Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg

Inhalt
Abbildungen
↑ Robert Wolfgang Wallach, Aus dem Tagebuch eines Kriegsfreiwilligen 1914/15
Abschnitt 18: Heim zu!
◀ [27]
Heim zu!
Heim zu!
Wie wunderkräft'ger Balsam durchrinnen diese Laute meinen fieberkranken Körper.
Heim zu!
Ich kann die Augen nicht vom Fenster lösen, an dem schon stundenüber schneeiges Winterland vorübergleitet.
Heim zu!
Wann kreuzen wir die Heimatgrenze? Ich möchte diesen Augenblick mit aller seiner Wonne ganz erfassen.
Heim zu!
Da schau ich plötzlich dieses Bild: Auf niedrem schneeigem Hügel eine kleine Kirche. Und durch die Niederung her von dem nahen Dorfe kommen in langem Zuge, langsam in schwarzem Kleid, die sonntäglichen Beter. — Ach welcher Friede liegt in diesem Bild! —
Und solcher Friede? Wo nur kann solcher Frieden sein? — Daheim, Deutschland.
Daheim? Daheim!
Und fiebrig presse ich mein glühendes Gesicht ins blaukarierte Lazarettbettleinen. Ich schäm' mich scheints, all meine Freude, den andern zu zeigen. —
Daheim! Daheim!
März 1915.
▶
| Empfohlene Zitierweise: | „Robert Wolfgang Wallach, Aus dem Tagebuch eines Kriegsfreiwilligen 1914/15, Abschnitt 18: Heim zu!“, in: Hessische Quellen zum Ersten Weltkrieg <https://www.lagis-hessen.de/index.php/de/purl/resolve/subject/qhg/id/134-18> (aufgerufen am 07.05.2026) |
|---|

