen hat der Magistrat den Familienangehörigen zu Weihnachten ein schönes Gedenkblatt überreichen lassen.

Mit dem Eisernen Kreuze wurden weiter ausgezeichnet:

10. Rechtsanwalt Block, Leutnant im Infanterieregiment Nr. 9
11. Student Willi Frohnhäuser, Kriegsfreiwilliger beim Jägerbataillon Nr. 24
12. prakt. Arzt R. Wegner, Unterarzt im Ersatz-Inf.-Rgt. Nr. 233
13. Kaufmann Carl Roßbach, Vizefeldwebel d.R. im Res.-Inf.-Rgt. Nr. 83
14. Gerichtsaktuar Theodor Hosch, Unteroffizier im Feldinfanterieregiment Nr.70

Dem Unteroffizier Richard Hosch, beim Generalkommando des 18. Reserve-Armeekorps, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.


  1. Gemeint sind damit Berichte über große Zahlen von feindlichen Soldaten, die man gefangen nehmen konnte.
  2. Nach der Mitteilung des Chefarztes des Reserve-Lazaretts in Ohligs starb der Wehrmann der 12. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 83, der Former August Emil Müller II am 5. Dezember an seinen im Feld erlittenen Verwundungen. Der 33jährige Sohn des Hüttenarbeiters Jakob Ludwig Müller und seiner Frau Elisabetha war verheiratet. (HStAMR Best. 915 Nr. 961, S. 50)
  3. Ohligs, heute Stadtteil von Solingen.

Recommended Citation: „Karl Spieß, Die Mobilmachung in Biedenkopf und die Kriegsmonate bis März 1916, Abschnitt 20: Abschnitt 20“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/en/purl/resolve/subject/qhg/id/1-20> (aufgerufen am 06.05.2026)