Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historical Gazetteer

Outline map of Hesse
Ordnance Map
4921 Borken
Modern Maps
Kartenangebot der Landesvermessung
Topographical Maps
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historical Maps
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 41. Borken

Gombeth

Stadtteil · 179 m über NN
Gemeinde Borken (Hessen), Schwalm-Eder-Kreis 
Settlement | Statistics | Constitution | Property | Church and Religion | Culture | Economy | References | Citation
Settlement

Settlement Type:

Dorf

Localization:

7,5 km südöstlich von Fritzlar.

Geographical Situation:

Geschlossenes Dorf mit komplexem Grundriss am Nord-Ufer der Schwalm. Im dicht bebauten Kernbereich des Ortes Kirche in zentraler Lage. Im Norden halbkreisförmiger Umriss; im Westen, vorwiegend vom Ortskern abgesetzt, beiderseitige Bebauung der Straße nach Großenenglis. Am Süd-Ufer an der Schwalmbrücke Mühle. Moderne Wohnsiedlung im Osten und Nordwesten.

Straße nach Großenenglis.

Earliest Reference:

807

Historical Names:

  • Guntbotere marca, in (807) (Glöckner, Codex Laur. Nr. 3588)
  • Gumbethde, in (1123)
  • Gvmpette (1223)
  • Gumpete, in (1265)
  • Gvmpeht (1285)
  • Gumpetehe (1285)
  • Gumpetthe (1290)
  • Gunpetthe, in (1290)
  • Gvmpeth, in (1293)
  • Gumphete (1295)
  • Gunbette, zu (1395)
  • Gompette (1434)
  • Gumpert, zum (1540)
  • Gumbeth (1575/85)
  • Gumpaht (1597)
  • Gompett (1610)
  • Gumbehtt (1610)

Naming:

  • 1223: villa.
  • 1285: curia.
  • 1537: Dorf.

Settlement Sites:

Land Consolidation:

1890/94

Earliest Local Map:

1743

Coordinates:

Gauß-Krüger: 3520543, 5658977
UTM: 32 U 520461 5657153
WGS84: 51.065535° N, 9.292002° O OpenLayers

Statistics

Location Code:

634001050

Land Usage Statistics:

  • 1742 (Kasseler Acker): 1653 Land, 420 Wiesen.
  • 1885 (Hektar): 554, davon 412 Acker (= 74.37 %), 93 Wiesen (= 16.79 %), 0 Holzungen
  • 1961 (Hektar): 550, davon 0 Wald

Population Statistics:

  • 1537: 29 Häuser. Um 1570: 44, 1575/85: 40 Hausgesesse.
  • 1639: 9 verheiratete, 4 verwitwete Hausgesesse.
  • 1724: 101 Personen. 1747: 51 Haushalte. 1783: 331 Einwohner.
  • 1834: 607, 1885: 524 Einwohner.
  • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert.
  • 1885: 524, davon 520 evangelisch (= 99.24 %), 4 katholisch (= 0.76 %)
  • 1925: 536, 1939: 585, 1950: 988, 1961: 955, 1970: 1013 Einwohner.
  • 1961 (Erwerbspersonen): 92 Land- und Forstwirtschaft, 230 Produzierendes Gewerbe, 32 Handel und Verkehr, 33 Dienstleistungen und Sonstiges.
  • 1961: 955, davon 789 evangelisch (= 82.62 %), 145 katholisch (= 15.18 %)

Charts:

Gombeth: Einwohnerzahlen 1834-1967

Data source: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Constitution

Administrative Area:

  • 807: in pago Hessen
  • 1223: landgräfliche Vogtei
  • 1376: Amt Homberg
  • 1431/36: Amt Borken
  • 1537: landgräfliches Gericht
  • 1575/85 und später: Amt Borken; niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton und Friedensgericht Wabern
  • 1814: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Borken
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Fritzlar
  • 1843: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Homberg
  • 1932: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Fritzlar-Homberg
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Schwalm-Eder-Kreis

Former Administrative District:

Fritzlar-Homberg

Court:

  • Richtplatz: Galgenäcker. Letzte Hinrichtung 1705. Außerdem Flurname am Gerichte.
  • 1822: Justizamt Fritzlar
  • 1843: Justizamt Borken
  • 1867: Amtsgericht Borken
  • 1968: Amtsgericht Fritzlar (Zweigstelle Borken)
  • 1970: Amtsgericht Fritzlar

Recent Developments:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil in die Stadtgemeinde Borken (Hessen) eingegliedert.

