Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Inhalt
- 1.8.1914: Die Sozialdemokratie und der Krieg
- ...
- 4.8.1914: Die SPD in der bevorstehenden Reichstagssitzung
- 4.8.1914: Feindlicher Flieger über Frankfurt
- 4.8.1914: An die Mitglieder der Gewerkschaften!
- 4.8.1914: Die Zukunft der Lebensmittelversorgung
- 4.8.1914: Anweisungen und Preise der Fldpostsendungen
- 4.8.1914: Von den Technischen Lehranstalten
- 4.8.1914: Öffentliche Aufforderung zur Musterung
- ...
- 12.8.1914: Aufruf an die Arbeiterjugend
Abbildungen
↑ Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914
Abschnitt 35: 4.8.1914: Die Zukunft der Lebensmittelversorgung
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Die Zukunft der Lebensmittelversorgung.
Der Vorstand der Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend veröffentlicht folgende Erklärung:
Bevor der Krieg ausgebrochen war, wurde schon gemeldet, daß die Preise verschiedener Lebensmittel ungebührlich in die Höhe getrieben würden, so wird z. B. gemeldet, daß in Frankfurt für die Milch höhere Preise gefordert und daß Kartoffeln mit 8 Mk. und darüber für den Zentner bezahlt würden. Wir erklären als selbstverständlich, daß wir die ernste Lage nicht benutzen, um ungerechtfertigte Preise für unsere Produkte zu verlangen. Wir halten fest an den mit den Milchhändlern vereinbarten Preisen und sind nicht gesonnen, eine Preiserhöhung eintreten zu lassen. Auf der anderen Seite möge uns das Publikum unterstützen, falls eine Knappheit eintreten sollte, möge es den Verkauf der Milch einschränken. Ferner mögen die städtischen Organe, z. B. die Handelskammer, Schritte erwägen, die einer Verteuerung der Kraftfuttermittel, die wir zur Erzeugung der Milch gebrauchen, vorbeugen sollen. Was die Kartoffeln anbetrifft, so werden gegenwärtig auf dem Lande Preise bezahlt, die bei einem Verkaufspreis von 4-6 Mk. den Zentner dem Händler einen angemessenen Verdienst sichern. Sollten übermäßige Preise verlangt werden, so sind wir bereit, auf dieser Preisgrundlage direkte Verkäufe zu vermitteln, falls sich städtische Konsumenten zusammenschließen. Zu warnen ist vor einem Einkauf einer großen Menge von Kartoffeln zu jetziger Zeit, es handelt sich um Frühkartoffeln, die sich nicht halten, sondern bald verderben. Und dann noch eins: Die Ernte steht bevor! sie harrt der Einfuhr! Hunderttausende von Händen, die bereit waren, sie einzuführen, sind fort in den Krieg. Die Gespanne sind der Erntearbeit entzogen worden. Auf der anderen Seite sind durch die Krise Tausende fleißiger Hände verdienstlos geworden. Wir fordern auf, bei der Ernte zu helfen: Die Männer sichern sich einen Verdienst und helfen, daß zu den Wirren und Bitternissen des Kriegs nicht noch die Nöte einer Teuerung dazutreten.
Seien wir alle einig im Dienste für unser Vaterland!
Der Vorstand der Vereinigten Landwirte für Frankfurt a. M. und Umgegend.
[Offenbacher Abendblatt vom 4. August 1914]
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| Empfohlene Zitierweise: | „Der erste Kriegsmonat im Offenbacher Abendblatt, August 1914, Abschnitt 35: 4.8.1914: Die Zukunft der Lebensmittelversorgung“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/161-35> (aufgerufen am 06.05.2026) |
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