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Hessian Biography

Portrait

Ernst I. Constantin Landgraf von Hessen-Philippsthal
(1771–1849)

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GND-ID

111076619X

Hessen-Philippsthal, Ernst I. Constantin Landgraf von [ID = 9988]

* 8.8.1771 Philippsthal (Werra), † 25.12.1849 Meiningen, Begräbnisort: Philippsthal (Werra), evangelisch-reformiert
Soldat, Offizier, General, Abgeordneter
Biographical Text

Der jüngste Sohn Landgraf Wilhelms von Hessen-Philippsthal begann seine militärische Karriere im preußischen Regiment Hessen-Philippsthal und wechselte 1791 ins niederländische Regiment seines Patenonkels, des mit der Cousine Charlotte von Sachsen-Meiningen verheirateten Herzogs Ernst von Sachsen-Gotha (1745–1804), der ihm schon als Kind eine Kompanie verliehen hatte. Bereits im September 1792 war der gerade 21-jährige Prinz Oberstleutnant und Kommandeur eines Grenadierbataillons. Doch als er 1796 Prinzessin Christiane von Schwarzburg heiratete, nahm er als Obrist vom aktiven Dienst Abschied und erwarb im Folgejahr 1797 im Rudolstädter Ortsteil Volkstedt eine Porzellanmanufaktur, die er schon zwei Jahre nach der 1800 erwirkten Lizenzfreiheit wieder verkaufte. Aus der Ehe mit Prinzessin Christiane, die kurz nach dem Eintritt ihres Mannes in den Dienst König Jérômes von Westphalen in Kassel starb, gingen fünf Söhne hervor, von denen allerdings zwei als Kleinkinder starben.

Der Sterbeeintrag der Prinzessin im Kasseler Kirchenbuch bezeichnet Ernst bereits als westphälischen Oberst und Adjutant des Königs. Im April 1809 wurde er Chef des Jägerkorps, bald darauf Brigadegeneral und Generaladjutant Jérômes, 1810/11 Großkammerherr. Die Ende 1812 geborene erste Tochter aus der Zweitehe Ernsts mit seiner Nichte Caroline wurde nach dem als Paten gebetenen Königspaar „Jeromia Catharine Victoire“ getauft; auf dem Grabmal der 1837 unverheiratet gestorbenen Prinzessin in Philippsthal erscheint jedoch nur der Rufname Victoire. Dass Ernst 1815 Ehrenbürger der Stadt Genf wurde, lässt auf ein vorübergehendes Exil in der Schweiz nach dem Ende des Königreichs Westphalen schließen. Der früh verstorbene Sohn Wilhelm kam 1817 in Wien zur Welt. 1816 war Ernst Nachfolger des in Neapel verstorbenen Bruders als regierender Landgraf in Philippsthal geworden. Wohl schon vorher hatte er beim nach Kassel zurückgekehrten Kurfürsten die Wiedereinsetzung in alle früheren Rechte erwirkt, worauf auch der später geführte niederländische Generals-Titel hindeutet. Zusammen mit seiner Frau lebte Landgraf Ernst in den Folgejahrzehnten vorwiegend in Meiningen, wo er 1834 ebenfalls die Ehrenbürger-Würde erhielt.

Andrea Pühringer

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 249 f.)


Bibliography