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Hessian Biography

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Portrait

Johann Niet
(belegt 1477–1505)

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Further Information

GND-ID

1398313920

Niet, Johann [ID = 21772]

belegt 1.1477–9.3.1505
Schütze, Diener, Burggraf, Stadtknecht, Rentmeister, Geleitsreiter
Biographical Text

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Gen. Gluntzing, Bruder von Klaus, Henne und Hentze Niet1, wohl aus der landgräflichen Jägerschaft hervorgegangene Familie2. Anfang Januar 1477 erhält Gluntzing 3 fl. Abschlag auf sein Dienstgeld3, begleitet Ende Juni 1477 Landgraf Heinrich III. mit anderen Schützen auf seinem Ritt zum Bischof von Paderborn4. 1477 April 135 und 1478/796 sind die Nyde (wohl Johann und Klaus) Schützen im Dienst Landgraf Heinrichs III., denn im August 1479 begleiten beide den Landgrafen bei der Einnahme der Grafschaft Katzenelnbogen7. Ihm dient Johann auch 1480 Januar 138, was für die Nyde auch 1481 August 30 wieder bezeugt ist9. 1482 Juli 9 begleiten die Nide und andere landgräfliche Schützen und Diener Hofmeister und Kammerschreiber ins Land Thüringen10 und auch 1484 November 14 werden dy Nyde als landgräflicher Diener genannt11. 1485 erhalten Johann und Henne vom Marburger Kammerschreiber den gleichen Jahressold von 10 fl.12. 1487 Januar 6 ist Johann Niet Burggraf auf Rheinfels13 und rechnet 1489 Mai 12 mit dem Kammerschreiber über sein Blankensteiner Amt14 ab15. Nachdem Johann mit seinem Bruder Henne 1489 Juni 6 wiederum im landgräflichen Dienst nachweisbar ist16, vergleicht sich Johann 1490 August 20 mit Landgraf Wilhelm III. über seine Forderungen wegen eines Pferdes, seines Pferdeschadens und Dienstgeldes17. Im gleichen Jahr hält er Wache an der Frankenberger Warte, als [die Westfälinger] Herzhausen und [Kirch-]Lotheim abgebrannt hatten18. 1491 wird er vom Rat der Stadt Marburg zum Neujahrsessen eingeladen, diwile he der stucke (?) heubtman sin solte19. In den folgenden Jahren hat er anscheinend dem Landgrafen und der Stadt Marburg zugleich gedient, denn 1493 November 23 quittiert er dem Marburger Kammerschreiber über 8 fl. Dienstgeld20 und ist 1494 Juli 6 als Marburger Stadtknecht bezeugt21. 1500 Juni 26 nunmehr im Dienste Landgraf Wilhelms II.22, gehört er 1505 März 8/9 zu den landgräflichen Geleitsreitern23.


  1. Siehe Klaus Niet.
  2. Darauf weisen die Siegel hin, die Johann und Klaus Niet führen. Sie zeigen im Schildhaupt einen Pfeil (bei Klaus nach rechts, bei Johann nach links gerichtet), an dem ein Jagdhorn hängt. Das Siegel Johanns überliefert eine Quittung von 1490 August 20 (siehe Anm. 17), dasjenige von Klaus eine Quittung von 1500 Mai 2 (siehe dort Anm. 6).
  3. Rechn. I Marburg Kammerschreiber (2/1 Bl. 34v.).
  4. Ebd. 2/1 Bl. 59v.
  5. Rechn. I, Wolfhagen (115/11 Bl. 43).
  6. Rechn. I, Grebenstein (54/6 Bl. 16).
  7. Demandt, Katz. Regg. Nr. 6282/16. Sie heißen hier Gluntzing und Klaus Nit.
  8. Rechn. I, Ziegenhain (118/13 Bl. 33v.): hier nur Glontzigk genannt. In Rechnung I, Marburg Kammerschreiber (5/5 Bl. 4) heißt er zu 1480 Mai 30: Glunzigk.
  9. Rechn. I, Ziegenhain (118/14 Bl. 21v.).
  10. Ebd. 118/15, Bl. 22.
  11. Rechn. I, Witzenhausen (114/15 Bl. 6v.). Siehe unter Bernhard Keudel Anm. 5.
  12. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/6 Bl. 57v. und 5/6 Bl. 42: Gluntzing.
  13. Rechn. I, Rheinfels (89/7 Bel.). – Auch in diesem Falle bleibt es zweifelhaft, ob die hier zusammengetragenen Nachrichten über die gleichnamige und gleichzeitige Person auch dieselbe Person betreffen. Als Katzenelnbogener, dann hessischer Burggraf zu Rheinfels ist noch 1480 Oktober 27 Heinrich von Allendorf bezeugt (Demandt, Katz. Regg. Nr. 6112/2). Über diesen vgl. H. Gensicke, Die von Allendorf (NAN 85, 1974, S. 213).
  14. HStA. Wiesbaden Best. 171 C 1027 Bl. 166v. In diesem aus der nassau-dillenburgischen Kanzlei stammenden Rechnungsauszug heißt er Rentmeister.
  15. Rechn. I, Ämterrezesse (9/47 Bl. 4).
  16. Rechn. I, Friedewald (46/7 Bl. 10, 12v.).
  17. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/7 Bel.): hier der volle Name.
  18. Rechn. I, Frankenberg (48/9 Bl. 5).
  19. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 351.
  20. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/10 Bel.): hier der volle Name.
  21. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 374. – Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (9/38) nennt außerdem zu 1495 einen Grünberger Schöffen Johann Niet von Butzbach:
  22. Rechn. I, Bilstein (30/2 Bl. 106v.).
  23. Rechn. I, Grünberg (59/3 Bl. 41).

Bibliography