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Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918

Abschnitt 5: Alfred Hahn, Sommerabend (Gedicht)


Sommerabend.

Weichklingend silberklares Glockenläuten
Durchschwingt den schweren Duft der Feierstunde,
So sachte schlägt ein jeder Glockenschlag,
Wie Tränen, die aus weher Seele tropfen.

Das Abendviolett im lichten Äther,
Umklingt mit leisen Tönenharmonien.
Die windgetrieb'nen schwarzen Wolkenschleier,
Die wie ein drohend Unheil nachtwärts wandern.

Ein roter Stern sprüht funkelnd Licht herab,
Der Mond, noch milchweiß, bleicht am blauen Himmel.
Und gleißend loht blutgelbe Feuerglut,
Wo flammend eine Sonnenwelt versinkt.


Alfred Hahn


[Veröffentlicht in der Zeitschrift Hessenland, 29. Jahrgang, Nr. 18, Zweites September-Heft 1915, S. 284.] - Nach den Angaben des Herausgebers fiel der Autor, cand. phil. Alfred Hahn, vor Ypern.


Personen: Hahn, Alfred
Orte: Ypern
Sachbegriffe: Kriegsgedichte · Hessenland · Gefallene · Studenten
Empfohlene Zitierweise: „Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918, Abschnitt 11: Alfred Hahn, Sommerabend (Gedicht)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/163-5> (aufgerufen am 04.05.2026)