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Hessian Biography

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Portrait

Gideon Fulder
(belegt 1544–1597)

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Fulder, Gideon [ID = 11398]

belegt 1544–1597, evangelisch
Pfarrer
Biographical Text

Gideon Fulder war Sohn des Battenfelder Pfarrers Michael Fulder. Wann und woher seine Familie in das Obere Edertal kam, ist unbekannt. Dem Namen nach, bei dem es sich um die deutsche Form des lateinischen Fulderus handeln dürfte, stammte sie jedoch wahrscheinlich aus der Gegend von Fulda. Vermutlich hatte der Vater Michael als Anhänger der Reformation kurz nach 1525 beschlossen, die Heimat zu verlassen, als sich zeigte, dass das Hochstift beim katholischen Glauben bleiben würde. Hierzu passt der Umstand, dass er seinen Sohn zum Studium an die noch junge evangelische Universität Marburg schickte. Dessen Immatrikulation im Jahr 1544 ist gleichzeitig sein erstes Lebenszeichen. Über die Kindheit und Jugend, die Gideon Fulder vielleicht schon von Geburt an in Battenfeld verbrachte, ist nichts überliefert. Doch scheint sein Vater auch nach seinem Universitätsabschluss seine schützende Hand über ihn gehalten zu haben. Denn im Jahr 1555 ersuchte jener das Marburger Deutschordenshaus, seinem Sohn die vakante Pfarrstelle in Seelheim zu übertragen. Da dort ein Jahr später eine andere Person als Pfarrer genannt wird, scheint dies allerdings nicht von Erfolg gekrönt gewesen zu sein. Wo Gideon in den folgenden zwanzig Jahren seinen Lebensunterhalt verdiente, liegt im Dunkeln. Die Geburt von sechs Söhnen legt es jedoch nahe, dass er irgendwo eine Anstellung gefunden haben muss. Vielleicht versah er bereits inoffiziell die Pfarrei Battenberg als Gehilfe des Pfarrers Georg Althaus, der damals neben Battenberg auch Battenfeld zu betreuen hatte. Dies würde zumindest erklären, warum Gideon Fulder 1572 in Battenberg bezeugt ist. So konnte er zwei Jahre später die durch Althaus‘ Tod frei gewordene Battenberger Pfarrstelle ungefährdet übernehmen und behielt sie bis zu seinem eigenen Tod inne. Dass er neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit unter anderem im Jahr 1578 in rechtlichen Angelegenheiten als Zeuge befragt wurde, spricht für den guten Leumund, mit dem er sich diese Position erarbeitet hatte.

Matthias Seim


Bibliography