Property

Manorial System and Landholding:

  • 807: Brunicho überträgt dem Kloster Lorsch 2 Mansen, 60 Joch und 1 Bifang von 200 Joch mit Hörigen in der Gombeth-Mark.
  • 1123: Erzbischof Adalbert von Mainz bestätigt dem Kloster Hasungen seinen Besitz, darunter einen halben Mansus in Goombeth von Reginhard.
  • 1209: Stift Fritzlar hat Einkünfte zu Gombeth; desgleichen um 1310.
  • 1223: Landgraf Ludwig genehmigt dem Kloster Weißenstein den Kauf von 2 Mansen in der landgräflichen Vogtei.
  • 1252: Burghard genannt Prusse tauscht mit Kloster Weißenstein Äcker zu Gombeth.
  • 1256: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Weißenstein 3 Hufen zu Gombeth.
  • 1285: Kloster Weißenstein verkauft dem Deutschen Orden Marburg den Hof zu Gombeth.
  • 1290: Ritter Wittekind von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg die Fischerei zu Gombeth; der Deutsche Orden Marburg erhält aus dem Erbe eines Fritzlarer Bürgers eine Hufe zu Gombeth.
  • 1291: Reinhard von Altenburg entsagt Ansprüchen an der Fischerei Gombeth; Ritter Hermann von Wolfershausen verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine halbe Hufe zu Gombeth.
  • 1292: Ritter Werner von Löwenstein-Schweinsberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seinen Hof zu Gombeth.
  • 1293: Die von Bischofshausen und von Löwenstein verkaufen dem Deutschen Orden Marburg ihre restlichen Güter zu Gombeth.
  • 1294: Johann von Homberg verkauft dem Deutschen Orden Marburg seine Güter zu Gombeth.
  • 1295: Johann von Homberg und der Deutsche Orden Marburg einigen sich über die Novalien zu Gombeth.
  • 1297: Ritter Heinrich von Homberg bekundet den Güterverkauf seines Neffen Johann an den Deutschen Orden Marburg zu Gombeth.
  • 1316: Heinrich von Goddenhausen verkauft seine Güter zu Gombeth an Kloster Breitenau.
  • 1317: Die von Dillich verkaufen eine Hufe zu Gombeth an Johann von Grabenau.
  • 1319: Priester Heinrich von Holzheim verkauft dem Deutschen Orden Marburg eine Hube zu Gombeth.
  • 1322: Die von Holzheim verkaufen dem Kloster Spieskappel einen Zins zu Gombeth.
  • 1348: Stift Fritzlar überlässt dem Kloster Spieskappel tauschweise ein Allod zu Gombeth.
  • 1351: Konrad Foßzal schenkt dem Kloster Homberg einen Zins zu Gombeth.
  • 1364: Kloster Spieskappel erhält eine Korngülte aus Gombeth.
  • 1372: Die Landgrafen verschreiben eine Hafergülte zu Gombeth.
  • 1376: Die Schäfer zu Gombeth zahlen dem Homberger Rentmeister Schafbede.
  • 1425: Mainz bezieht erstmals Geld- und Hühnerzinse aus Gombeth.
  • 1474: Der Homberger Bürger Mut Glasewald verkauft an den Fritzlarer Bürgermeister Heinrich Wildenkerte seine Erbhufen vor Gombeth.

Tithes:

1265: Die von Holzheim haben halben Zehnten zu Goombeth verpfändet.

1395: Wigand Goswin hat als Falkenberger Lehen Teil des Zehnten zu Gombeth inne.

Church and Religion

Local Churches:

  • 1251: ecclesiasticus.
  • 1345: plebanus.

Parochial Affiliation:

Pfarrkirche;

noch 1527 selbständige Pfarrei.

Seit 1551: Gombeth eingepfarrt nach Groß-Englis.

1747 und später: Gombeth Filiale von Groß-Englis.

Patronage:

1477: Stift Hersfeld belehnt die von Falkenberg mit der Kirche zu Gombeth; folgend Belehnungen bis 1606.

Conversions:

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Dormann (identisch mit Johannes Gumpette) 1527-1551, war 1521 Pleban

Intermediate Church Authorities:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Mardorf

Jews:

1835: 1 Jude.

Flurname Judenecke.

Culture

Schools:

1910 einklassige Volksschule

Language History (Digital Facsimiles):

Economy

Economy:

1584: Eisenerz aus Gombeth.

1900-1909: Braunkohle im Tagebau; etwa 120 Beschäftigte.

1909 wegen Wassereinbruch geschlossen.

Seit 1842 Tage- und ab 1951/52 Tiefbau Altenburg II.

References

Bibliography:

Citation
„Gombeth, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/idrec/sn/ol/id/4134> (Stand: 30.3.2022)