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Hessian Biography

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(belegt 1476–1513)

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GND-ID

1396005153

Johann der Pole [ID = 20982]

belegt 1476–1513
Wasserbaumeister, Grabenmeister, Teichmeister, Teichgräber
Other Names | Activity | Family Members | References | Life | Citation
Other Names

Other Names:

  • Henne
  • Hans
  • Polacke
  • Bolacke
  • Palacke
  • Ballagke
References

Sources:

Bibliography:

Life

Biogramm bei Demandt, Personenstaat

Ist unter wechselnden Bezeichnungen entweder mit seinen verschiedenen Vornamenformen (Johannes, Henne, Hans) oder Herkunftsnamen (der Polacke, Bolacke, Palacke, Ballagke u. ä.) oder mit seiner beruflichen und amtlichen Stellung und Tätigkeit als Wasserbau- und Grabenmeister, Teichmeister oder Teichgräber von 1476 bis 1513 in Hessen nachweisbar. Dabei ist es allerdings fraglich, ob er mit dem von 1506–1513 bezeugten Ziegenhainer Grabenbaumeister Kraft dem Polacken identisch ist; denn dann müßte Kraft Familien-, nicht Vornamen sein. Das ist jedoch nicht wahrscheinlich, so daß es sich vielleicht um Vater und Sohn oder zumindesten um einen Angehörigen der gleichen Gruppe polnischer Wasserbauarbeiter handelt. – Johann wird zuerst 1476 in Grebenstein bezeugt1, wo er 1447 am Mühlgraben arbeitet2; 1477/78 baut er an den Gräben von Borken3, 1482 schafft er mit einer Gruppe polnischer Arbeiter am Ziegenhainer Wasserbau4, desgleichen 14835, 14846 und 14857. 1486 arbeiten die Polen am Wasserbau zu Biedenbach und Ziegenhain8. 1482 bezahlt der Vogt zu Friedewald Meister Hans den Teichgräber9, nachdem er bereits am 9. Juli d. J. auf Geheiß des Baumeisters [ Hans Jakob von Ettlingen] dem Polen eine Abschlagszahlung geleistet hatte10, 1485 sind die polaken wiederum am Bau des Grabens zu Friedewald11, 1487 sind sie am Grabenbau zu Wolkersdorf tätig12. 1491 arbeitet der Teichmeister Johann am Mühlgraben zu Grebenstein13 und 1493 arbeitet der ballagkenmeinster mit 4 Knechten am Bau eines Wehres in der Schwalm bei Treysa14. 1498 wird der Polacken dichmeister wiederum in Grebenstein bezeugt15, ist aber im gleichen Jahr auch mit Teichbauten zu Wildeck16 und 1501 zu Oberellenbach befaßt17. 1506 werden Craften Polacken und 1507 Craft dem Polacken verschiedene Beträge für Ziegenhainer Wasserbauarbeiten bezahlt18. Im Februar 1509 befischt der Polake mit 2 Wagenknechten des Klosters Breitenau den Teich zu Bischofferode19 und ist 1511 August 11–September 8 und 1512 am Grebensteiner Teichbau beschäftigt20. Im gleichen Jahr werden dem Bollacken für Arbeiten zu Groß-Umstadt 19 fl, 4 MI. Korn, 1 MI. Erbsen und etwa 24 Vt. Wein verabfolgt21. 1513 März 14 schließt der Graben(bau)meister und Bürger zu Ziegenhain Kraft Polack mit dem Ziegenhainer Rentmeister Konrad Reidenhausen und dem Baumeister Henning Oppermann einen Vertrag über den Bau von Wall und Graben hinter dem Schloß Ziegenhain und erhält dafür 90 fl., 20 Vt. Korn, 2 Ztr. Speck, 2 Fd. Bier, 1 Vt. briemel, 1 Vt. Erbsen, einen alten Baum für seinen Holzbedarf und das notwendige Handwerkszeug. Damit der Wall noch etwas weiter erstreckt wird, erhält er außerdem noch 7 fl.22.


  1. Rechn. I, Grebenstein (53/9 Bl. 16v.).
  2. Ebd. 54/5 Bl. 31v.
  3. Rechn. I, Borken (34/7 Bl. 13 und ebd. Bl. 12v. fünfter Posten von unten).
  4. Rechn. I, Ziegenhain (118/15 Bl. 52, 54).
  5. Ebd. 118/16 Bl. 39 f., 47, 48 f.
  6. Ebd. 119/1 Bl. 25v.: meistern Johann dem polen werden vom 1. Mai bis zum 18. Dezember verabfolgt 226 fl. 21 alb.
  7. Ebd. 119/2 Bl. 28v.: ihm werden vom 2. März bis zum 2. Juli verabfolgt 276 fl. 6 alb. zu je 30 alb. der Gulden = 828 Pfd. 6 alb., je 10 alb. auf das Pfund gerechnet.
  8. Ebd. 119/3 Bl. 86v.: ihm werden 462 Pfd. gezahlt.
  9. Rechn. I, Friedewald (48/26 Bl. 4).
  10. Ebd. 48/26 Bl. 13v.
  11. Ebd. 49/3 Bl. 15.
  12. Rechn. I, Frankenberg (48/6 Bl. 3).
  13. Rechn. I, Grebenstein (54/4 Bl. 59).
  14. Rechn. I, Treysa (110/10 Bl. 16).
  15. Rechn. I, Grebenstein (55/9 Bl. 80v.) zusammen mit dem Fischer Balthasar und dem [Teich]Meister Peter Bigkhaber, als sie die Fische nach Wolfhagen führen wollten.
  16. Rechn. I, Rotenburg (91/12 Bl. 84): 1 tn. 4 s. dem Polacken geben vom tiche zu Wiltegke widder zuzumachen, als die gefischt worden.
  17. Ebd. 92/2 Bl. 51: 8 s. dem Palacken, den tich zu Obernelnbach zuzumachen.
  18. Rechn. I, Ziegenhain (121/3 Bl. 38v. und 121/4 Bl. 35).
  19. Rechn. I, Spangenberg (103/4 Bl. 46).
  20. Rechn. I, Grebenstein (57/7 Bl. 27 und ebd. 57/8 Bl. 37). Siehe auch Kurt Schellemann.
  21. Rechn. I, Umstadt (111/4 Bel.).
  22. Rechn. I, Ziegenhain (122/6 Bel.).
Citation
„Johann der Pole“, in: Hessische Biografie <https://www.lagis-hessen.de/pnd/1396005153> (Stand: 13.4.2026)