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Hessian Biography

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Portrait

Karl Albrecht Eberhard Kasimir Georg Friedrich Heinrich August Maximilian Emil Gustav Ernst Fürst und Graf von Erbach-Schönberg
(1840–1908)

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Erbach-Schönberg, Karl Albrecht Eberhard Kasimir Georg Friedrich Heinrich August Maximilian Emil Gustav Ernst Fürst und Graf von [ID = 1109]

* 17.8.1840 Schönberg (Bensheim), † 29.1.1908 Darmstadt, Begräbnisort: Schönberg (Bensheim), evangelisch-lutherisch
Offizier, Diplomat, Abgeordneter
Biographical Text

Gustav Graf zu Erbach-Schönberg folgte im Alter von 23 Jahren auf seinen Vater in den Besitzungen der Familie. Seine Ausbildung hatte er auf dem Schloss Schönberg zusammen mit den Söhnen des früh verstorbenen hessischen Baumeisters Hermann Kroencke (1802–1841) erhalten. Anschließend besuchte er das Gymnasium in Braunschweig. Der Vater wünschte für seinen Sohn eine ganz „normale“ Schulausbildung im Klassenverband. Gustav studierte auf den Universitäten Göttingen und Berlin und vervollkommnete anschließend seine französischen Sprachkenntnisse in Lausanne. Von hier wurde er nach Schönberg zur Nachfolge seines Vaters gerufen. Die Besitzungen, die zum Haus Erbach-Schönberg gehörten, ließ er vornehmlich durch seine Kammer in König und Schönberg unter den Kammerdirektoren Georg Schäfer, Friedrich Wilhelm Schäfer, Gustav Baur de Bétaz bewirtschafteten.

Bei der Einweihung des Lutherdenkmals in Worms lernte er 1868 im Hause des Lederfabrikanten Heyl die Prinzessin Marie von Battenberg kennen, mit der er sich 1870 verlobte. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 fand Gustav als Sanitätsoffizier Verwendung. Am 29. April 1871 fand in Darmstadt in der Stadtkirche die Trauung statt.

Gustav Graf zu Erbach-Schönberg war seit 1865 als Erbe seines Vaters Mitglied der Ersten Kammer im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Er diente dem Landtag 1879–1890 als Sekretär und war damit Mitglied des Präsidiums. Zunächst war er Mitglied des dritten, seit 1875 bis 1887 des ersten Ausschusses des Landtages.

Gustav hatte stets weiterhin Ränge in der hessischen Armee inne, 1881 wurde er Oberst à la suite. In den Folgejahren war er für den Darmstädter Hof häufig als Diplomat tätig, so bei der Notifikation des hessischen Thronwechsels 1877 in Baden und Württemberg.

Am 18. August 1903 erfolgte für Gustav, seine Gemahlin Marie zu Erbach-Schönberg und sein Haus die Erhebung in den erblichen Fürstenstand durch den Großherzog von Hessen und bei Rhein mit der Maßgabe, dass das jeweilige im Besitz der Standesherrschaft Erbach-Schönberg befindliche Haupt dieses Hauses den Titel und Namen Fürst und Graf zu Erbach-Schönberg, dessen rechtmäßige Gemahlin den Titel und Namen Fürstin und Gräfin zu Erbach-Schönberg, beide mit dem Prädikat „Durchlaucht“, führen sollen, die übrigen Mitglieder des standesherrlichen Hauses Erbach-Schönberg sich des Titels und Namens Prinz zu Erbach-Schönberg sowie Prinzessin zu Erbach-Schönberg, ebenfalls mit dem Prädikat „Durchlaucht“, zu bedienen haben.1

Lupold von Lehsten


  1. Regierungsblatt 1904, Beilage 14, S. 128.

Bibliography