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Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

↑ Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918

Abschnitt 14: Chr. Brandenstein, St. Souplet (Gedicht)


St. Souplet

Die Mutter Gottes von Sankt Souplet1
Stumm steht in zerschossenem Raume;
Ein Klingen von fern wie im Traume;
Ein Grauer geht draußen in Sturm und Schnee.

's ist Sonntag, doch keine Glocke klingt.
Die liegen im Schutt begraben.
Vom Dorfrand fern kreischen Raben,
Hoch drüber her die Granate singt.

Bei Sankt Souplet manch ein Kreuzlein ragt
Über Trümmer und öde Hallen,
Zehntausend sind hier gefallen;
Vieltausend, welche kein Kreuz dir sagt.

Hier wohnet der Tod, hier rastet das Weh.
Dumpf klagt der Wind durch die Gassen.
Dazwischen traurig, verlassen
Die Mutter der Schmerzen von Sankt Souplet.


Chr. Brandenstein | z.Z. im Felde


[Veröffentlicht in der Zeitschrift Hessenland, 31. Jahrgang, Nr. 11/12, Juni-Doppelheft 1917, S. 177.]
Der Autor war ein Schreinermeister und Landwirt aus Heimboldshausen (heute Landkreis Hersfeld-Rotenburg), der als Landsturmmann an der Westfront stand.


  1. Saint-Souplet-sur-Py, Ort im französischen Département Marne.

Personen: Brandenstein, Chr.
Orte: Heimboldshausen · Saint-Souplet-sur-Py
Sachbegriffe: Kriegsgedichte · Hessenland · Landsturm
Empfohlene Zitierweise: „Kriegsgedichte von der Front in der Zeitschrift Hessenland, 1914-1918, Abschnitt 14: Chr. Brandenstein, St. Souplet (Gedicht)“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/163-14> (aufgerufen am 04.05.2026)