Hessian Biography
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12890285X
Pfalz, Elisabeth Amalie Kurfürstin von der [ID = 16045]
- * 20.3.1635 Gießen, † 4.8.1709 Neuburg an der Donau, evangelisch; katholisch
- Biographical Text
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Die Konversion der dritten Tochter Landgraf Georgs II. zum katholischen Glauben ihres Verlobten Pfalzgraf Philipp Wilhelm im August 1653 hatte der selbst erst anderthalb Jahre zuvor konvertierte Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels organisiert; in seinem Schloss zu Schwalbach hat man eine Woche später auch die Hochzeit gefeiert. Die Konversion wurde zu Allerheiligen in einem feierlichen Hochamt in der Jesuitenkirche zu Düsseldorf vor dem Kurfürst-Erzbischof von Köln bestätigt. Zum Erbe, das Philipp Wilhelm kurz vor dieser zweiten Hochzeit angetreten hatte, gehörten neben der Pfalzgrafschaft Neuburg auch die Herzogtümer Jülich und Berg. Düsseldorf war somit die Zweit-Residenz, in der in den Folgejahren zehn der insgesamt 17 Kinder des Ehepaars geboren wurden; dazu zählte – da die Erst-Ehe mit der polnischen Königstochter Anna Katharina kinderlos geblieben war – auch der Thronerbe Johann Wilhelm (1658–1716). Der Einfluss Elisabeths, die in der Folge auch unter ihren Geschwistern für den Übertritt zur katholischen Kirche warb, verstärkte sich, als ihre älteste Tochter Eleonore (1655–1720) 1676 Kaiser Leopold I. heiratete.
Dass Philipp Wilhelm mit dem Tod des letzten Kurfürsten Karl aus der Linie Pfalz-Simmern 1685 auch die pfälzische Kurwürde erbte, komplizierte die Lage: Als Schwager von Karls Schwester Elisabeth Charlotte von Orléans reklamierte der französische König Ludwig XIV. das Pfälzer Erbe für seinen Bruder Philipp und begann dazu den langwierigen Pfälzer Erbfolgekrieg, der mit der Pfalz und dem Residenzschloss in Heidelberg auch Teile Hessens verwüstete. In dieser Situation musste auch die Verheiratung der jüngeren Pfalzgrafen-Töchter Marie Sophie (1666–1699) und Maria Anna (1667–1740) mit König Pedro II. von Portugal und dem letzten Habsburger-König Karl II. von Spanien politisch gewertet werden. Zum Netzwerk gehörte weiterhin, dass drei der Söhne Elisabeths Bischöfe wurden, darunter Franz Ludwig (1664–1732), der zunächst Nachfolger seines Onkels Friedrich in Breslau, später Kurfürst von Trier und Mainz war. Sein jüngerer Bruder Friedrich Wilhelm (* 1665) fiel 1689 als kaiserlicher General vor Mainz. Nachfolger des seit 1690 regierenden Thronerben Johann Wilhelm, wurde 1716 als letzter Kurfürst der Neuburger Linie sein Bruder Karl Philipp (1661–1742).
Eckhart G. Franz
(Text identisch mit: Franz, Das Haus Hessen, S. 287)
- Bibliography
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- K. Knetsch, Das Haus Brabant, Darmstadt (1918), S. 299 f.
- Franz, Das Haus Hessen. Ein biographisches Lexikon, Darmstadt 2012, Nr. HD 20, S. 286 f. (Eckhart G. Franz)
- Rall, Die Wittelsbacher in Lebensbildern, 1986, S. 288 f.
