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Hessian Biography

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Portrait

Paul Adolf Heinrich Wagner
(1852–1941)

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GND-ID

117103624

Wagner, Paul Adolf Heinrich [ID = 3934]

* 3.4.1852 Reichenbach (Schlesien) heute Dzierżoniów (Polen), † 22.2.1941 Wiesbaden, evangelisch
Dr. phil. – Archivar, Historiker, Landeshistoriker
Biographical Text

Aus einer Familie von Landwirten und Handwerkern stammend, wurde Paul Wagner 1852 in Reichenbach in Schlesien geboren. Nach dem erfolgreichen Besuch der Gymnasien in Schweidnitz (heute Swidnica, Polen) und Breslau (heute Wroclaw, Polen), immatrikulierte er sich 1870 für ein Studium der Rechtswissenschaften an der Berliner Universität. Mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde Wagner zum Kriegsdienst eingezogen, nahm nach Kriegsende das Jurastudium nicht wieder auf, sondern wechselte das Studienfach. Ab 1872 studierte er zunächst an der Universität Bonn später in Berlin Geschichte, wo er zu den Schülern von Heinrich von Sybel und Gustav Droysen zählte. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums promovierte Paul Wagner 1867 mit einer Arbeit über Bischof Eberhard II. von Bamberg an der Universität Halle und begann direkt im Anschluss eine Archivarsausbildung am preußischen Staatsarchiv in Königsberg. In den darauf folgenden 20 Jahren arbeitete Wagner Archivar in Königsberg, Aurich und Koblenz, bevor er am 1. April 1897 zum neuen Archivdirektor des Staatsarchivs Wiesbaden ernannt wurde. Unter seiner Ägide wurde unter anderem das Neubaumagazin errichtet und einige der neueren Sammlungen des Archivs begründet. Seine Tätigkeit als Direktor übte Wagner bis zu seiner Pensionierung 1921 aus.

Trotz seiner beruflichen Verpflichtungen ging Paul Wagner zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach. Von 1899 bis 1908 und noch einmal von 1921 bis 1932 hatte er das Amt des Vorsitzenden des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung inne. Neben dem Verein als Ganzes widmete er sich besonders der Wiesbadener Ortsgruppe, wo er unter anderem die Archivabende begründete. Zudem leitete Wagner von 1902 bis 1936 als Vorsitzender die Historische Kommission für Nassau, deren Schriftleitung er ebenfalls übernahm. Sein langjähriger Einsatz für diese beiden Institutionen führte dazu, dass ihn beide Vereine zum Ehrenvorsitzenden ernannten.

Seine langjährige Forschungsarbeit und seine umfangreichen Kenntnisse der nassauischen Landesgeschichte schlugen sich in zahlreichen Publikationen zur Geschichte des Hauses Nassau, der Herren von Eppstein sowie zur Geschichte der Stadt Wiesbaden nieder, wo er 1941 im Alter von 89 Jahren verstarb.

Oliver Teufer


Bibliography