Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Inhalt
- 1.8.1914: Panikkäufe in Marburg und Umgebung
- ...
- 3.8.1914: Personalsuche für das Rote Kreuz-Lazarett
- 4.8.1914: Einschränkungen bei Oberhessischer Zeitung
- 4.8.1914: Termin für Beginn des Ersatzgeschäfts
- 4.8.1914: Kein Alkoholausschank bei Truppentransporten
- 4.8.1914: Trennungsschmerz muss überwunden werden
- 4.8.1914: Marburger Studentenhäuser als Lazarette
- 4.8.1914: Annahme von Liebesgaben
- 4.8.1914: Aufruf des Deutsch-Evangelischen Frauenbunds
- 4.8.1914: Auskunftsstelle für Marburg und Umgegend
Abbildungen
↑ Die ersten Kriegswochen in der Oberhessischen Zeitung (Marburg), August 1914
Abschnitt 36: 4.8.1914: Trennungsschmerz muss überwunden werden
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Weh' daß wir scheiden müssen —.
An diesen Vers muß man jetzt so oft denken, wenn diejenigen, die jetzt hinaus müssen, um für das Vaterland zu streiten, von Weib und Kind, Vater und Mutter, sowie ihren Freunden und Kollegen Abschied nehmen. Was Scheiden heißt, hat wohl schon jeder Mensch erfahren. Aber es geht nun einmal nicht anders. Der Trennungsschmerz muß überwunden werden. Diejenigen, die hinausziehen, sie kämpfen ja für eine hohe und edle Sache. Wenn das Vaterland ruft, muß alles auf dem Posten sein, dem Mutigen gehört die Welt. Und mutig und tapfer sollen sich auch unsere Frauen in diesen Tagen zeigen, auf ihnen ruht jetzt eine große Verantwortung. Nur nicht verzagen, es geht alles vorüber in der Welt, auf Regen folgt immer wieder Sonnenschein. Und wenn vielleicht hier und da in diesen schweren Tagen die Not an die Türe klopfen sollte, dann brauchen sich die Betreffenden nicht zu schämen, dies an der richtigen Stelle zu melden. Die städtischen Behörden haben, wie aus unserem Bericht ersichtlich ist, Vorkehrungen getroffen, um gegebenfalls in dieser Beziehung unter die Arme greifen zu können. Kameradschaftlich wie die Soldaten im Feld, so soll auch die zurückbleibende Zivilbevölkerung sein. Hunderttausende, die nichts zu verlieren haben, wie ihr Leben, ziehen mit einer Begeisterung hinaus, die ihresgleichen in der ganzen Welt nicht findet und die so ganz der Welt zeigt, was deutsch heißt. Deshalb müssen alle Standesunterschiede fallen und stets dafür gesorgt werden, daß die Familien dieser manchmal verkannten Männer und auch diejenigen, die durch den Krieg Arbeit und Verdienst verloren haben, nicht zu darben brauchen.
[Oberhessische Zeituzng vom 4. August 1914]
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| Empfohlene Zitierweise: | „Die ersten Kriegswochen in der Oberhessischen Zeitung (Marburg), August 1914, Abschnitt 36: 4.8.1914: Trennungsschmerz muss überwunden werden“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/160-36> (aufgerufen am 06.05.2026) |
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