Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Hessian Biography

New search
 
Portrait

Christiane Louise von Solms-Laubach
(1754–1815)

Symbol: Switch display mode Symbol: Switch display mode Symbol: Print Preview

Solms-Laubach, Christiane Louise von [ID = 14123]

* 7.8.1754 Laubach (Schloss), † 2.3.1815 Würzburg
Porträtmalerin, Kunstsammlerin
Biographical Text

Christiane Louise von Solms-Laubach, geboren 1754 auf Schloss Laubach, war ab 1782 Mitglied der Kasseler Kunstakademie. Schon am 5. März 1781 war sie bei der Ausstellung der Akademie mit ihrem Aufnahmestück vertreten, ein „meisterhaftes Portrait, in roth und schwarz […] gezeichnet“.1 Es wurde als „eine besondere Zierde dieser Ausstellung“2 gelobt. Sie selbst bezeichnete Johann Georg Wille (1715–1808) als ihren Lehrer, welchem sie „1782 ein Selbstporträt, gezeichnet nach ihrem Porträt von Tischbein d. Ä. (heute Schloss Laubach), zur kritischen Begutachtung nach Paris sandte.“3 1781 begann Solms-Laubach mit 27 Jahren einen Briefwechsel mit ihrem zukünftigen Mentor Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801). Eine von Solms-Laubach zuvor an ihn gesandte selbstgefertigte Kopie seines Portraits von Christian Geyser habe für Chodowiecki mehr Ähnlichkeit aufgewiesen „als sein eigener Kupferstich“. Chodowiecki reagierte mit der Zusendung eines eigenen Selbstportraits, bat um „gnädige Antwort“4 und beschrieb den jahrzehntelangen Briefwechsel mit der Gräfin als eine „Quelle der Freuden und Erquickung“.5 Aus dem Briefwechsel lässt sich schließen, dass sie 1783 in Öl arbeitete, 1786 mit Silberstift experimentierte und sich 1787 mit der Camera Obscura versuchte.6 1786 schuf sie das Portrait von Andreas Böhm (1720–1790) den Chodowiecki in Kupfer stach.7 Ingesamt fertigte die Künstlerin zahlreiche „Kopien, Arbeitsskizzen, Pastelle, Bleistift- und Rötelzeichnungen“ an, die sich bis heute im Nachlass der Familie befinden.8

Die Portraitistin sammelte Kunstwerke unter anderem von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (1722–1789), Johann Anton Tischbein (1720–1784) und Johann Ludwig Aberli (1723–1786)9 sowie Amalie Tischbein und Elisabeth Ziesenis (Brief vom 14. Mai 1782).

Solms-Laubach lebte abseits aller Kunstzentren und hielt Kontakt zu zeitgenössischen Künstlern fast ausschließlich brieflich. 178410 und erneut 1785 besuchte Solms-Laubach den Maler Anton Graff (1736–1813) und hielt sich wahrscheinlich zwischenzeitlich in Schlesien auf. 1787 heiratete sie den Grafen Friedrich Karl von Hohenlohe-Kirchberg (1751–1791), der nach nur vierjähriger Ehe starb. Sie überlebte ihn um 24 Jahre.

S. Kritten


  1. Sitt 2018, S. 171.
  2. Meusel, Miscellaneen artistischen Inhalts, 1782, Heft XIX, S. 349 f.
  3. Preis-Boland 2016, S. 41.
  4. Preis-Boland 2016, S. 41.
  5. Preis-Boland 2016, S. 41.
  6. Mävers 2020, S. 93.
  7. Preis-Boland 2016, S. 41.
  8. Mävers 2020, S. 84.
  9. Mävers 2020, S. 92.
  10. Sitt 2018, S. 172.

Bibliography