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Hessian Biography

Portrait

George Louis Victor Henry Serge Mountbatten
(1892–1938)

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Mountbatten, George Louis Victor Henry Serge [ID = 10364]

* 6.12.1892 Darmstadt, † 8.4.1938 London
Biographical Text

Kapitän Louis Battenberg hatte seinen ersten wichtigen Posten in der britischen Admiralität, als sein erster Sohn in Darmstadt geboren wurde. Georgie zeigte schon als Junge ein auffälliges technisches Interesse. Die Matrosenanzüge der Kinderzeit wurden durch die Marine-Uniform abgelöst, als er nach drei Jahren an der Cheam Preparatory School 1905 Seekadett am Royal Naval College in Osborne wurde. Als Midshipman auf der „Cochrane“ gehörter er zur Eskorte, die König Georg V. 1911 zu seinem Krönungs-Durbar nach Indien begleitete. Mit dem Schlachtkreuzer „New Zealand“ nahm der junge Leutnant im Weltkrieg als Kommandeur eines Geschützturms an der Skagerak-Schlacht (engl. Battle of Jutland) teil. Ende 1916 heiratete er die morganatische Tochter des russischen Großfürsten Michael, deren Mutter, eine Enkelin des Dichters Alexander Puschkin, als ebenfalls morganatische Tochter des Prinzen Nikolaus von Nassau (1832–1905) den Namen „von Merenberg“ führte; der zusätzliche Grafen-Titel „Torby“ war den Damen vom Großherzog von Luxemburg verliehen worden.

In den letzten Kriegsjahren diente George im Stab des Admirals Pakenham auf dem Schlachtkreuzer „Lion“, einige Monate zusammen mit seinem Bruder Louis. Nach mehreren Jahren als Geschützoffizier auf der „Cardiff“ war der nunmehrige 2nd Marquess of Milford Haven längere Zeit an der „Gunnery School“ in Portsmouth tätig. Nach einem See-Einsatz als Commander und Geschützoffizier des Mittelmeer-Geschwaders berief man ihn 1929 erneut in die Admiralität. 1932 nahm er jedoch seinen Abschied und wurde technischer Direktor in der „Sperry Gyroscope Company“, in der er binnen weniger Jahre Chairman wurde. Schon bald nach dem Krieg hatte er sich nach Aufgabe von Heiligenberg einen Landsitz bei Southsea gekauft, den er nach dem Ausscheiden aus der Marine aufgab, um „Lyndon Manor“ bei Maidenhead zu erwerben. Der im Februar 1938 diagnostizierte Knochenkrebs brachte ein rasches Ende. Nach der Beisetzung mit militärischen Ehren, an der auch König Georg VI. teilnahm, zog die Witwe in ihre Jugend-Heimat an der Riviera zurück. Sohn David, der 3. Marquess Milford Haven (1919–1970), war schon seit 1932 Marineoffizier, wechselte aber 1948 ebenfalls ins Geschäftsleben.

Eckhart G. Franz

(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 383 f.)


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