Hessian Biography
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GND-ID
172426618
Traupel, Wilhelm [ID = 23961]
- * 6.5.1891 Mainz, † 7.2.1946 Recklinghausen, evangelisch-reformiert; katholisch
Landeshauptmann - Biographical Text
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Wilhelm Traupel (6.5.1891-7.2.1946) war Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau in Kassel und SS-Oberführer. Traupel war bereits 1930 in die NSDAP eingetreten, er war Mitglied der SA und der SS, seit 1939 SS-Oberführer und 1940 im Reichssicherheitshauptamt tätig. Als Landeshauptmann des Bezirksverbands Nassau in Wiesbaden ab 1933 und des Bezirksverbands Hessen in Kassel ab 1936 organisierte er die Verlegung von Patienten der Heil- und Pflegeanstalten in der Provinz Hessen-Nassau in die Vernichtungsanstalt Hadamar. Ein Ermittlungsverfahren des amerikanischen Militärgerichts gegen ihn als leitenden Beamten und Organisator der Krankenmorde führte nicht zu einem Strafverfahren, weil Traupel 1946 starb. Auf Betreiben des Universitätsrektors erhielt Traupel am 6.7.1940 die Ehrensenatorenwürde „für die Zusammenlegung der kulturellen Ämter der Landesverwaltung in Marburg“. Der spätere Rektor mutmaßte 1946, Traupel sei für seine Unterstützung der nationalsozialistischen Kulturpolitik geehrt worden, und schlug die Aberkennung der Ehrung vor. Die Aberkennung unterblieb, weil Traupel im Internierungslager in Recklinghausen am 7.2.1946 starb.
Der Senat der Philipps-Universität Marburg missbilligt die Ehrung und distanziert sich davon. Er verurteilt das menschenverachtende Wirken Traupels in der NS-Zeit auf das schärfste.
Philipps-Universität Marburg, Senatskommission Ehrungen, 2016
- Bibliography
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- Peter Sandner, Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Gießen 2003, S. 743
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 815, Nr. 4455
