Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Historical Gazetteer

Outline map of Hessen
Ordnance Map
4720 Waldeck
Modern Maps
Kartenangebot der Landesvermessung
Historical Maps
Fürstentum Waldeck und Pyrmont 1866

Further Information

Netze

Stadtteil · 310 m über NN
Gemeinde Waldeck, Landkreis Waldeck-Frankenberg 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

16,5 km südöstlich von Korbach

Geographical Situation:

Dorf mit geringer Siedlungsdichte an der Straße Bad Wildungen-Korbach (B 485) am Zusammenfluss der drei Quellbäche des Netzebaches. Ehemalige Klosterkirche auf einem Hügel über dem Dorf. Jüngere Besiedlung im Nordwesten nördlich des Fombachs. Bahnhof der Eisenbahnlinie Wabern – Bad Wildungen – Korbach (Inbetriebnahme der Strecke 1.6.1912).

Earliest Reference:

1118/37

Settlement Development:

1228 gründen die Brüder Volkwin IV. Graf von Schwalenberg und Adolf I. Graf von Waldeck ein Zisterzienserinnenkloster in Netze und übergeben ihm eine hier bereits vorhandene Kirche. Die Entwicklung des Ortes wird in der Folge maßgeblich von diesem geprägt.

Historical Names:

Settlement Sites:

Castles and Fortifications:

  • 1228 gründen die Brüder Volkwin IV. Graf von Schwalenberg und Adolf I. Graf von Waldeck ein Zisterzienserinnenkloster in Netze und übergeben ihm eine hier bereits vorhandene Kirche. Die Entwicklung des Ortes wird in der Folge maßgeblich von diesem geprägt.

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3506704, 5676597
UTM: 32 U 506627 5674766
WGS84: 51.224243° N, 9.094905995° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

635021050

Land Usage Statistics:

  • 1895 (Hektar): 1716
  • 1961 (Hektar): 1602, davon 779 Wald (= 48.63 %)

Population Statistics:

  • 1556: 63 Wohnhäuser, 198 Einwohner, im Kloster 34 Personen
  • 1620: 72 Häuser
  • 1650: 20 Häuser
  • 1738: 46 Häuser
  • 1770: 53 Häuser, 323 Einwohner
  • 1895: 538, davon 534 evangelisch (= 99.26 %), 0 katholisch, 4 Juden (= 0.74 %)
  • 1961: 748, davon 637 evangelisch (= 85.16 %), 96 katholisch (= 12.83 %)

Charts:

Netze: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 1487: Grafschaft Waldeck, Amt Waldeck
  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • 1757: Fürstentum Waldeck, Amt Waldeck
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Waldeck
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Eder (Sitz in Nieder-Wildungen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Werbe (Sitz in Sachsenhausen)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Eder
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Eder
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Former Administrative District:

Waldeck

Court:

  • 1816: Oberjustizamt Werbe
  • 1850: Kreisgericht Wildungen
  • 1868/69: Amtsgericht Wildungen
  • 1879: Amtsgericht Niederwildungen
  • 1906: Amtsgericht Bad Wildungen

Lordship:

Nach der Gründung des Klosters Marienthal in Netze durch die Brüder Volkwin IV. Graf von Schwalenberg und Adolf I. Graf von Waldeck werden diesem zahlreiche Schenkungen von ortansässigen Familein gemacht. Die Grafen von Waldeck betrachten die Gründung als Hauskloster und richten in der angebauten Nikolaikirche eine Grablege ein. Nach Einführung der Reformation wird in Netze eine herrschaftliche Meierei eingerichtet.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.10.1971 Eingliederung in die Stadt Waldeck.

Property

Manorial System and Landholding:

  • s. Herrschaft
  • Über Besitz in Netze verfügen auch die Ortsadligen von Netze, die 1290 ihren gesamten Güterbesitz dem Kloster schenken. So verfahren auch die Ritter von Wolfershausen und die Knappen Nagel. Bis 1256 haben die Edlen von Naumburg einen Hof und Dietmar Hopolt eine Hufe.

Tithes:

1256 überträgt Konrad Bulemast die Hälfte des Zehnten mit Zustimmung der Lehnsherren von Bischofshausen dem Kloster Netze. Die andere Hälfte schenkt Werner von Westerburg 1317 dem Kloster, 1376 folgt noch der Zehnte auf dem Berg zwischen Waldeck und dem Kloster.

Local Nobility:

1216

Church and Religion

Local Churches:

  • 1228: ecclesia
  • Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert, 1840-45 modernisiert, 1950-59 restauriert

Guardianships:

  • Maria (1228)
  • Quatuor coronati (1297)

Parochial Affiliation:

1228 übergaben die Grafen von Schwalenberg und Waldeck ihre Pfarrkirche zu Netze einem Zisterzienserinnenkonvent, dessen Propst fortan die Seelsorge in der Parochie ausüben sollte. 1535 baten die Einwohner des Dorfes den Grafen von Waldeck um die Anstellung eines Pfarrers, was 1537 mit einem evangelischen Pfarrer erfüllt wurde.

Das ursprünglich zur Klosterpfarrei Netze gehörige Waldeck löste sich im Laufe des 13. Jahrhunderts ab und bildete seit 1316 eine eigene Pfarrei.

1993 wird Netze Vikariatsgemeinde von Freienhagen.

Patronage:

Patrone waren 1228 die Schwalenberger, deren Nachkommen, die Grafen von Waldeck im Besitz der Vogtei und der 1537 eingerichteten Pfarrei nachzuweisen sind.

Monasteries:

Conversions:

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526.

Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Stephan Rullen 1537-1540

Jews:

1826: 2 Familien (8 Personen)

gehört zur Gemeinde Sachsenhausen vgl.alemannia-judaica. Zwischen 1861 und 1875 vermutlich eine oder zwei jüdische Familien im Ort; Juden werden in dem Zeitraum in den ev. Geburts-, Tauf- und Sterberegistern erwähnt.

Economy

Central Function:

In der Kirche Grablege der waldeckischen Grafen.

References

Bibliography:

Citation
„Netze, Landkreis Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/1658> (Stand: 16.8.2019)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde