Hessian Biography
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GND-ID
118532243
Feige, Johannes [ID = 16751]
- * 1482 Lichtenau, † 20.3.1543 Kassel, katholisch; evangelisch-lutherisch
Dr. jur. – Kanzleischreiber, Notar, Kleriker, Sekretär, Kanzler, Rat, Politiker - Biographical Text
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Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Aus Lichtenau ist 1499 August 27 fuldischer Kanzleischreiber1, wird Michaelis 1501 in Erfurt immatrikuliert, ist kaiserlicher Notar und Kleriker des Mainzer Bistums 1505 Februar 12, Kanzleischreiber Landgraf Wilhelms II. 1504 April 20 und Hofgerichtsschreiber (notarius iudicii) in Marburg 1508 Oktober 132, 1509 Mai3. Sekretär der Landgräfin Anna, die er 1509 November 12 auf den Mühlhäuser Schiedstag4 und im Januar 1510 auf den Kasseler Schiedstag begleitet5. Tritt (ungewiß wann) als Sekretär in den Dienst des Bischofs Lorenz von Würzburg, dem er nach eigener Angabe zwei Jahre lang dient6. Er verläßt diesen Dienst in Gnaden7 1514 Juli 3 und ist bereits 1514 Juli 6 als Kanzler der Landgräfin Anna nachweisbar8. Im November 1514 begleitet er sie an den kaiserlichen Hof nach Innsbruck9 und reitet im März 1515 (zusammen mit dem Hofrichter Peter von Treisbach) zum zweiten Mal im Auftrag der Landgräfin zum Kaiser10, der ihn 1517 Dezember 29 mit einem Wappenbrief begnadet. 1519 August 13 erhält er seine Kanzlerbestallung von Landgraf Philipp und wird in dieser Stellung der maßgebliche hessische Politiker bis zu seinem Tode 1543 März 20.
- Vgl. Gundlach III S. 62 ff., der ihm einen dreiseitigen Artikel widmet, ohne allerdings auf seine Bedeutung näher einzugehen. Vgl. dazu die von Gundlach zitierte Literatur und die bei Demandt, Schrifttum genannte. Feige erscheint außerdem in zahlreichen Abhandlungen, die sich mit den Anfängen der Universität Marburg und den ersten beiden Jahrzehnten der Regierung Philipps befassen. ↑
- Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. XXVIII. ↑
- Ebd. Bd. XXXIX Nr. 21 und Bd. LXXI. ↑
- Rechn. I, Lichtenau (72/2 Bl. 14v., 16, 17). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 91. ↑
- Vgl. die bei Gundlach a. a. O. Anm. 15 zitierte eigenhändige Notiz Feiges. Sie stammt aus der juristischen Inkunabel der Landesbibliothek Kassel „Singularia in causis criminalibus“ von Ludwig Pontanus und Matthäus Mettaselanus. Venedig 1485 (vgl. G. Mollat in ZHG Mitt. 1886 Anlage II). ↑
- Ebd. ↑
- Siehe Anm. 1. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 416 Anm. 2. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/11 Bl. 45). Die Reisekostenrechnung ebd. Kasten 18 Nr. 15. ↑
- Bibliography
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- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 6, Leipzig 1877, S. 600-602 (Max Lenz)
- NDB 5, 1961, S. 55-56 (Walter Heinemeyer)
- Kassel Lexikon, hrsg. von der Stadt Kassel, Bd. 1, Kassel 2009, S. 175 f. (Hans Schneider)
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 403
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, 1, 1931, S. 62-65
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 62-65
- F. W. Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. IV, S. 92-93
- Walter Heinemeyer, Johann Feige von Lichtenau, Kanzler des Landgrafen Philipp, in: ZHG Bd. 97, 1992, S. 25-39
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 209 f., Nr. 663.
- Gundlach, Casseler Bürgerbuch, 1895, S. 113, Tafel (Nr. 7), u.ö.
- Hans Joachim von Brockhusen, Ein Bildnis des Kanzlers Johann Feige und seine Kopie, in: ZHG Bd. 79, 1968, S. 123-127
- Karl Demandt, Amt und Familie, in: Hessisches Jahrbuch für Ldgesch., 1952, bes. 81, 89 u. 91f.
- B. Liebers, Johannes Feige. Der große Sohn der Stadt Hessisch-Lichtenau, 1960
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
