Hessian Biography
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GND-ID
100295622
Hummel, Johann Erdmann [ID = 15497]
- * 1.9.1769 Kassel, † 26.8.1852 Berlin
Maler, Radierer - Biographical Text
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Johann Erdmann Hummel, als Sohn des Kasseler Schlossmeisters (Schmied/Metallbauer) Johann David Hummel, nahm bereits 1780, zwölfjährig, am Zeichenunterricht der Kassler Akademie teil. Ab 1782 besuchte er zusätzlich die Bauklasse.1 Es folgte 1786 eine Lehre bei dem Hofmaler Wilhelm Böttner (1752-1805).2 Anschließend erhielt Hummel 1792, durch Simon Louis du Ry (1726–1799) empfohlen, ein dreijähriges Reisestipendium für Rom. Möglicherweise zählt die Zeichnung „Maler und kleiner Lehrling im Atelier“ zu den Arbeiten, mit denen sich Hummel für das Auslandstipendium bei Landgrafen Wilhelm IX. qualifizierte. Außer ein paar wenigen Aktstudien gelten weitere Werke aus seiner Studienzeit als verschollen.3
In Rom setzte sich Hummel u. a. mit „Koch, Reinhart, Weinbrenner, [und] Rohden“4 für den Aufbau einer Privatakademie ein. Zwei Jahre nach Antritt seiner Italienreise sandte Hummel erste Werke als Nachweis dortiger `Gelehrigkeit` an die Kasseler Akademie. Darunter „Zeus und Hermes bei Philemon und Baucis“5, ein „Ritterbild im Sinne Wilhelm Tischbeins“6 und „Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis“.7 Zusätzlich schuf er auch die figürliche Darstellung „Die Flötenspieler – der Wettstreit zwischen Menalcas und Damoethas“.8
Insgesamt blieb Hummel mehr als drei Jahre im Ausland, die er nach Ablauf seines Stipendiums durch den Verkauf von Stichen finanzierte.9 Ende Januar 1799 zwang ihn die „politische Krise durch die napoleonische Besatzung“10 Kassels zur Rückkehr.11 Dort blieb ihm eine Lehreranstellung an der Akademie jedoch verwehrt. Nach einem Zerwürfnis mit dem Landgrafen zog Hummel 1800 nach Berlin. Dort übernahm er, durch Unterstützung des ihm aus Rom bekannten Aloys Hirt (1759-1837),12 die Perspektiv-, Architektur- sowie Optikklasse der Berliner Akademie. 1809 wurde er zum Professor ernannt, zählte ab 1811 als Mitglied des akademischen Senats13 und wurde 1818 als Ehrenmitglied der Kassler Akademie erstmalig erwähnt.14
S.Kritten
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Schmaling 2001, S. 281. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Hummel 1954, S. 11. ↑
- Hummel 1954, S. 12. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Ozeki 2004, S. 90. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181; Schmaling 2001, S. 281. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Schmaling 2001, S. 281. ↑
- Mävers 2020, S. 176-181. ↑
- Bibliography
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- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 13, Leipzig 1881, S. 387 (von Donop)
- Mävers, Reformimpuls und Regelungswut. Die Kasseler Kunstakademie im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, Darmstadt/Marburg 2020, S. 176-181
- Kassel Lexikon, hrsg. von der Stadt Kassel, Bd. 1, Kassel 2009, S. 285 f. (Simone Weber)
- Georg Hummel, Der Maler Johann Erdmann Hummel. Leben und Werk, Leipzig 1954
- Schnack (Hrsg.), Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck 1830–1930 Bd. 3, Marburg 1942, S. 240-248 (Georg Hummel)
- Miyuki Ozeki, Die Rolle der Perspektive in der Kunst Johann Erdmann Hummels. Zugl. Phil. Diss. Freie Universität Berlin. Tokyo 2004
- Martina Sitt (Hrsg.), „Geeignet, junge Künstler zu belehren…“. Die Anfänge der Kasseler Kunstakademie (1777–1830), 2. Aufl., Hamburg 2018, S. 71, 78, 190, 209, 230
- Andreas Beyer u. a. (Hrsg.), Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 75, Berlin 2012, S. 484
- Schmaling, Künstlerlexikon Hessen-Kassel 1777–2000. Mit den Malerkolonien Willingshausen und Kleinsassen, Kassel 2001, S. 281 f.
- Neue Deutsche Biographie, Bd. 10, 1974, S. 52 (Irmgard Wirth)
- Georg Hummel, Der Maler Johann Erdmann Hummel. Leben und Werk, Leipzig 1954
- Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 18, begr. von Ulrich Thieme und Felix Becker, Leipzig 1925, S. 128-129
- Hermann Knackfuß, Geschichte der Königlichen Kunstakademie zu Kassel. Aus den Akten der Akademie zusammengestellt, Kassel 1908, online S. 90 f., 94, 99, 112 f., 156, 162 f., 165 f., 169-176, 184 f.
- Gustav Prior (Hrsg.), Jacob Hoffmeister´s gesammelte Nachrichten über Künstler und Kunsthandwerker in Hessen seit etwa 300 Jahren, Hannover 1885, S. 51
- Johann Georg Meusel, Teutsches Künstlerlexikon oder Verzeichniss der jetztlebenden Teutschen Künstler. Nebst einem Verzeichniss sehenswürdiger Bibliotheken, Kunst- Münz- und Naturalienkabinette in Teutschland und in der Schweitz, Bd. 1, 2. umgearb. Ausg., Lemgo 1808, online S. 426
