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Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918

Abschnitt 29: H. Bunge, Kindergedanken (Gedicht)


Kindergedanken.

Mein Vater ist ein Grenadier
im bösen Welschland drüben.
Und daß er gar so ferne mir,
will mir das Herz betrüben.

Mein Vater sitzt im Trümmerschloß
und auch im tiefen Graben.
Doch soll kein feindliches Geschoß
ein' Anteil an ihm haben!

Ich will mit meinem Herzelein,
mit meinen Kinderhänden
als lieber Engel um ihn sein,
ein Unheil abzuwenden.

— Doch wenn vorbei der schlimme Krieg,
Der letzte Schuß gefallen,
vom Frieden und vom großen Sieg
Fanfaren hell erschallen,

dann kommt als Königsgrenadier
mein Vater hoch zu Pferde.
Den ersten Kuß kriegt er von mir
auf deutscher Heimaterde.


H. Bunge, Leutnant d.R., zurzeit im Felde


[Veröffentlicht in der Zeitschrift Hessenland, 32. Jahrgang, Nr. 11/12, Juni-Doppelheft 1918, S. 112]


Personen: Bunge, H.
Sachbegriffe: Kriegsgedichte · Hessenland · Kinder
Empfohlene Zitierweise: „Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918, Abschnitt 29: H. Bunge, Kindergedanken (Gedicht)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/163-29> (aufgerufen am 04.05.2026)