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Hessian Biography

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Portrait

Sebastian Schilling
(belegt 1502–1521)

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Further Information

GND-ID

1388746026

Schilling, Sebastian [ID = 21027]

belegt 15.7.1502–1521
Dr. jur. utr. – Jurist, Rat, Diener, Kanzler
Biographical Text

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Dr. beider Rechte, im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1502 Juli 151, sein Rat 1502 Dezember 292, 1506 Juli 73. Beisitzer am Hofgericht 1506 September 224, 1507 Juni 225. 1507 Mai 17 Rat im Kanzleigericht zu Kassel6, 1508 Mai 6 bezeichnet ihn Landgraf Wilhelm II. sogar als seinen Kanzler7, obwohl dieses damals Dr. Johann Engellender war8. 1509 Januar 23 wird Schilling wiederum auf sechs Jahre zum Rat und Diener bestellt9. Seit 1509 Juli 28 ist er als Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren bezeugt10. Als ihm der Kanzler Dr. Engellender [wiederum] eine Stelle beim Hofgericht in Marburg anbietet und er die Annahme von der Zustimmung der Landgräfin Anna der Jüngeren abhängig macht, gerät er mit den Regenten in Streit11, zumal sie ihm auch vorwerfen, mit Hilfe Graf Philipps von Waldeck, verräterischer Weise versucht zu haben, die Stadt Kassel während der Verhandlungen der Stände am Spieß im Juli 1509 auf die Seite der Landgräfin Anna der Jüngeren zu ziehen12. Im Februar 1510 erklärt er sich bereit, Herzog Georg von Sachsen als Kanzler in Friesland zu dienen13, bleibt jedoch weiterhin Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren14, obwohl er sich dadurch einen noch größeren Haß der Regenten zuzieht15. Er scheint dem gewichen zu sein, denn von 1511 bis 1518 ist er nicht mehr in Hessen nachzuweisen, doch erhält er 1518 Februar 20 eine neue Bestallung als Rat (von Haus aus)16. 1521 erscheint Ritter Dr. Sebastian Schilling, bayrischer Pfleger zu Moosburg, auf dem Reichstag zu Worms17. Seine Frau war in Kassel im Kloster Ahnaberg gestorben und lag dort begraben, wofür Schilling 1523 März 9 eine Seelenmesse stiftete und die Anfertigung eines Leichensteins nach übersandten Modell erbat18.


  1. Rechn. I, Rotenburg (92/3 Bl. 57v.).
  2. Best. 2 TV Auswärtige Beziehungen: Braunschweig-Wolfenbüttel.
  3. Rechn. I, Ziegenhain (121/3 Bl. 45v.): als myns gn. h. rethe, der hoifmeister, der cantzeler, doctor Rulandt und doctor Schilling ... von dem gehaltstage von Mentz quamen.
  4. Hofgerichtsprotokoll.
  5. Ebd.
  6. Kopiar 59 II Nr. 26.
  7. Glagau, Landtagsakten S. 18.
  8. Siehe dort.
  9. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0, 411. Sein zu 1507 Februar 22 überliefertes Signet (ebd. 0, 378) zeigt im Schild eine Kanne mit Fuß, Ausguß, Henkel und Griff.
  10. Glagau, Landtagsakten S. 36 Anm. 1.
  11. Ebd. S. 55, 59.
  12. S. ebd. S. 66.
  13. Ebd. S. 98.
  14. Ebd. S. 117, 128, 140.
  15. Ebd. S. 125: sie stellen ihn mit Konrad v. Mansbach und Balthasar Schrautenbach auf eine Stufe.
  16. Kopiar 132 Bl. 17.
  17. Gundlach III S. 238.
  18. Schultze, Kasseler Klöster Nr. 562.

Bibliography