Hessian Biography
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GND-ID
136255655
Scheffer, Reinhard [ID = 2697]
- * 17.2.1529 Homberg (Efze), † 10.5.1587 Marburg, Begräbnisort: Kassel St. Martinskirche, evangelisch
Dr. jur. – Jurist, Rat, Kanzler, Geheimer Rat, Gesandter - Biographical Text
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Biogramm bei Gundlach, Dienerbuch
Dr. Reinhard Scheffer1, geb. Homberg i. H. im Februar 1529, Sohn des dortigen Schneiders Johannes Scheffer2 und dessen Frau Margarethe geb. Weitzel3, 1550 Oktober 8 Student in Padua4, erhält eine Bestallung als Rat und Diener (besonders für die nassauische Sache) 1553 August 105, noch in dieser Stellung 1557 August 276, Doktor der Rechte zuerst 1556 Juli 237, Vizekanzler 1557 November 268 bis 1559 August 129, Kanzler 1559 September 1610 bis zum Tode Landgrafen Philipps und dann unter11 Landgraf Wilhelm IV. bis 158212. 1583 März 10 wird er alter Kanzler genannt13, war also an diesem Tage nicht mehr im Dienste. Am 10. Mai 1587 ist er der ehrnveste und hochgelarte Herr D. Reinhart Schefer, furstlicher cantzler, in Gott verscheiden und den 12. Maii uff die Freiheit in die Kirch begraben worden14
- Siehe Reimer ADB 30, 682. ↑
- Siehe Knetsch in der Hess. Chronik 1915 S. 113 ff. (Beiträge zur Schefferschen Genealogie). ↑
- Im Staatsarchive deponierte Scheffersche Familienpapiere, in denen viel Stoff zur Schefferschen Genealogie enthalten ist. ↑
- Zusammen mit Hermann und Jorge Riedesel (von Adresse in Akten betr. Katzenelnbogischen Erbfolgestreit). Scheffer hatte schon vor 1550 von Landgraf Philipp ein Stipendium zur Unterhaltung seines Studiums genossen. Am 31. März 1550 erhielt er auf Empfehlung Dr. Oldendorps auf weitere drei Jahre zu Vollführung des angefangenen studii juris, das er in Italien fortzusetzen gedenkt, jährlich 30 fl. zugesichert. Dafür mußte er sich eidlich durch Revers verpflichten, nach Ablauf der drei Jahre dem Landgrafen oder dessen Nachkommen auf ihr Erfordern vor allen anderen Herren zu dienen: Generalrepertorium, Scheffer. Am 8. November 1552 beantragten Dr. Walter, Dr. Oldendorp, Dr. Eisermann, Lic. Jacob Lersner und Kanzler Lersner bei Landgraf Philipp Scheffers Zurückberufung, damit man ihn examinieren könne, wieviel er profitiert habe, und ihn je nachdem hier behalte oder ihn noch eine Zeitlang nach Italien schicke: Adelsrepositur, Scheffer M. St. S. 1723. ↑
- Revers in Urkunden, Bestallungen. ↑
- Polit. Archiv, Braunschweig-Calenberg. ↑
- Polit. Archiv, Braunschweig-Calenberg. ↑
- Von amtlicher Adresse. Kreissachen. ↑
- Polit. Archiv Nr. 1274. ↑
- Hofhaltung Landgraf Philipps O. W. S. 103. ↑
- Reinhardt Scheffern, den wir zu einem canzler angenomen und verordent, sollen sie darzu gebrauchen, weil er sich vor einen jungen mentschen so vil wir noch befunden, redlich und treulich gehalten (Testament Landgraf Philipps vom 6. April 1562). ↑
- 1583 Februar 10 heißt es in einem Konzept Landgraf Wilhelms: was sonst euer des canzlers abziehen betrifft, darmit seind wir gnediglich wohl zufrieden ... M. St. S. 8395. Sein Nachfolger Meckbach wird bereits 1582 Dezember 20 genannt. ↑
- Tischordnung. ↑
- Casseler Altstädter Kirchenbuch. Abweichend hiervon sagt die Marburger Universitätsmatrikel: Caeterum hunc meum magistratum lugubrem redditit obitus praestantissimi ac clarissimi viri domini Reinhardi Schefferi senioris, Hassiae interferioris cancellarii ac scholae nostrae Mecenatis summi, qui ... ex hac mortali vita 9. Maii ... anni currentis 1587 in coelestem patriam migravit. Seine Witwe Christine, geb. 1537, Tochter zweiter Ehe des Kanzlers Feige, mit der er sich 1559 November 21 verheiratet hatte (Strieder 4, 94; 12, 268) starb 1608 April 5 (Strieder 4, 94; 16, 38 nach Stracks Leichenpredigt) und wurde am 8. April (Casseler Altstädter Kirchenbuch) in der Stiftskirche begraben (Strieder 16, 38). Siehe auch die merkwürdige Selbstbiographie Scheffers, die bei Strieder 12, 272 ff. gedruckt ist. Das Original scheint verschollen zu sein, Strieders Abdruck beruht offenbar auf der von Kuchenbecker geschriebenen Vorlage in der Casseler Landesbibliothek Ms. Hass. fol. 150 (sechs Quartblätter) mit der Überschrift Leben Reinhardt Scheffers Hoch-Fürstl. Hessischen Cantzlars. Seine Töchter siehe bei Bing (S. 22), Friedrich Nordeck (S. 182) und Paul (S. 191). ↑
- Bibliography
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- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 30, Leipzig 1890, S. 682 f. (Reimer)
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 227 f.
- Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. 12, Kassel 1799, S. 266-298
