Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Inhalt
- 1.8.1914: Die Sozialdemokratie und der Krieg
- ...
- 7.8.1914 Meldung über Cochemer Attentat erfunden
- 8.8.1914: Kritik an gefährlicher Fremdenhetze
- 8.8.1914: Erste Kriegsgefangene in Frankfurt
- 8.8.1914: Kriegsopfer des Frankfurter Konsumvereins
- 8.8.1914: Abreise des Infanterie-Regiments Nr. 168
- 8.8.1914: Dragoner streichen Zaren aus Regimentsnamen
- 8.8.1914: Großherzog Ernst Ludwig zieht ins Feld
- ...
- 12.8.1914: Aufruf an die Arbeiterjugend
Abbildungen
↑ Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914
Abschnitt 89: 8.8.1914: Kriegsopfer des Frankfurter Konsumvereins
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Kriegsopfer.
Der Konsumverein für Frankfurt und Umgegend teilt mit: Als nach Bekanntgabe der Mobilmachung die ersten Anforderungen der Heeresverwaltung an die einzelnen Firmen bezüglich Ablieferung der Autos und Pferde ergingen und nach Abfragen des Personals die Zahl derjenigen bekannt wurde, welche zur Fahne mußten, erschien es fast unmöglich, den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Auf der einen Seite die Pflicht gegen den Staat, andererseits die Sorge um 31 000 Familien, die bisher ihre Lebensmittel ausschließlich in den Verteilungsstellen des Konsumvereins deckten, veranlaßten die Verwaltung, alles aufzubieten, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Trotzdem 5 Lastzüge und 22 Pferde an die Heeresverwaltung abgeliefert werden mußten, und 72 Bäcker, Chauffeure, Arbeiter und Filialleiter ihrer Soldatenpflicht genügen müssen, kann gesagt werden, daß der Betrieb keine Unterbrechung erleidet. Die Bäcker und Arbeiter sind durch Aushilfskräfte ersetzt und der Transport geschieht durch allerlei Lohnpferde, welche für die Heeresverwaltung zu schwach sind. Selbst 6 Zirkusponnys wurden für das Brotfuhrwerk in Dienst gestellt. In anerkennenswerter Weise haben die Bäcker und Transportarbeiter auf die Auszahlung der höheren Löhne, welche ihnen nach dem neuen Tarif ab 1. August zustehen, verzichtet. Dagegen zahlt die Verwaltung zunächst für die Filialleiter, deren Frauen für sie einspringen, das Gehalt weiter; die Frauen der Bäcker und Arbeiter erhalten zwei Wochen vollen Lohn und dann pro Woche 12 Mark und für jedes Kind 1 Mark. Die Versicherungsbeiträge zahlt die Verwaltung ebenfalls weiter.
[Offenbacher Abendblatt vom 8. August 1914]
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| Empfohlene Zitierweise: | „Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914, Abschnitt 89: 8.8.1914: Kriegsopfer des Frankfurter Konsumvereins“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/161-89> (aufgerufen am 07.05.2026) |
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